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Ausland

Indigene in Kolumbien von Coronainfektion betroffen

Freitag, 27. März 2020

/AHMAD FAIZAL YAHYA, stock.adobe.com

Bogota – In Kolumbien sind Angehörige des indigenen Volks der Yukpa von einer Corona­virus-Infektion betroffen. Wie die Tageszeitung El Tiempo auf ihrer Internetseite berich­tete, ist ein Mitglied einer insgesamt 250 Menschen umfassenden Gruppe infiziert. Die lokalen Behörden in der Grenzstadt Cucuta hätten die Mitglieder des Nomaden­volkes daraufhin in einem Stadtviertel isoliert.

„Die Gemeinschaft ist eingesperrt und befindet sich in einem schlechten gesundheitli­chen Zustand“, kritisierte Marta Peralta, Präsidentin der Indigenen-Partei MAIS die Maß­nahmen. Der Nationale Indigenenverband ONIC forderte die Regierung von Präsident Ivan Duque auf, die Versorgung der Gruppe sicherzustellen.

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Notwendig seien jetzt Dinge wie Lebensmittel, Schutzausrüstung und sauberes Trink­wasser, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Außerdem gelte es, die Betroffenen über Vorsichts­maßnahmen aufzuklären. Die Yukpa leben auf beiden Seiten der Sierra de Perija, also sowohl in Kolumbien wie auch in Venezuela. Laut Schätzungen umfasst das Volk der Yukpa rund 15.000 Menschen.

Nach Angaben von Menschenrechtlern ziehen sich mehrere indigene Völker Brasiliens wegen der Corona-Pandemie in die freiwillige Isolation zurück. „Da sie von staatlicher Seite keinen Schutz vor der kommenden Infektionswelle zu erwarten haben, helfen sie sich selbst“, erklärte die Referentin für indigene Völker bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Yvonne Bangert.

Nach zwei Völkern im Bundestaat Maranhão im Nordosten des Landes hätten nun auch die Ashaninka im Westen Brasiliens diesen Schritt beschlossen. „Sie begeben sich in die Tiefe der Wälder ihres Territoriums, zu dem Außenstehende keinen legalen Zutritt haben“, so Bangert. Gruppen, die sich nicht komplett isolierten, blieben möglichst unter sich.

Über die indigene Dachorganisation APIB laufen nach Angaben der GfbV erste solidari­sche Maßnahmen für die indigenen Gemeinschaften an. „Zurzeit werden Spenden ge­sammelt, um abgelegene indigene Gemeinschaften mit Hygieneartikeln und notwendi­gen Medikamenten zu versorgen“, berichtete Bangert.

Bislang seien in Brasilien etwa 3.000 Corona-Fälle und einige dutzend Tote registriert, so die Menschenrechtsorganisation weiter. Da sich die Seuche ohne drastische Gegenmaß­nahmen aber extrem schnell ausbreitete und bereits jetzt mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen sei, befürchteten Gesundheitsexperten im Land bald schlimmste Zustände. Vor allem weil Brasiliens Präsident Bolsonaro die Pandemie weiterhin verharmlose. © kna/aerzteblatt.de

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