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Coronakranke fliehen aus Kliniken, viele Länder verschärfen Maßnahmen

Mittwoch, 25. März 2020

/picture alliance

Madrid – In Spanien sind zahlreiche Coronapatienten aus Krankenhäusern geflohen. Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Krankenhäusern gegeben, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, heute auf einer Pressekonferenz in Madrid. Das bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine „Riesenarbeit“, um diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Krankenhäuser zu bringen.

Allein in den vergangenen Stunden habe es in Leganés bei Madrid sowie im Küstenort Benidorm im Osten Spaniens zwei solcher Fälle gegeben. González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst „ziemlich viele verantwortungslose“ Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe man im Rahmen des sogenannten Alarmzustandes 80 „verantwortungs­lose und unsolidarische“ Personen festnehmen müssen.

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Die knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März nur noch in weni­gen Ausnahmefällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen. Heute soll das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlän­gerung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, um weitere zwei Wochen bis zum 11. April abstimmen.

Die Coronavirus-Pandemie nimmt in Spanien immer dramatischere Ausmaße an. In den vergangenen 24 Stunden sind 738 Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit gestor­ben. Mit insgesamt 3.434 Toten verzeichnet Spanien damit erstmals mehr Opfer als Chi­na. Unter den 47 Millionen Einwohnern Spaniens waren am Mittwoch fast 47.610 Infizier­te, 20 Prozent mehr als am Vortag. Im noch stärker von der Pandemie betroffenen Italien reicht die Zahl der Todesopfer inzwischen an die 7.000er-Marke heran.

Allein in Madrid, dem spanischen Epizentrum der Pandemie, stieg die Zahl der Toten in­nerhalb von 24 Stunden um fast 300 auf 1.825. Damit wurden mehr als die Hälfte aller Todesfälle in der spanischen Hauptstadt verzeichnet. „Die Zahl der Todesfälle nimmt zu, aber der prozentuale Anstieg hat sich stabilisiert. Das könnte bedeuten, dass wir nicht mehr weit vom zu erwartenden Höhepunkt der Krise entfernt sind“, erklärte der Leiter der spanischen Seuchennotfallzentrale, Fernando Simon, heute bei einer Pressekonferenz in Madrid.

Unterdessen breitet sich das Virus besorgniserregend schnell unter dem Gesundheitsper­sonal aus. Waren es vorgestern noch 4.000 infizierte Ärzte, Sanitäter und Krankenpfleger, wurden heute mehr als 5.400 Beschäftigte im Gesundheitswesen positiv auf das Virus getestet – rund zwölf Prozent aller Infizierten. Damit liegt die Ansteckungsgefahr des Klinikpersonals in Spanien deutlich höher als in Italien (8 Prozent) oder China (4 Prozent). Grund dafür ist laut Experten fehlendes Schutzmaterial.

Die Zahl der Erkrankten bringt Spaniens Gesundheitssystem an den Rand des Zusammen­bruchs. Handy-Videos in den Sozialen Medien aus spanischen Krankenhäusern demons­trie­ren die chaotischen Zustände in den Notaufnahmen mit auf den Fluren liegenden Patienten.

Ausgangsperren in weiteren Ländern

Viele Länder haben in den vergangenen Stunden Ausgangssperren ausgerufen oder be­stehende erweitert. Wegen der Coronapandemie hat Indien eine „vollständige Ausgangs­sperre“ für alle 1,3 Milliarden Bürger des Landes verhängt. Das landesweite Ausgangs­verbot soll nach Angaben von Premierminister Narendra Modi für mindestens drei Wo­chen gelten. Indien ist das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde.

Indien hat bislang offiziellen Angaben zufolge 519 bestätigte Infektionsfälle; zehn Men­schen starben durch die Lungenkrankheit COVID-19. Experten befürchten jedoch, dass die Dunkelziffer aufgrund der geringen Anzahl von Tests weitaus höher ist.

Wegen des Virus waren in den vergangenen Tagen bereits in mehreren Bundesstaaten Ausgangssperren verhängt worden. Nun gilt diese landesweit für alle Einwohnern. Zudem dürfen seit Sonntag keine internationalen Flüge mehr landen, auch Inlandsflüge gibt es vorerst nicht mehr. Mit den 1,3 Milliarden Indern sind einer Zählung der Nachrichten­agen­tur afp zufolge nun weltweit insgesamt 2,6 Milliarden Menschen von Ausgangs­sperren betroffen.

Hohe Strafen in Italien

Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen drastisch erhöht. Wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, stand in einem gestern Abend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom.

