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Medizin

RKI: Aufenthalt in COVID-19-Risiko­gebiet nicht mehr Kriterium für Test auf SARS-CoV-2

Mittwoch, 25. März 2020

Berlin − Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), äußert sich bei einer Pressekonferenz im fast leeren Hörsaal des Robert Koch-Instituts zum Stand der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. /picture alliance, Carsten Koall

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Kriterien angepasst, nach denen Ärzte entscheiden sollen, welche Patienten auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 getestet werden sollen.

„Die entscheidende Änderung ist“, so RKI-Präsident Lothar Wieler heute in Berlin, „dass der Aufenthalt in einem Gebiet mit COVID-19-Erkrankungen als Kriterium wegfällt.“
Prinzipiell gelte weiterhin, so Wieler, „dass nur Patienten getestet werden sollen, die akute respiratorische Symptome zeigen“. Zusätzlich müsse eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

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  • Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus
  • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe
  • Bei schwerer Erkrankung gibt es keine Differenzialdiagnose

Die Entscheidung, den Aufenthalt in einem Risikogebiet aus den Kriterien für eine Testung herauszunehmen, gründet auf der fortschreitenden Ausbreitung des Erregers: „Irgendwann ergibt es dann keinen Sinn mehr, nach einzelnen Gebieten zu unterschei­den“, so Wieler.

Das aktualisierte Flussschema zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen steht auf der Webseite des RKI zur Verfügung. „Die Änderungen sollen dabei helfen, die Ressourcen für Tests gezielter einzusetzen, indem Ärzte besser priorisieren können“, sagte Wieler.
Für den „sinnlosen Einsatz von Tests“ würden die Laborkapazitäten nicht ausreichen. Tests auf SARS-CoV-2 müssten „gezielt und strategisch sinnvoll“ eingesetzt werden.

Bei Patienten, die milde erkrankt seien, könne es vorkommen, dass sie mangels ausrei­chen­der Kapazitäten momentan nicht getestet werden könnten. Sie sollten „einfach zuhause bleiben und Kontakt zu anderen meiden“, mahnte Wieler.

Um die Testkapazitäten zu erhöhen, seien auch Schnelltests nötig, sagte Wieler. Deren Qualität sei derzeit allerdings noch nicht ausreichend „und das Schlimmste, was wir tun könnten, wäre, Tests anzuwenden, die uns falsche Daten liefern“.

Aber letztlich „brauchen wir diese Tests“, so Wieler, einmal zum Nachweis des Virus, um die Testkapazitäten hochzufahren, aber auf Dauer auch für den Nachweis von Antikörpern. Dies erlaube zum einen zu sehen, ob Menschen schon immun seien, und zum anderen, die Dunkelziffer zu berechnen. Die Untersuchung repräsentativer Stichproben unter anderem zu diesem Zweck sei bereits geplant und solle demnächst starten, ergänzte er.

CT-Befund erlaubt schnelle COVID-19-Diagnose

Um schneller eine Diagnose zu bekommen, gehen die Berliner Vivantes-Kliniken einen anderen Weg: Bei Patienten mit starkem Verdacht auf COVID-19 wird dort eine Computer­tomographie (CT) durchgeführt.

In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung beschreibt ein interdisziplinäres Team des Vivantes Klinikum Neukölln, wie ein typischer COVID-19-CT-Befund der Lunge aussieht.

„Um den Schweregrad und die Prognose einer Coronavirus-Erkrankung abzuschätzen, ist ein CT der Lunge wichtig“, so der Radiologe Thomas Albrecht und der Pneumologe Sven Gläser. „Der große Vorteil der CT ist, dass ihr Ergebnis sofort verfügbar ist.“

Anhand des CT-Befunds ist es demnach möglich, insbesondere Patienten mit schweren und mittelschweren Symptomen zu behandeln und wenn nötig zu beatmen, wenn noch keine Labortestergebnisse eine SARS-CoV-2-Infektion vorliegen. © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #541892
Schneeule
am Mittwoch, 25. März 2020, 21:15

... und dann noch für jeden Patienten einen Mundschutz

... wo es noch 50 x Mundschutz in der Praxis gibt und nicht einmal Nachschub für das Personal geordert werden kann.
Avatar #541892
Schneeule
am Mittwoch, 25. März 2020, 21:07

also immer Test!

Die Pfade führen bei allen Patienten über 50 (= Risikogruppe) zum Test! Unterschiede gab es dann nur bei der Meldung....
LNS

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