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Mediziner nennen Kriterien zu Entscheidungen über Leben und Tod

Mittwoch, 25. März 2020

/picture alliance, imageBROKER

Frankfurt am Main − Die deutschen Ärzte stellen sich darauf ein, Entscheidungen über Leben und Tod treffen zu müssen, wenn in der Corona-Pandemie die Intensivkapazitäten nicht mehr ausreichen. Sieben medizinische Fachgesellschaften verabschiedeten heute einen Katalog mit Handlungsempfehlungen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) von morgen berichtet.

In dem Papier heißt es, es sei ­­­­­­­­­„wahrscheinlich, dass auch in Deutschland in kurzer Zeit und trotz bereits erfolgter Kapazitätserhöhungen nicht mehr ausreichend intensivmedi­zi­nische Ressourcen für alle Patienten zur Verfügung stehen, die ihrer bedürfen.“ Dadurch entstünden „Konflikte bei Entscheidungen über intensivmedizinische Behandlungen“, bei deren Lösung die neue Handreichung helfen solle.

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Die Empfehlungen legen laut Zeitung fest, dass die medizinische Diagnose und der Pa­tien­tenwille für die Weiterbehandlung entscheidend sind. Eine Intensivtherapie sei dann nicht angezeigt, wenn der Sterbeprozess unaufhaltsam begonnen habe, wenn die Thera­pie aussichtlos sei oder wenn das Überleben nur bei dauerhaftem Aufenthalt auf der In­tensivstation gesichert werden könne.

„Wenn nicht mehr alle kritisch erkrankten Patienten auf die Intensivstation aufgenommen werden können, muss analog der Triage in der Katastrophenmedizin über die Verteilung der begrenzt verfügbaren Ressourcen entschieden werden“, heißt es. Es sei „unausweich­lich“, eine Auswahl zu treffen, welche Personen akut- oder intensiv­medizinisch behandelt werden „und welche nicht (oder nicht mehr).“

Dies stelle auch „enorme emotionale und moralische Herausforderungen für das Behand­lungsteam dar.“ Klare Handlungsempfehlungen könnten aber die Teams entlasten und zu­gleich das Vertrauen der Bevölkerung in das Krisenmanagement der Kranken­häuser stär­ken.

Vergangene Woche hatte die Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, Christiane Woopen, eindeutige Regeln für solche ethischen Konflikte gefordert. Sollte es einen Mangel an intensivmedizinischen Geräten geben, müssten die Ärzte vor Ort zuerst entscheiden, wer überhaupt gerettet werden könne, erläuterte die Medizinethikerin im Spiegel.

Aus dieser Gruppe würden diejenigen ausgewählt, die ein Beatmungsgerät besonders dringend bräuchten. „Wenn allerdings zwei Kranke dringend beatmet werden müssen, es aber nur ein Gerät gibt, sollte es derjenige bekommen, der die bessere Aussicht hat zu überleben − eine schwere Entscheidung.“

Derzeit erarbeitet der Deutsche Ethikrat ebenfalls Regelungen für ethische Herausforde­rungen im Zusammenhang mit der Coronakrise. © kna/aerzteblatt.de

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