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Ärzteschaft

BÄK-Präsident: Beschränkungen nicht vorzeitig lockern

Montag, 30. März 2020

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundes­ärzte­kammer /dpa

Osnabrück – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt sieht im Kampf gegen das Coronavirus einen Hoffnungsschimmer. „Es ist mit Glück möglich, dass der Sturm nicht ganz so heftig wird. Wir haben deutlich früher reagiert als Italien“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Wir können auch erste Effekte der bisher getroffenen Maßnahmen erkennen.“

Entscheidend werde sein, wie viele Patienten intensiv behandelt und beatmet werden müssten. „Wir haben in Deutschland bislang deutlich weniger schwer erkrankte COVID-19-Patienten als in anderen Ländern. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass das Durchschnittsalter der Infizierten bei uns niedriger ist. Die milden Fälle müssen nicht ins Krankenhaus“, erklärte der Mediziner.

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Zugleich warnte Reinhardt eindringlich davor, schon jetzt erste Maßnahmen zu lockern. „Die Kontaktsperre gilt erst seit einer Woche und zunächst bis zum 19. April. Bis dahin müssen wirklich alle durchhalten, vorher ist eine verlässliche Bewertung überhaupt nicht möglich“, erklärte der Ärztepräsident.

„Eine verfrühte Lockerung von Maßnahmen noch vor Ostern könnte die Neuinfektionen wieder hochschnellen lassen. Das wäre fatal“, mahnte Reinhardt. Schon jetzt die Vorberei­tungen auf den Ernstfall herunterzufahren und in Kliniken wieder planbare Eingriffe vor­zu­nehmen, wäre „völlig verfrüht“.

Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Reinhardt zugleich, es könne Kontaktsperre für Menschen gelockert werden, die eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 schon überwunden haben. Dafür wäre es gut, möglichst viele Bundesbürger auf Antikörper zu testen.

„Alle, die immun sind, weil sie die Infektion schon hinter sich haben, könnten dann wie­der zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, sagte der BÄK-Präsi­dent. Diese Menschen wären die ersten, die ins Normalleben entlassen werden könnten. „Der große Vorteil ist ja: Sie sind weder gefährdet noch gefährden sie andere“, fügte er hinzu. © kna/aerzteblatt.de

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