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3.000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich. Das von Conte vorgestellte Dekret sieht vor, dass regionale Autoritäten im Kampf gegen das Virus zeitweise eigene Maßnahmen erlassen dürfen, wie der Premier ankündigte.

Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100.000 Anzeigen wegen Ver­stößen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Zahl der Menschen, die in Italien positiv auf den Erreger SARS-CoV-2 getestet wurden, stieg bis gestern auf mehr als 69.000. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gelten bis 3. April. Conte sagte, Gerüchte über eine Verlängerung bis Ende Juli seien komplett falsch.

Verschärfungen in Lettland, Estland und Litauen

Auch die baltischen Staaten haben weitere Schutzmaßnahmen angeordnet, mit denen eine Ausbreitung des Coronavirus möglichst verlangsamt werden soll. In Estland ordnete die Regierung in Tallinn die Schließung aller Einkaufszentren an. Ausgenommen von der ab Freitag geltenden Maßnahme sind Lebensmittelgeschäfte und Drogerien. Im öffentli­chen Raum dürfen sich Menschen künftig nur noch alleine, zu zweit oder im Kreise von Familienangehörigen aufhalten. Dabei ist zu anderen ein Abstand von zwei Meter einzu­halten. Cafés, Clubs und andere Vergnügungsstätten müssen um 22.00 Uhr zu machen.

Im benachbarten Lettland müssen Sportzentren und Turnhallen auf Beschluss der Regie­rung komplett schließen. Auch Einkaufszentren bleiben am Wochenende dicht – mit Aus­nahme von Geschäften mit Waren, die als wesentlich für das tägliche Leben angesehen werden. Damit sollen größere Menschenansammlungen unterbunden und die Anzahl der Personen, die miteinander in Kontakt kommen, reduziert werden.

„Denken Sie nicht nur an sich selbst, sondern an die Gesellschaft als Ganzes“, mahnte Regierungschef Krisjanis Karins. Estland und Lettland hatten zuvor das öffentliche Leben bereits deutlich eingeschränkt. Die beiden baltischen EU-Länder haben den Notstand ausgerufen und ihre Grenzen abgeriegelt.

Angesichts einer steigenden Zahl von COVID-19-Erkrankungen hat Litauens Regierung die landesweite Quarantäne bis Ostern verlängert. Auf Beschluss des Kabinetts in Vilnius gilt die zunächst bis 30. März vorgesehene Maßnahme nun bis zum 13. April. Dies teilte die Staatskanzlei heute mit. Damit bleiben die Grenzen des baltischen EU-Landes dicht und sämtliche Geschäfte mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelmärkten ge­schlossen. Auch öffentliche Veranstaltungen sind weiter untersagt, der Schulbetrieb von Schulen auf Fernunterricht umgestellt.

Im Kampf gegen das Coronavirus wurden zudem weitere Einschränkungen der Bewe­gungsfreiheit beschlossen. Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind nicht mehr erlaubt und alle Menschen sind angehalten, in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasen­bedeckung tragen. Litauen verzeichnete bislang 255 bestätigte Infektionen mit dem neu­artigen Coronavirus und vier Todesfälle.

Einschränkungen für Berufspendler nach Polen

Polen will künftig auch Berufspendler nach einer Rückkehr ins Land in eine 14-tägige Quarantäne schicken. Die seit Einführung der Grenzkontrollen gültige Ausnahme für diese Gruppe werde aufgehoben, heißt es in einer Verordnung des Gesundheitsminis­te­riums in Warschau. Ab übermorgen (Freitag) könnten Personen, die im Rahmen ihrer be­ruflichen Tätigkeit die Grenze überqueren müssten, sich eine Bescheinigung der örtlichen polnischen Gesund­heitsämter über die entsprechenden Quarantäneregelungen aus­stellen lassen.

Polen hatte am 13. März seine Grenzen für Ausländer geschlossen und Grenzkontrollen eingeführt. Heute hat die Regierung in Warschau weitere Einschränkungen der Bewe­gungsfreiheit und ein Kontaktverbot verkündet. Ansammlungen von mehr als zwei Per­sonen sind nicht mehr erlaubt. Nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums gibt es in Polen derzeit 957 nachgewiesene Coronavirus-Erkrankungen und 13 Todesopfer.

Ausgangssperre in Frankreich könnte verlängert werden

Angesichts steigender Infektions- und Todesfälle durch das Coronavirus hatte auch Frank­reich vorgestern seine Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie verschärft. Die vor einer Woche verhängte Ausgangssperre wurde ausgeweitet, körperliche Betätigung im Freien ist nur noch unter strengen Auflagen gestattet.

