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Politik

Mehr Drogentote in Deutschland in vergangenem Jahr

Dienstag, 24. März 2020

/Kenishirotie, stockadobecom

Berlin − Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. 2019 starben insgesamt 1.398 Menschen durch illegalen Rauschgiftkonsum, wie die Bundes­drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) heute in Berlin mitteilte. Das war ein Anstieg um 9,6 Prozent. 2018 hatte es 1.276 Drogentote gegeben.

Hauptursache sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen. Besonders auffällig ist demnach die Zunahme der Todesfälle aufgrund langjährigen Drogenmissbrauchs. Diese Zahl stieg 2019 binnen einem Jahr von 38 auf 172 Fälle.

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„Diese Zahlen können wir nicht hinnehmen“, erklärte Ludwig. „Wir brauchen flächen­deckende Substitutions- und Hilfsangebote, auch in der Corona-Krise.“ Leben könne nur dann gerettet werden, wenn die Hilfsangebote vor Ort noch besser und vor allem lückenloser würden.

Die Drogenbeauftragte forderte einen „gesellschaftlichen Konsens, dass Sucht eine schwere Krankheit ist und kein Ausgrenzungsgrund.“ Die Todesfälle aufgrund von Opiatvergiftungen liegen seit Jahren konstant hoch bei 650 Fällen. Seit einigen Jahren gibt es das Nasenspray Naloxon, das die Wirkungen einer Überdosierung für einige Zeit aufheben und somit kurzfristig Leben retten kann.

Obwohl Naloxon als Spray seit zwei Jahren verschrieben werden kann, kam es Ludwig zufolge in der Szene noch nicht flächendeckend an.

Die Zahl der Todesfälle durch Kokain, Amphetamine und synthetische Drogen nahmen in den vergangenen fünf Jahren indes von 143 auf 268 zu. „Die Häufung von Todesfällen durch die Einnahme von Koks oder Amphetaminen verdeutlicht, wie wichtig Aufklärung und Beratung auch bei Partydrogen und anderen Aufputschmitteln sind“, erklärte Ludwig. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 7. Juli 2020, 23:15

Naloxon ist nutzlos

wenn der Süchtige allein konsumiert oder die Mitkonsumenten ebenfalls zugedröhnt sind.
Der Anstieg der Todesfälle ist wohl am ehesten mit dem Zusammenbruch der flächendeckenden Substitutionstherapie zu begründen: Substituierende Ärzte geben ohne Nachfolger auf, die Behandlung konzentriert sich in wenigen Riesenpraxen mit oft menschenverachtenden Behandlungsbedingungen, der Heroinnnachschub dagegen funktioniert gut und billig
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