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Politik

Bundesländer können einzeln über die Durchführung des Staatsexamens (M2) entscheiden

Dienstag, 31. März 2020

/dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat gestern die „Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ unterzeichnet, die voraussichtlich bereits morgen in Kraft treten wird.

Danach wird das zweite Staatsexamen (M2), das Mitte April ansteht, bundesweit grund­sätz­lich um ein Jahr auf April 2021 verschoben. Die Studierenden können so früher ins Praktische Jahr (PJ) starten.

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Die Länder haben jedoch je nach Lage vor Ort die Möglichkeit, hiervon abzuweichen, wenn sie die „ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung unter den Bedingungen der epidemischen Lage sicherstellen“ können. Noch ist unklar, welche Bundesländer dies tun werden.

Durch diese möglichst flexiblen Regelungen soll erreicht werden, dass die Medizinstu­die­renden während der COVID-19-Pandemie das Gesundheitswesen unterstützen und gleich­zeitig ihr Studium erfolgreich fortsetzen können.

„Ich bin den Medizinstudierenden sehr dankbar, dass sie in dieser schwierigen Lage in der medizinischen Versorgung mit anpacken“, sagte Spahn. Die Betroffenen müssten keine Nachteile für ihren Studienfortschritt hinnehmen. Es gebe keine Abstriche bei der Quali­tät der ärztlichen Ausbildung.

Entscheidungsmöglichkeit wird zum Teil positiv gesehen

Die Entscheidungsmöglichkeit für die Länder wird teilweise positiv gesehen: „Dies ist eine sehr weise Entscheidung“, sagte Jana Jünger, Direktorin des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), heute im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. „Die Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheits­ministerium, den Behörden, Ländern und den Fakultäten funktioniert sehr gut.“

Das IMPP empfehle angesichts der COVID-19-Pandemie auch weiterhin eine Verschie­bung der M2-Prüfungen. Das Institut sei aber in der Lage, die Unterlagen für das Examen pünktlich an alle Standorte auszuliefern.

„Wir haben einen massiven Aufwand betrieben, um dies in Zusammenarbeit mit Drucke­rei­en und Speditionen zu gewährleisten“, berichtete Jünger. Zudem werde das IMPP allen Landesprüfungsämter eine aktualisierte Risikoanalyse für die Durchführung des Examens zur Verfügung stellen, um die Länder bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, ob sie die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung unter den Bedingungen der epidemi­schen Lage sicherstellen können.

Die Studierenden, für die das Examen verschoben wird, sollen der „Verordnung zur Ab­wei­chung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von natio­naler Tragweite“ zufolge schon im April das PJ beginnen, das zudem vergütet werden soll.

Ferner soll für die betroffenen Studierenden das PJ von 48 auf 45 Wochen verkürzt wer­den, damit sie danach mehr Zeit haben, sich auf das zweite Staatsexamen im April 2021 vorzubereiten. Bei dieser Prüfung sollen dann auch coronabedingte Erfahrungen und Krankheitsbilder angemessen berücksichtigt werden.

MFT wenig glücklich

Die medizinischen Fakultäten sehen die Entscheidungsmöglichkeit der Länder bezüglich der Prüfungsdurchführung weniger positiv: „Das BMG hat mit seinem gestrigen Beschluss zu den Abweichungen von der Approbationsordnung zwar zügig eine Entscheidung ge­troffen“, sagte Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), dem Deutschen Ärzteblatt.

„Leider hat sich unser Vorschlag für eine bundesweit einheitliche Lösung nicht durchge­setzt. Mit der Entscheidung des BMG liegt der Ball wieder bei den Ländern, was unwei­ger­lich zu einem föderalen Flickenteppich führen wird.“

Die Deutsche Hochschulmedizin appelliert daher an die zuständigen Ministerien der ein­zelnen Bundesländer, schnell zu entscheiden, welcher Weg für das M2 jeweils einge­schla­gen wird. „Die Studierenden und die Medizinischen Fakultäten erwarten hier zurecht unverzügliche Klarheit“, sagte Frosch.

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) erkennt das „par­tielle Entgegenkommen“ des BMG an, betont aber, die Verordnung insgesamt eine erheb­liche Gefährdung der mentalen Gesundheit der Studierenden und einen klaren Einschnitt in die Qualität der medizinischen Ausbildung mit sich bringe. „Wir freuen uns, dass viele Forderungen der bvmd im Wortlaut Einzug in die Verordnung gefunden haben“, erklärte Tim Schwarz, Vizepräsident der bvmd.

