NewsÄrzteschaftBedenken gegen COVID-19-Testzentren in Hessen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bedenken gegen COVID-19-Testzentren in Hessen

Montag, 30. März 2020

/picture alliance, Patrick Pleul

Frankfurt/Gießen – Bei der Einrichtung von hessenweiten Testzentren für Corona-Ver­dachtsfälle stößt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) wiederholt auf Probleme. Immer wieder seien Umzüge nötig, sagte Sprecher Karl Matthias Roth heute. Kaum eine Einrich­tung sei noch an dem Ort, wo sie ursprünglich eröffnet worden sei. Das habe teils virolo­gische Gründe, teils stoße man auf Bedenken wegen Ansteckungsgefahren.

„Wir haben eine nicht so hohe Kooperationsbereitschaft, wie wir uns gewünscht hätten“, erklärte Roth. Nachdem es zwischenzeitlich 16 Testzentren in Hessen gab, liege die Zahl aktuell bei 15. Die KV habe den Aufbau der Testzentren übernommen, weil „es sonst nie­mand hinbekommt und wir die Strukturen haben, die das ermöglichen“.

Anzeige

Massentests seien in Hessen weiterhin nicht geplant. „Unsere Idee bei der Implementie­rung der Testzentren war, in einem vernünftig erreichbaren Radius von 25 bis 30 Kilome­tern jedem Bürger die Möglichkeit zu geben, ein solches Testzentrum zu erreichen.“ Ge­testet werde dort nur bei einem konkreten Verdacht einer COVID-19-Infektion. Pro Tag werden 1.200 Tests in den hessischen Zentren gemacht.

Ein Ausbau der Kapazitäten ist momentan nicht geplant – unter anderem weil es anderer Stelle hakt. „Das ist auch eine Frage der Kapazitäten von Laboren und Lieferanten von Testkits“, erklärte Roth. Zudem habe man in den Testzentren „eher eine stabile bis leicht zurückgehende Nachfrage“. Es gebe zwar Einrichtungen wie Frankfurt, in denen man an der Kapazitätsgrenze arbeite. An anderen Standorten sei es dagegen ruhig.

Im Landkreis Gießen ging heute die Suche nach einem neuen Testzentrum zunächst weiter. Am vergangenen Freitag war dort ein Streit öffentlich eskaliert. Die KV warf der Kleinstadt Staufenberg vor, eine Einrichtung zu verhindern. Der dortige Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) wies die Vorwürfe zurück und warf der KV vor, aus Kostengründen die Einrichtung eines Sicherheitsdienstes abzulehnen, der die zu testenden Personen von den Kunden eines nahen Einkaufsmarktes trennen müsse. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juni 2020
Berlin – In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden
SARS-CoV-2: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder
3. Juni 2020
Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat eine weitere klinische Prüfung mit COVID-19-Rekonvaleszentenplasma genehmigt. Die erste Genehmigung für eine derartige Studie hatte das Institut Anfang
COVID-19: Zweite Studie zur Therapie mit Rekonvaleszentenplasma in Deutschland kann starten
3. Juni 2020
Düsseldorf – Mit 30 Millionen neuen Masken und zehn Millionen neuen Schutzkitteln sieht sich das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) für die weitere Entwicklung der Coronapandemie gut vorbereitet. „Wir
Nordrhein-Westfalen schafft Millionen Schutzmasken und Kittel an
3. Juni 2020
Dresden – Besuche in sächsischen Pflegeheimen sollen von diesem Samstag (6. Juni) an unter Auflagen wieder möglich sein. Das hat das Kabinett heute beschlossen. Zudem sind dann Feiern bis zu 50
Sachsen öffnet Pflegeheime für Besuch
3. Juni 2020
Erfurt – Auf dem Weg zu mehr Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen löst Thüringen wie angekündigt seinen zentralen Krisenstab unter Leitung des Innenministeriums auf. Die Koordinierung der Maßnahmen
Thüringens Ge­sund­heits­mi­nis­terium übernimmt Krisensteuerung
3. Juni 2020
Berlin – Die vier Justizminister der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich
Grüne Justizminister beharren auf Gesetz für Corona-Warn-App
3. Juni 2020
Berlin – In Berlin gibt es wieder mehr neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Gestern wurden 6.873 bestätigte Fälle registriert, das sind 35 mehr als am Vortag und 23 mehr als am Tag davor,
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER