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Corona-Pandemie: Italien meldet fast 1.000 Tote an einem Tag

Freitag, 27. März 2020

/picture alliance, Photoshot

Rom – Italien hat an einem Tag fast 1.000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet und damit so viele wie an keinem Tag zuvor. Die Zahl stieg um 969 auf 9.134, wie der Zivilschutz heute in Rom mitteilte.

Die Gesamtzahl der Infizierten stieg um fast 6.000 auf 86.498. Damit liegt Italien welt­weit etwa gleichauf mit den USA. Die Kurve der Neuinfektionen flachte sich aber nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts etwas ab – sie hat allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht.

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Die Anzahl der Toten ist auch deshalb noch höher ausgefallen, weil darin 50 am Vortag nicht berechnete Fälle aus der Region Piemont enthalten sind. „Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt (der Kurve). Aber es gibt positive Anzeichen“, sagte der Präsident des nationa­len Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro, in Rom. Er warnte eindringlich davor, dass man nun über eine Lockerung der Ausgangssperren nachdenke. Diese müssten strikt eingehalten werden.

80 Prozent der Toten seien über 70 Jahre alt gewesen, so Brusaferro. 50 Prozent der Verstorbenen hätten zudem mindestens drei oder mehr Vorerkrankungen gehabt. Bei den Toten war nicht abschließend geklärt, ob sie mit oder an COVID-19 gestorben sind. Seit dem 10. März dürfen die Menschen im ganzen Land nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus gehen.

USA nun mit den meisten Infizierten

Die USA liegen mit Italien bei der Zahl der Coronavirus-Infizierten mittlerweile gleichauf. In den Vereinigten Staaten wurden ebenfalls fast 93.000 Ansteckungen festgestellt, wie die Johns-Hopkins-Universität heute auflistete. Damit haben sich die Infektionsfälle seit Montag mehr als verdoppelt. Das ist der schnellste Anstieg weltweit.

Besonders dramatisch ist die Lage im Bundesstaat New York. Angesichts zehntausender Infizierter gebe es einfach nicht genug Krankenhausbetten, erklärte Gouverneur Andrew Cuomo. Außerdem entwickelt sich das für sein Nachtleben berühmte New Orleans im Südstaat Louisiana zu einem weiteren Corona-Epizentrum.

Frankreich erwartet für das Wochenende die bisher größte Krankheitswelle. Premiermini­ster Edouard Philippe warnte für das Wochenende vor einer „extrem großen Welle“ an Corona-Patienten, die „über Frankreich hinwegspült“. Neben den überlasteten Kranken­häusern im Elsass riefen auch die Pariser Kliniken um Hilfe.

Weltweit starben bereits fast 26.000 der knapp 570.000 nachgewiesenermaßen infizier­ten Menschen. Besorgniserregend ist die Lage unter anderem in Spanien, wo mittlerweile mehr als 4.800 Infizierte starben. Bei den weltweit offiziell gemeldeten Infektions- und Todesfällen handelt es sich nach Einschätzung von Experten nur um einen Bruchteil der tatsächlichen Corona-Fälle weltweit.

In vielen Ländern mangelt es an Testkapazitäten, vielerorts werden zudem nur Patienten mit schweren Symptomen auf das Coronavirus getestet. In Deutschland wird relativ viel getestet und die Tests sollen noch ausgeweitet werden. Bis heute wurden laut Robert-Koch-Institut 42.288 Infektionen nachgewiesen – ein Anstieg im Vergleich zu gestern um 5.780 Fälle. Die Johns-Hopkins-Universität zählte am Abend fast 50.000 Infizierte in Deutschland. © dpa/afp/kna/aerzteblatt.de

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