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Bundespsycho­therapeutenkammer informiert über Videobehandlung, Meldepflichten und Entschädigungen

Mittwoch, 25. März 2020

/agenturfotografin, stock.adobe.com

Berlin − Die COVID-19-Pandemie verändert massiv auch die psychotherapeutische Ver­sorgung. Patienten sagten aus Ansteckungsangst ihre Behandlungs­termine bei Psycho­therapeuten ab. Psychiatrische Kranken­häuser schlössen ihre Tageskliniken, um ihr Per­sonal nicht zu gefährden. Darauf weist die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) hin, die seit gestern eine „Praxis-Info-Coronavirus“ online gestellt hat, die laufend aktualisiert wird.

Die Praxisinfo für niedergelassene Psychotherapeuten informiert unter anderem über die neue Möglichkeit, Patienten vorübergehend unbegrenzt online per Videotelefonat zu be­handeln. Die bisherige Regelung, nach der maximal 20 Prozent der Patienten innerhalb eines Quartals ausschließlich per Video behandelt werden dürfen, ist aufgrund der Coro­napandemie ausgesetzt.

Weiter informiert die BPtK in der Broschüre über Hygienevorschriften und neue Melde­pflichten, die jetzt in der Praxis zu beachten sind. So müssen Psychotherapeuten Patien­ten melden bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung. Es besteht indes keine Melde­pflicht, wenn bereits ein Arzt hinzugezogen wurde.

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Praxisschließung bedarf einer besonderen Begründung

Um das Infektionsrisiko zu senken stelle sich die Frage, ob die Praxis vorübergehend ge­schlossen werden könne. Grundsätzlich sind niedergelassene Psychotherapeuten auf­grund des Versorgungsauftrages verpflichtet, die Patientenversorgung sicherzustellen.

Eine Praxisschließung bedürfe deshalb einer besonderen Begründung, heißt es dazu aus der BPtK, beispielsweise wenn aufgrund von Vorerkrankungen ein besonderes persön­li­ches Risiko besteht. In jedem Fall müsse eine Schließung mit der zuständigen Kassen­ärztlichen Vereinigung (KV) abgesprochen werden.

Wird die Schließung einer Praxis behördlich angeordnet, haben nach Angaben der BPtK Praxisinhaber und Angestellte Anspruch auf eine Entschädigung (§ 56 Infektions­schutz­gesetz). Die Höhe der Entschädigung richte sich nach dem Verdienstausfall. Angestellte erhielten von ihrem Arbeitgeber den Lohn für die ersten sechs Wochen.

Die Arbeitgeber hätten indes die Möglichkeit, sich diesen Betrag von der zuständigen Behörde erstatten zu lassen. Details zu den Entschädigungsregelungen und eine Liste der zuständigen Behörden gibt eine Information der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Forderung nach Abrechnungsmöglichkeit von Psychotherapie per Telefon

Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer setzt sich weiter dafür ein, dass auch psycho­thera­peutische Behandlungen per Telefon abgerechnet werden können, weil nicht alle Patien­ten die technischen Voraussetzungen für ein Videotelefonat haben.

„Wenn sonst alle Kontakte immer weiter eingeschränkt werden, müssen Ärzte und Psy­cho­therapeuten ihre Patienten weiter erreichen können. Dafür müssen die Politik und die Selbstverwaltung schnellstmöglich sorgen“, fordert BPtK-Präsident Dietrich Munz.

In einzelnen KVen gebe es jedoch schon Ausnahmen hinsichtlich der Abrechnung von fachgruppenspezifischen Gesprächsleistungen per Telefon. Bisher wurde jedoch noch keine bundesweite Änderung der Abrechnungsbestimmungen beschlossen. © PB/aerzteblatt.de

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