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Die meisten systemrelevanten Berufe sind unterbezahlt

Mittwoch, 25. März 2020

/Stockfotos-MG, stock.adobe.com

Berlin – Die große Mehrheit der systemrelevanten Berufe hat außerhalb von Krisenzeiten ein geringes gesellschaftliches Ansehen. Zudem wird die Arbeit in diesen Berufen unter­durchschnittlich bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirt­schafts­forschung (DIW), Berlin, in einer aktuellen Analyse.

Zu den systemrelevanten Gesellschaftsbereichen zählen beispielsweise das Gesundheits­wesen, die innere Sicherheit, die Grund- und Lebensmittelversorgung, Kindernotbetreu­ung oder der Erhalt der Verkehrs- und IT-Infrastruktur.

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Während der durchschnittliche Bruttostundenlohn aller Berufe laut dem DIW bei 19 Euro liegt, weisen systemrelevante Berufe zusammengenommen einen mittleren Stundenlohn von unter 18 Euro auf und liegen damit rund sieben Prozent unterhalb des Durch­schnitts.

Zudem sind die Löhne insbesondere in jenen Berufen unterdurchschnittlich, in denen ein hoher Anteil der systemrelevanten Arbeitnehmerinnen tätig ist, beispielsweise Reini­gungs­berufe, Lagerwirtschafts-, Post- und Zustellungs-, Güterumschlagberufe sowie Er­ziehungs-, Sozialarbeits- und Heilerziehungsberufe.

Jene Berufsgruppen, die systemrelevant sind und überdurchschnittlich gut verdienen, bilden nur einen kleinen Teil der Arbeitnehmer. Human- und Zahnme­di­zi­ner sowie Per­sonen in IT-Berufen, die deutlich überdurchschnittlich verdienen, machen laut DIW nur jeweils ein Prozent der Arbeitnehmer in den systemrelevanten Berufen aus.

„Insgesamt lässt sich feststellen, dass über 90 Prozent der Beschäftigten in Berufen, die aktuell der kritischen Infrastruktur zugeordnet werden, nur einen unterdurchschnitt­lichen Lohn bekommen“, so das Fazit der Wirtschaftswissenschaftler.

Die Betrachtung des Frauenanteils in den einzelnen Berufsgruppen zeige zudem deutlich, dass jene größtenteils unterdurchschnittlich bezahlten und weniger angesehenen Aufga­ben überwiegend von Frauen übernommen werden. Der Frauenanteil in den systemrele­van­ten Berufsgruppen insgesamt liege bei knapp 75 Prozent.

„Die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Unverzichtbarkeit und tatsächlicher Entloh­nung – gemessen am Stundenlohn und beruflichem Prestige – ist in Krisenzeiten beson­ders offensichtlich. Deshalb sollten auf kollektive Dankbarkeit konkrete Maßnahmen fol­gen, beispielsweise eine höhere Entlohnung sowie breitere tarifvertragliche Absiche­rung“, empfehlen die DIW-Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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