Hohe psychische Belastung für die Studierenden

„Jedoch kritisieren wir Beschlüsse, wie die Wiedereinführung des Hammerexamens, sowie die weitreichende Einschränkung der PJ-Mobilität durch eine fehlende bundesein­heitli­che Lösung für das M2.“ Diese stellten schwerwiegende Eingriffe in den Ablauf und die Studienplanung der Studierenden dar und bürdeten diesen eine hohe zusätzliche psychi­sche Last auf, ohne jeglichen Mehrwert bezüglich der Einbindung der Studieren­den in die Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Besonders die derzeitige Situation ist für die bvmd unbefriedigend: „Die Studierenden hängen momentan weiterhin in der Luft und haben keinerlei Sicherheit über ihre mittel­fristigen Zukunftspläne” kritisierte Philip Plättner, Bundeskoordinator für Gesundheits­politik der bvmd und forderte die Länder auf, schnell eine Entscheidung für ihre Studie­ren­den zu treffen.

„Sollte diese zugunsten des Stattfindens des M2 im April ausfallen, appellieren wir an die zuständigen Stellen, den Studierenden im Hinblick auf die erschwerte Lernsituation mit wochenlanger Unsicherheit, geschlossenen Bibliotheken und hoher psychischer Belas­tung einen möglichst einfachen und folgenlosen Prüfungsrücktritt zu gewähren“, so Plättner.

Den möglichen Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen, der durch die Entschei­dungskompetenz der Länder entstehen könnte, sehen die Medizinstudierenden ebenfalls mit Sorge. Er führe dazu, dass PJ-Kohorten in den unterschiedlichen Bundesländern zu verschiedenen Zeitpunkten starteten und erschwere die innerdeutsche Mobilität im Praktischen Jahr, mit der viele Studierende fest gerechnet und ihr PJ dementsprechend schon geplant hätten.

Ausdrücklich begrüßen die Studierenden indes die im Begründungstext der Verordnung formulierte Forderung des BMG an die Krankenhäuser, den PJlern als Würdigung ihrer Tätigkeiten eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. „Nun sind die Kliniken gefordert dem nachzukommen“, konstatiert die bvmd.

Die Studierenden in den Ländern, die das zweite Staatsexamen nicht verschieben, sollen der Verordnung zufolge ihr PJ nämlich so organisieren, wie es regulär vorgesehen ist. Sie müssen auch die vorgesehenen 48 Wochen ableisten.

Die Ausbildungsbereiche für das PJ können die Universitäten flexibel mitbestimmen, wenn dies die Krankenversorgung vor Ort erfordert, heißt es in der Verordnung aus dem BMG. Erleichtert wird ihr zufolge die Durchführung des dritten Staatsexamens (M3), das im Mai startet. Insbesondere soll die Dauer der Prüfung um die Hälfte gekürzt werden, da Prüferinnen und Prüfer auch für andere Aufgaben gebraucht werden.

Die Verordnung wird auf der Grundlage des § 5 Absatz 2 Nummer 7 Buchstabe b des Infektionsschutzgesetzes erlassen, der durch das Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite neu gefasst wurde. Der Deutsche Bundestag hat die epidemische Lage von nationaler Tragweite in seiner Sitzung am 25. März 2020 mit Inkrafttreten des Gesetzes festgestellt. © ER/aerzteblatt.de

Leserkommentare

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Avatar #823373
Justice20
am Mittwoch, 1. April 2020, 19:45

Irrwitzig

Es geht hier wohl nicht um den "Traumjob" mit Traumnoten, sondern darum, dass eben durch die Verordnung von Spahn dem Chaos des Föderalismus Tür und Tor geöffnet wurden. Die Verordnung lädt stellenweise geradezu dazu ein, dass einzelne Länder davon abweichen. Die Praxis zeigt nun, dass einige davon Gebrauch machen, während die Studierenden in den von der Absage betroffenen Ländern (momentan nur Baden-Württemberg) einfach keine vergleichbaren Bedingungen mehr haben.

Natürlich lernt man nicht nur für die Noten, aber nach monatelanger Vorbereitung zwei Wochen vor dem Examen ausgebremst zu werden, während von anderen der Druck der letzten Monate dann abfallen kann, ist einfach nicht fair. Auch wenn davon auszugehen wird, dass die meisten, die sich dem jetzt nicht entziehen, das sog. "Hammerexamen" am Ende bestehen werden, nehmen sie jetzt unweigerlich ein Jahr lang diesen Druck mit, und das sollte man nicht unterschätzen.

