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Ausland

Mehrere europäische Länder verschärfen Maßnahmen gegen Corona-Pandemie weiter

Dienstag, 24. März 2020

Absperrband der Polizei vor einem Café in Spanien. /Alex Tihonov, stock.adobe.com

London − Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie haben mehrere europäische Länder ihre Einschränkungen des öffentlichen Lebens nochmals verschärft. In Großbritannien trat gestern Abend eine dreiwöchige Ausgangssperre in Kraft. In Frankreich wurden die bereits bestehenden Ausgehverbote ausgeweitet. In den Niederlanden wurde das Versammlungs­verbot verlängert.

Für die Briten gelte eine „sehr einfache Anweisung − Sie müssen zuhause bleiben“, sagte Premierminister Boris Johnson in einer Fernsehansprache. Die Ausgangssperre im Vereinigten Königreich soll mindestens drei Wochen gelten.

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Die Menschen dürfen nur noch zum Einkaufen, zum Arbeiten, zur ärztlichen Behandlung und für sportliche Aktivitäten außer Haus.

Auch sind Versammlungen von mehr als zwei Menschen in Großbritannien vorerst verboten. Alle nicht unbedingt benötigten Geschäfte werden geschlossen. Johnson folgte mit diesen Maßnahmen den Schritten, die bereits in zahlreichen anderen Ländern in Europa und rund um den Globus getroffen wurden.

Johnson war wegen seines lange zögerlichen Umgangs mit der Coronakrise heftig kritisiert worden. Erst seit gestern sind die britischen Schulen geschlossen. Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Theater und Freizeiteinrichtungen sind seit Freitagabend nicht mehr geöffnet. In Großbritannien sind inzwischen mehr als 300 Menschen an dem Virus gestorben.

Insgesamt wurden im Vereinigten Königreich rund 6.650 Menschen positiv auf den Erreger SARS-Cov-2 getestet.

In Frankreich kündigte Premierminister Édouard Philippe eine Ausweitung der Ausgangssperre an. Körperliche Betätigung im Freien wird seit heute strikt einge­schränkt. Joggen oder Spazierengehen dürfen die Franzosen nur noch im Umkreis von einem Kilometer um ihren Wohnort und nur noch einmal täglich maximal eine Stunde lang. Die meisten Märkte müssen schließen.

Bereits vor rund einer Woche hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drastische Maßnahmen verhängt und das Land de facto abgeriegelt. Die Menschen dürfen nur noch für wichtige Erledigungen, wie zum Arbeiten, zum Einkaufen oder zum Arzt vor die Tür.
Trotz der Ausgangssperre gab es vor allem aus Paris Bilder, auf denen sich Menschen auf Märkten drängten und Jogger sich durch die Menschenmenge schoben.

In Frankreich wurden bislang mehr als 19.850 Corona-Ansteckungen verzeichnet, mindestens 860 Menschen starben dort an der Infektion.

In den Niederlanden verlängerte die Regierung das Versammlungsverbot bis 1. Juni. Sollte das Verbot nicht eingehalten werden, werde eine Ausgangssperre verhängt, warnte Ministerpräsident Mark Rutte. Ursprünglich sollte das Versammlungsverbot am 6. April enden. In den niederländischen Läden und im öffentlichen Nahverkehr müssen nun außerdem Maßnahmen ergriffen werden, um einen Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Menschen zu gewährleisten.

In Spanien bereitet unterdessen die Situation in den Altersheimen wachsende Sorgen. Soldaten fanden in Seniorenheimen völlig sich selbst überlassene Bewohner und in manchen Fällen sogar Leichen in den Betten, wie Verteidigungsministerin Margarita Robles berichtete. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

Die spanische Armee ist damit beauftragt, die Heime zu desinfizieren. In Altersheimen in Spanien sind bereits dutzende Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 gestorben. Spanien ist nach Italien das am härtesten von der Pandemie getroffene europäische Land. Die Zahl der Infektionen liegt in Spanien bei mehr als 33.000, die Zahl der Todesopfer bei 2.182.

In Italien gibt es inzwischen kleine Hoffnungsschimmer. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen ging dort zuletzt deutlich zurück, von 6.557 am Samstag auf 4.789 gestern. Auch die Zahl der Verstorbenen sank. Am Samstag hatte es noch einen erschütternden weltweiten Rekord von 793 neu verzeichneten Coronavirus-Toten gegeben, gestern waren es 601. Es gebe „Licht am Ende des Tunnels“, sagte der oberste Gesundheitsbeamte der Region Lombardei, Giulio Gallera. © afp/aerzteblatt.de

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