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Neuer Trainingsansatz zur Sturzprävention bei Senioren

Dienstag, 31. März 2020

/zinkevych, stock.adobe.com

Köln – Ein neues Trainingsprogramm des Instituts für Bewegungs- und Sportgeronto­logie (IBuSG) der Deutschen Sporthochschule Köln soll das Sturzrisiko für ältere Menschen re­du­zieren.

„Die bisherige Forschung konnte zeigen, dass systematische Trainingsprogramme das Sturz­risiko positiv beeinflussen und die Sturzrate um bis zu 23 Prozent reduzieren könn­en“, berichtet Eleftheria Giannouli im Newsletter Forschung Aktuell der Sporthochschule.

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Die Senioren üben bei dem neuen Programm verschiedene komplexe Schrittvariationen auf einer quadratischen Matte und trainieren damit ihre Schrittreaktionsfähigkeit. Einzel- und Gruppentrainings sind sowohl in der Sporthalle, aber auch als „Exergames“ möglich. Bei dieser Form des Trainings arbeiten die Teilnehmer mit einem Computer und führen die Übungen meist in spielerischer Form durch.

„Die bisherigen Trainingsprogramme zur Sturzprävention bei Älteren sind gut und effek­tiv. Allerdings ist es häufig nicht möglich, langfristig die Komplexität der Aufgaben zu er­höhen, sodass die Trainierenden sich immer weiter verbessen können“, erläuterte Wiebren Zijlstra, Leiter des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie. Bei dem neuen Pro­gramm „StepIt“ üben die Teilnehmer daher auf einer quadratischen Gummimatte mit Zah­lengitter.

Die Ziffern eins bis neun sind in neun 30 mal 30 Zentimeter große Felder eingezeichnet. „Das Schrittmuster wird durch die Trainerin beziehungsweise den Trainer präsentiert. Die Trainierenden sollen sich das Schrittmuster merken, verinnerlichen und dann in einem vor­gegebenen Takt ausführen.

Der Schwierigkeitsgrad kann systematisch gesteuert werden, zum Beispiel durch komple­xere Muster, längere Abfolgen, schnellere Geschwindigkeit oder Zusatzaufgaben“, so Zijl­stra. Ein Metronom gibt die Geschwindigkeit vor, in der die Trainierenden die Schritte aus­führen sollen. Die Ausführungsgeschwindigkeit ist von 64 bis 104 Schläge pro Minute steuerbar. Der Einsatz von Musik oder eine Kombination aus Musik und Metronom seien ebenfalls möglich.

Traditionelle Trainingsprogramme legen den Schwerpunkt laut den Forschern häufig auf Gleichgewichtsaufgaben im Stand. „Diese Übungen sind oft zu unspezifisch, weil sie nicht der Lebenswirklichkeit bei realen Stolper- und Sturzsituationen entsprechen“, erklärt Gian­nouli. Denn wer unerwartet stolpere, müsse schnell einen gezielten Ausgleichsschritt machen, um sich abfangen zu können. Dies sei mit dem neuen Programm besser trainier­bar.

Die Anwendung von „StepIt“ wird aktuell in verschiedenen Studien mit unterschied­lichen Zielgruppen an der Deutschen Sporthochschule Köln weiter untersucht. © hil/aerzteblatt.de

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