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Medizin

China: Auch Kinder und Neugeborene können an COVID-19 erkranken

Freitag, 27. März 2020

/MemoryMan, stock.adobe.com

Wenzhou und Shanghai − Anders als anfangs angenommen, können sich auch Kinder mit SARS-CoV-2 infizieren. COVID-19 verläuft bei ihnen laut einer Studie in Lancet Infectious Diseases (2020; doi: 10.1016/S1473-3099(20)30198-5) jedoch milde. In JAMA Pediatrics 2020; doi: 10.1001/jamapediatrics.2020.0878) berichten Neonatologen über die erste Infektionen bei Neugeborenen.

In den ersten Statistiken aus China lag der Anteil von Kindern an den bestätigten COVID-19-Fällen bei unter 1 %. Dies überraschte, da Kinder in der Regel empfänglicher sind für Atemwegsinfektionen und häufiger mit hohem Fieber reagieren. Kinder sind allerdings noch ohne die chronischen Erkrankungen wie Hypertonie, Diabetes oder kardiale Erkrankungen, die bei Erwachsenen einen schweren Verlauf der Erkrankung anzeigen. Infektionen mit SARS-CoV-2 können deshalb leicht übersehen werden.

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Mediziner aus Ningbo and Wenzhou in der Küstenprovinz Zhejiang (südlich des Jangtsekiang-Deltas) waren offenbar aufmerksamer als ihre Kollegen in anderen Regionen.

Unter den dort an 3 Kliniken betreuten Patienten waren 36 (5 %) im Alter von 1 bis 16 Jahren. 1/3 der Kinder litt unter Fieber (38,5°C oder höher). Jedes 5. Kind klagte über einen trockenen Husten.

Die sonst bei Kindern häufigen Zeichen einer Atemwegs­infektion wie Halsschmerzen oder eine Rötung des Rachens fehlten dagegen in der Regel, wie Haiyan Qiu von der 6. Volksklinik von Wenzhou und Mitarbeiter berichten. Etwa 1/4 der Kinder war komplett asymptomatisch. Die Erkrankung war bei ihnen anlässlich einer Kontaktuntersuchung festgestellt worden.

Bei etwa der Hälfte der Kinder wurden im CT die typischen Zeichen einer Pneumonie mit multiplen oder fleckigen Verschattungen oder Milchglasinfiltrate gefunden.

Nach den Angaben von Qiu wurden alle Kinder aggressiv behandelt. Alle erhielten aerosolisiertes Interferon alfa, 6 Kinder wurden zusätzlich mit Lopinavir-Ritonavir-Sirup behandelt. 6 Kinder erhielten Sauerstoff, obwohl nur eines über Luftnot geklagt hatte. Eine mechanische Beatmung war bei keinem Kind erforderlich. Alle erholten sich von COVID-19 und konnten nach im Mittel 14 Tagen aus der Klinik entlassen werden.

Der milde Verlauf bei den Kindern stimmt mit den Erfahrungen der 1. SARS-Pandemie 2002/3 überein. Auch damals waren bei Kindern schwere Verläufe selten und keine Todesfälle zu beklagen.

Aus China werden derweil Infektionen bei Neugeborenen gemeldet. An der Kinderklinik in Wuhan fiel der Test bei 3 Neugeborenen positiv aus. Sie stammten aus einer Gruppe von 33 Müttern, die während der Schwangerschaft an COVID-19 erkrankt waren. Die übrigen 30 Kinder wurden nach der Geburt negativ auf SARS-CoV-2 getestet.

2 der 3 infizierten Kinder erkrankten nur leicht mit Lethargie und Fieber, obwohl bei beiden radiologisch eine Pneumonie festgestellt wurde. Diese blieb jedoch folgenlos. Wie Wenhao Zhou von der Fudan Universität in Shanghai berichtet, fiel bei beiden Säuglingen der Test auf Virusgene nach 6 Tagen wieder negativ aus.

Das 3. infizierte Neugeborene erkrankte dagegen an einem akuten Atemnotsyndrom (ARDS). Das Kind war wegen eines fetalen Distress bereits in der 31. Woche per Kaiserschnitt geholt worden. Die Prognose war mit Apgar-Werten von 3, 4 und 5 nach 1, 5 und 10 Minuten zunächst ungünstig. Das Neugeborene erholte sich jedoch innerhalb von 14 Tagen von einer Pneumonie und einer vermuteten Sepsis. Der Virustest war bereits an Tag 7 negativ.

Ob die Kinder sich bereits vor der Geburt infiziert haben, ist unklar. Die ersten Tests waren erst am 2. Tag durchgeführt worden. Alle 3 Kinder wurden per Kaiserschnitt geboren. Die Ärzte schließen eine Infektion durch das Personal aus. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Sonntag, 29. März 2020, 10:49

Gefährlichkeit von Sars-2

Stimmt wohl, Herr Nostradamus - und solche Nachrichten kommen kaum oder gar nicht vor (warum wohl?):

"If one assumes that the number of asymptomatic or minimally symptomatic cases is several times as high as the number of reported cases, the case fatality rate may be considerably less than 1%. This suggests that the overall clinical consequences of Covid-19 may ultimately be more akin to those of a severe seasonal influenza (which has a case fatality rate of approximately 0.1%) or a pandemic influenza (similar to those in 1957 and 1968) rather than a disease similar to SARS or MERS, which have had case fatality rates of 9 to 10% and 36%, respectively.(2)"
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe2002387
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