Es müssten nun wenigstens zügig Rahmenbedingungen definiert werden, die sicherstellen können, dass bei der Ausgestaltung des zweiten Abschnitts den besonderen Bedinungen Rechnung getragen wird (Fragenkatalog, Umfang etc.) und nicht einfach bequemerweise dieselbe Prüfung für unterschiedlich vorbereitete Kandidaten durchgeführt wird.
Avatar #822104
cgmpcamp
am Mittwoch, 1. April 2020, 19:01

@CandMed420

Kommt von einem der nie studiert hat! Dein Beitrag ist eine Schande! Hier kämpfen wir Studenten für unsere Rechte und du IQ Tomate beleidigst uns noch.
Avatar #823269
CandMed420
am Mittwoch, 1. April 2020, 18:26

Wahnsinn

Ihr macht euch echt Sorgen, dass es VIELLEICHT nichts mit dem "Traumjob" wird wegen einer Zahl auf einem Zettel. Aber das wir es mit der wohl schlimmsten Epidemie seit Jahrhunderten zu tun haben ist euch vollkommen egal xD Vielleicht sollten einige überlegen, ob Sie überhaupt Arzt werden möchten xD.... Und keine Sorge, sollte es nicht klappen mit dem Job in 2021, lag es vermutlich am wenigstens am M2 xD
Avatar #820588
Medizinstudent08-15
am Mittwoch, 1. April 2020, 17:10

Skandal!

Was hier passiert ist einfach unfassbar. Kaum hat BW entschieden, keine M2-Prüfungen durchzuführen, vermelden andere Bundesländer reihenweise, dass die M2 wie geplant stattfindet. Darunter das stark von Corona betroffenen NRW! Wie kann es sein, dass Abiturprüfungen für ein Hundertfaches an Teilnehmern durchführbar sind?
Als Student in BW so behandelt zu werden ist einfach nur ein Tiefschlag.
Nach derartig unfairen Entscheidungen soll ich mich nach diesem PJ, in Lehre ohnehin nicht mehr stattfinden wird, dazu motivieren, mit vollem Einsatz in meinen Job zu starten? Nachdem ich bei Bewerbungen um Jobs auch benachteiligt sein werde durch die fehlende M2-Note? Eine M2-Note, die im Wettbewerb mit Studierenden entstanden ist, die die doppelte Lernzeit hatten?
Diesen schäbigen Umgang mit uns Studierenden werde sehr viele von uns nicht so schnell vergessen, davon können die Verantwortlichen ausgehen. Schämt euch!
Avatar #820557
Medizinstudent34544
am Mittwoch, 1. April 2020, 13:32

Wie kann das rechtens sein? Chancenungleichheit! Wir könnte man uns noch mehr bestrafen! Nicht mal eine einheitliche Regelung für ein Staatsexamen!

Keine Worte! Ich bin nur fassungslos und manche Landesprüfungsämter erlauben nicht mal vom Examen zurück zu tretten! Eine Schande, die euch für die Ewigkeit verfolgen und begleiten wird!
Avatar #584609
Brigitta Monz
am Mittwoch, 1. April 2020, 12:53

Ungleichbehandlung sollte verfassungsrechtlich bedenklich sein

Auf der Grundlage eines Gesetzes sollen grundverschiedene Bedingungen herrschen, je nach Bundesland wo die Universität ist? Die einen Studenten (zB. Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen) können ihr M2 mit monatelanger Vorbereitung ablegen und sich dann gegen Ende vom PJ auf Stellen mit diesem Zeugnis bewerben. Die anderen (z.B. Baden-Würrtemberg) haben umsonst gelernt, müssen direkt ins PJ, haben Nachteile bei der Stellenbewerbung und dürfen „zur Belohnung“ das Hammerexamen schreiben. Wobei das M2 dann noch „geteilt“ wird mit Studenten, die wiederum ein halbes Jahr gelernt haben. Das scheint doch eklatant den Gleichheitsgrundsatz zu verletzten. Ist es eine Lotterie in welchem Bundesland man studiert hat? Beim Abitur hat man sich geeinigt und hier nicht? Es würde mich Interessieren wie das Verwaltungsrechtler und Verfassungsrechtler sehen! Zumal das Gesetz von einer regelhaften Verschiebung ausging, von der ja keine Rede sein kann.
Avatar #822275
MedStud192837465
am Mittwoch, 1. April 2020, 12:31