Die Franzosen müssen sich darauf einstellten, dass die zunächst bis Ende März geltende Ausgangssperre verlängert wird. Ein von der Regierung einberufenes wissenschaftliches Beratergremium sprach sich gestern dafür aus, die Beschränkungen für mindestens vier weitere Wochen aufrecht zu erhalten. Auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen sei womöglich erforderlich.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Olivier Véran sagte nach den Beratungen mit dem Expertengremium im Elysée-Palast, bei den Angaben der Wissenschaftler handele es sich um "Schätzungen". Es gebe auch andere Stimmen. Die Ausgangssperre werde so lange dauern wie nötig.

In Frankreich sind inzwischen mehr als 1.000 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Innerhalb von 24 Stunden seien 240 weitere Todesopfer verzeich­net worden, teilte der Generaldirektor im französischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium, Jérôme Salomon, mit.

Insgesamt seien somit 1.100 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrank­heit COVID-19 gestorben. 2.516 Patienten liegen laut Salomon auf Intensivstationen – 434 mehr Menschen als am Vortag. Insgesamt seien mehr als 10.100 Patienten wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt worden.

Saudi-Arabien verschärft Ausgangssperren

Saudi-Arabien riegelt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus die Hauptstadt Riad sowie die muslimischen Wallfahrtsorte Mekka und Medina ab. Das Königreich ver­schärft außerdem die Ausgangssperre in den drei Städten, wie die amtliche Nachrichten­agentur SPA berichtete.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium hatte zuvor den zweiten Corona-Todesfall in Saudi-Arabien gemeldet. Die Zahl der Infizierten erhöhte sich demnach auf 900. Laut den heute be­schlossenen Regelungen ist es künftig verboten, nach Riad, Mekka und Medina zu reisen oder die drei Städte zu verlassen. Auch der Reiseverkehr zwischen den Provinzen des Landes wird untersagt.

Saudi-Arabien hatte vorgestern landesweit eine elfstündige Sperrstunde einführt, die ab 19 Uhr greift. In Riad, Mekka und Medina gilt die Ausgangssperre künftig bereits ab 15 Uhr. Die verschärften Regelungen sollen laut SPA morgen in Kraft treten. Verstöße gegen die Vorschriften sollen mit Geld- oder Gefängnisstrafen geahndet werden.

Briten suchen 250.000 Freiwillige

In Großbritannien haben sich etwa 250.000 Briten an einem einzigen Tag als freiwillige Helfer des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Kampf gegen die Corona-Pandemie gemeldet. Sie sollen Essen und Medikamente ausliefern, Patienten zu Terminen fahren und mit Menschen in Isolation telefonieren. Der medizinische Direktor des NHS England, Stephen Powis, lobte heute die Selbstlosigkeit der Helfer.

Die Regierung hatte erst gestern einen entsprechenden Aufruf gestartet. Der NHS suche eine Viertelmillion gesunde Freiwillige über 18 Jahre, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock. Außerdem erklärten sich etwa 12.000 frühere NHS-Mitarbeiter, darunter Ärzte, Krankenschwestern und Pharmazeuten bereit, ihren Beruf vorübergehend wieder aufzunehmen. Der NHS ist chronisch unterfinanziert und überlastet. Er war daher neben dem Brexit das zentrale Thema im Wahlkampf im vergangenen Jahr.

Die Zahl der Toten durch die von COVID-19 in Großbritannien stieg unterdessen um 87 auf 422. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 8.000. Die tatsächliche Zahl dürfte aber erheblich höher sein. In Großbritannien wurden bislang nur rund 82.000 Menschen getestet, weit weniger als beispielsweise in Deutschland. Hancock beteuerte jedoch, die Regierung sei im Begriff, Millionen von Test-Sets zu kaufen.

Premierminister Boris Johnson hatte am vorgestern Abend nach langem Zögern weitrei­chende Ausgangsbeschränkungen verkündet. Er wies seine Landsleute an, das Haus nur noch so wenig wie möglich zu verlassen.

Alle Läden, die nicht zur Grundversorgung dienen, wurden mit sofortiger Wirkung ge­schlossen. Sportliche Aktivitäten sind nur noch einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Ansonsten dürfe das Haus nur noch für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente und für den Weg zur Arbeit verlassen werden, sagte Johnson.

Positives aus den Niederlanden

Die Niederlande verzeichnen erste positive Ergebnisse. Die Verbreitung des Virus scheine gebremst, sagte der Leiter des staatlichen Zentrums für Infektionsbe­käm­pfung, Professor Jaap van Dissel, vor einem Ausschuss des Parlaments in Den Haag. „Das ist vorläufig ein positiver Trend.“

Die strengen Beschränkungen des öffentlichen Lebens hätten dazu geführt, dass ein Corona-Patient im Schnitt nur noch etwa eine andere Person anstecke und nicht wie bisher mehr als zwei, sagte van Dissel. Ein Ende der Krise sei aber nicht in Sicht, warnte er. Die Epidemie werde sicher noch „einige Monate“ andauern.