Fehlentscheidung des BMG belastet Medizinstudierende weiterhin

Ich schließe mich den meisten Vorrednern an:
Es wurde seitens des BMG eine sehr schlechte Entscheidung getroffen und das eigentliche Problem weiter auf die einzelnen Länder und den Studenten weitergeleitet.
Derzeit entpuppt sich das BMG für diesen Fall als eine bittere Enttäuschung...
Herr Jens Spahn, der keine Ahnung vom Medizinstudium hat, und auch nicht im Krankenhaus arbeiten muss/musste, entscheidet über das Schicksal der Medizinstudierende... auch wenn seine Worte an uns respektvoll klingt, verdeutlichen seine Taten leider, dass es ihm egal ist, in was für eine Situation sich die 4600 Studenten vor dem M2 befinden...
Das BMG trägt nun systematisch dazu bei, Potenzial der Studierende zu verschwenden, indem man sie bis ans Limit verachtet - wenn man sich genau mit der Verordnung befasst...

Derzeit gibt es in Hessen noch keine Entscheidung.
Seit etwa 3 Wochen aktualisiere ich meine Mails in etwa 10 Minuten Takt.
Es sind noch 2 Wochen bis zur eigentlichen Prüfung.
Es sind noch 0 Minuten bis zur Müdigkeit vom trostlosen Warten.

...ich habe zwei Videos mit noch mehr Punkten auf youtube gestellt, falls es jemanden interessiert:
"Medizinstudenten Hände gebunden - In der Corona Krise"
(es gibt ein langes und ein kurzes "Update" Video)

Mittlerweile bin ich tatsächlich aber auch froh, dass es überhaupt eine Entscheidung seitens des BMG gibt - unabhängig davon, wie schlecht diese ist.
Nun hoffe ich, dass das HLPUG endlich ein Zeichen setzt...
Das Warten hat sich nicht geändert, und die Umstände auch nicht - um eine "schnelle" Lösung zu bitten ist wohl auch veraltet.

Dennoch, bei all dem Stress, danke ich allen, die sich für uns einsetzen und eingesetzt haben, viele Menschen haben mir in dieser Zeit auch Kraft und Mut gegeben, das weiß ich sehr wertzuschätzen.
Avatar #823290
Sebalitos
am Mittwoch, 1. April 2020, 11:18

Enttäuscht

Viele Dinge hat die Politik in den letzten Tagen durchaus souverän gelöst, was große Wertschätzung verdient.
Diese Entscheidung ist allerdings für viele Betroffene die schlechteste Option, bei vielen besseren Alternativen.
Die Studierenden, die in diesen Tagen eine Ressource darstellen werden nicht geschont und nutzbringend bei hoher Arbeitsmotivation stimuliert, sondern verschwenderisch verbrannt.
Es entsteht ein hoher Verlust kurzfristiger an Arbeitsmotivation, tiefgreifenden Nachteilen für Studierende (die von der Politik nicht anerkannt werden) und langfristigen Ressourcenverlusten, weil nicht nur ich meine Lebensplanung an solche Fehlentscheidungen anpassen werde.
Die Frustration ist groß, habe als Helfender nie eine geringere Wertschätzung gespürt.
Mehrere Optionen, die weniger Schaden angerichtet hätten, wurden nicht ergriffen.
Ich hoffe die Politik schafft noch eine Korrektur der Misere.
Avatar #812708
Prometheus9
am Mittwoch, 1. April 2020, 10:36

Rechtlich bedenklich

Baden-Württemberg hat sich soeben im Gegensatz zu mehreren anderen Bundesländern für das Hammerexamen entschieden. Ganz abgesehen von all den bereits diskutierten Auswirkungen bedeutet dies ganz konkret, dass ich mich in einem Jahr ohne abgelegtes M2 gemeinsam mit anderen um eine Stelle bewerben muss, die dieses bereits schreiben durften. Ich sehe darin eindeutig eine Benachteiligung.
Avatar #823269
CandMed420
am Mittwoch, 1. April 2020, 09:19