Die Niederlande haben das öffentliche Leben weitgehend still gelegt. Bürger sollen zu Hause bleiben und müssen in der Öffentlichkeit eineinhalb Meter Abstand wahren. Van Dissel warnte, dass eine Lockerung der Regeln erneut zu einem starken Anstieg der Infektionen führen werde.

Bisher gibt es in dem EU-Partnerland 5.560 registrierte Corona-Patienten. Mindestens 276 Menschen starben. Am stärksten betroffen ist die südöstliche Provinz Nord-Brabant nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen.

Kongo ruft Notstand aus

In Demokratischen Republik Kongo ist wegen der Coronavirus-Pandemie der Notstand ausgerufen worden. Die Hauptstadt Kinshasa ließ Präsident Félix Tshisekedi abriegeln, wie er gestern in einer Fernsehansprache sagte. Reisen aus Kinshasa in die Provinzen des Landes sowie in umgekehrter Richtung sind untersagt. Die Grenzen des zentralafrikanischen Staates werden laut Tshisekedi weitgehend geschlossen. Nur noch Frachttransporte über Land, per Schiff und Flugzeug sind über die Landesgrenzen erlaubt.

In der Demokratischen Republik Kongo zählten die Behörden bis Dienstag 45 Infektions- sowie drei Todesfälle durch die Pandemie. Alle diese Fälle traten in Kinshasa auf. In mehreren anderen afrikanischen Staaten waren bereits zuvor Reisebeschränkungen verhängt worden, darunter im Senegal, in der Elfenbeinküste und in Südafrika.

Insgesamt wurde Afrika aber - zumindest nach den vorliegenden offiziellen Zahlen - von der Pandemie bislang nicht so hart getroffen wie andere Kontinente. Wegen der in vielen afrikanischen Ländern nur sehr schwach entwickelten Gesundheitssysteme gibt es allerdings Sorgen, dass es eine hohe Dunkelziffer an Fällen geben könnte und der Kontinent schlecht gegen die Pandemie gewappnet ist.

Streit im Iran

Im Iran gibt es Unstimmigkeiten in Bezug auf dringend benötigte Hilfe aus dem Ausland zur Bewältigung der Corona-Krise. „Wir nehmen jede Hilfe aus dem Ausland an“, sagte Präsident Hassan Ruhani heute nach Angaben seiner Webseite.

Aber zumindest bei einem Team der Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières – Ärzte ohne Grenzen (MSF) – ist dies nicht der Fall. Das Team sitzt seit dem vergangenen Sonntag im zentraliranischen Isfahan fest, obwohl die MSF-Mission sowohl vom Außen- als auch Innenministerium und der iranischen Botschaft in Paris bestätigt und bewilligt worden sein soll.

Dabei gehört der Iran mit mehr als 2.000 Toten zu den am meisten betroffenen Staaten weltweit. Nach jüngsten Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums von heute erhöhte sich die Zahl der Infizierten in der Islamischen Republik auf mehr als 27.000.

Thailand schließt wegen Coronavirus seine Grenzen

Wegen der Coronavirus-Pandemie schließt Thailand seine Grenzen. Es würden sowohl alle Übergänge an den Landesgrenzen als auch der Flug- und Schiffsverkehr ins König­reich gestoppt, hieß es heute in einer offiziellen Mitteilung. Nur noch thailändische Staatsbürger sowie Diplomaten dürften ins Land einreisen – allerdings nur mit einem aktuellen Gesundheitszeugnis.

Die Behörden hatten die Entscheidung lange hinausgezögert; sie bedeutet einen herben Schlag für den Tourismus-Sektor, der eine der Haupteinnahmequellen des Landes ist. Zehntausende Touristen sitzen derzeit in dem südostasiatischen Urlauberland fest.

Angesichts unzähliger Flugstreichungen und der weltweit geltenden Reiseverbote wissen viele nicht, wie sie nach Hause kommen sollen. Im Internet waren Aufnahmen von tau­sen­den Ausländern zu sehen, die vor Büros der thailändischen Einwanderungsbehörde anstanden, um zumindest ihre auslaufenden Visa zu verlängern.

In Thailand wurden bisher offiziellen Angaben zufolge 934 Infektionsfälle registriert, vier Menschen starben an der Lungenkrankheit COVID-19. Allerdings ist die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher. © afp/dpa/kna/aerzteblatt.de

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