Panik wegen Hammerexamen

Für meinen Teil würde ich lieber sofort ins PJ starten. Die Epidemie wird sich noch ausbreiten und lieber fange ich im Krankenhaus jetzt an, bevor es alles chaotisch wird, als dann erst im Mitte/Ende Mai. Dann wird man wohl keine Zeit mehr haben uns vernünftig einzuweisen und viele eher im Weg rumstehen oder Hilfskraft degradiert. Notfalls lern ich halt alles nochmal, meine Güte - Schaden tut das nicht und man fängt ja nicht von 0 an. Damals die Leute mit "Hammerexamen" haben im Gegensatz zu uns sich nicht das Jahr davor schon einmal auf das M2 vorbereitet und für das M3 müsste man sowieso Stoff wiederholen, denke das M3 wird umso leichter. Außerdem lernt man ja für das Leben und nicht für ne Prüfung oder Note. Sollte durch meinen früheren PJ Beginn dann die nächsten Wochen nur 1 Menschenleben mehr gerettet werden können, hätte es sich MEHR als gelohnt ! Zwischen M2 und Ergebnissen mehr als einen Monat auf Ergebnisse zu warten und auf den PJ Start warten zu müssen finde ich angesichts unser Lage ehrlicherweise bescheuert. Kann durchaus auch verstehen, wieso viele es jetzt schreiben wollen, aber jede Meinung sollte akzeptiert werden.
Deshalb finde ich die Entscheidung in Sachsen als die fairste Lösung !
Avatar #822109
Fachärztin RLP
am Dienstag, 31. März 2020, 20:48

Leben wir in Schilda?

Der Umstand, dass PJ Studierende nun eine generelle Vergütung erhalten sollen, ist definitiv zu begrüßen und längst notwendig gewesen.
Ansonsten: Keine Entscheidung, weiterhin maximale Unsicherheiten und Warten! Wir sorgen uns mittlerweile erheblich um die Gesundheit unserer Tochter und aller Studierender, welche seit Monaten unter diesen zum großen Teil künstlich herbeigeführten Zumutungen für das zweite Examen lernen. Immerhin scheint Frau Jünger fleißig gewesen zu sein, hat sie ihren logistischen Befürchtungen etwas abhelfen können? Es wäre spannend zu erfahren, ob „ eine aktualisierte Risikoanalyse für die Durchführung des Examens“ auch die Risiken der aktuellen Planlosigkeit sowie derjenigen später im PJ am Krankenbett abbilden!?
Die Spannungen werden einfach zu hoch, es braucht nun rasch konstruktive Entscheidungen wie die aus Sachsen geschilderte!
Avatar #823205
medstudent123
am Dienstag, 31. März 2020, 19:10

Absolute Katastrophe

Leider haben die Damen und Herren die schlechteste Entscheidung getroffen. Und schlecht ist diese nicht nur auf die jetzige Situation bezogen, sondern generell und grundsätzlich. Es scheint, als würde mir der Boden unter den Füßen weggerissen. Jetzt müssen wir nicht nur gegen die Epidemie, sondern auch gegen das System, das uns eigentlich unterstützen sollte, kämpfen.
Das ist sehr sehr traurig.
Avatar #820557
Medizinstudent34544
am Dienstag, 31. März 2020, 18:52

Bitte schaut auf BVMD die Anforderungen von Studierenden. Diese Entscheidung hier ist eine Katastrophe für uns Medizinern und ein Schlag in Gesicht

Landesprüfungsamt in Sachsen war zumindest in der Lage eine schnelle Entscheidung zu treffen wie sie mit dieser Änderung vernünftig und Studentenfreundlich verfährt.


Hier Zitat "Mit Stand heute haben wir uns unter Berücksichtigung der Meinungsäußerungen der Mehrzahl der Prüfungskandidat*innen entschieden, den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2) im April 2020 in Sachsen durchzuführen.

Um Planungssicherheit für die Prüfungsorganisation zu gewährleisten, bitten wir Sie bis zum Donnerstag, den 2. April 2020, 24.00 Uhr um Mitteilung, wenn Sie sich der Prüfung nicht im April 2020, sondern erst im April 2021 unterziehen wollen und daher Ihr aktueller Antrag auf Zulassung zur M2-Prüfung bis zum Frühjahr 2021 zurückgestellt werden soll. Das geht ohne Begründung und per E-Mail an:

lpadresden@lds.sachsen.de.


Nach erfolgter Mitteilung geht Ihnen ein Schreiben zu, in dem Ihre Zulassung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bestätigt wird" Zitat Ende

Zumindest sie können Entscheidung treffen und dabei auch an die Studenten denken. Von vielen anderen Bundesländern gibt es auf einer diktatorischen Art und Weise nur ja für M2 oder Nein für M2. Studenten dürfen sich teilweise auch nicht vom Examen abmelden und ins vorgezogene Praktische Jahr gehen um in Anschluss das Examen zu machen.
Traurig bitter
Avatar #820564
Ayman Elmashala
am Dienstag, 31. März 2020, 18:24

Was für ein Schwachsinn

Warum nicht einheitliche Entscheidung?
Er ist doch der Ge­sund­heits­mi­nis­ter und hätte eine Entscheidung für das ganze Land treffen müssen!
Viel zu schwach!!!!!!
LNS

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