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Ausland

COVID-19: Schwierige Bestattungen

Dienstag, 31. März 2020

/picture alliance, Emilio Morenatti

Stockholm – Bestatter in Schweden wollen die Särge von COVID-19-Toten mit einem speziellen Tropfensymbol kennzeichnen. Damit solle darauf aufmerksam gemacht wer­den, dass die Särge beim Transport von der Leichenhalle nicht geöffnet werden sollten, sagte der Leiter des Verbandes der schwedischen Bestattungsunternehmen, Ulf Lernéus, gestern dem Aftonbladet.

Bislang könne niemand ein von den Leichen ausgehendes Ansteckungsrisiko ausschlie­ßen. Weil es sich um eine Tropfeninfektion handele, sei das Symbol dreier Tropfen zur Kennzeichnung gewählt worden. Lernéus' Verband repräsentiert 430 autorisierte Be­statter in dem skandinavischen EU-Land.

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Spanien hat Bestattungsunternehmen unterdessen ab sofort Preiserhöhungen untersagt. Im Zuge der Corona-Pandemie und der dramatisch steigenden Zahl von Todesopfern ha­ben die Behörden mehrere Klagen über unverhältnismäßige Preiserhöhungen für Beerdi­gungen erhalten.

Einige Unternehmen verlangten von Angehörigen laut spanischen Me­dienberichten bis zum Vierfachen der normalen Sätze. Das Erhöhungsverbot gilt rück­wirkend; Bestatter müssen die Preise von vor 14. März anbieten.

Der Umgang mit den Toten bleibt in Spanien schwierig. Die Regionalregierung eröffnete gesteren eine zweite große Leichenhalle. In dem Gebäude können rund 230 Särge aufbewahrt werden.

Den Transport der Leichen übernehmen Soldaten der militärischen Notfallbrigade UME mit ABC-Schutzkleidung. In der vergangenen Woche wurde bereits der Madrider Eissport­palast in eine provisorische Leichenhalle umfunktioniert, um die überforderten Bestattungsinstitute und Krematorien der Hauptstadt zu entlasten. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Claus Günther
am Freitag, 3. April 2020, 15:16

Gelassene Vorsicht

Die schwedische Grundhaltung finde ich enorm sympathisch, auch wenn das Vorgehen im Einzelnen nicht ganz ausbalanciert sein mag. Man spürt in Schweden ein Vertrauen zwischen den Bürgern sowie zwischen Bürgern und Behörden, das in Deutschland leider fehlt. Sicher ist es entschieden zu lax, wenn auch am heutigen 03.04.2020 von der schwedischen Public-Health-Agentur noch keine Quarantäne bei Erkrankungen innerhalb der Familie empfohlen wird. Prinzipiell ist es jedoch der einzig demokratische Weg, Empfehlungen auszusprechen und auf gesetzlichen Zwang zu verzichten. Eine Eindämmung viraler Infektionen funktioniert auch dann sehr gut, wenn die empfohlenen Maßnahmen überwiegend, nicht unbedingt lückenlos eingehalten werden.
Obwohl die Mitläufer Nazideutschlands aussterben und die übereifrigen DDR-Bürger sich in die Passivität des Alters verabschieden, ist die deutsche Mentalität labil, prekär, dies schlägt sofort auf die gesellschaftliche Verfassung durch. Die Decke der deutschen Zivilisation ist dünn, darunter lauert Diederich Heßling, der auftrumpfende deutsche Untertan.
Ihm arbeiten derzeit die mit typisch deutscher Liebe zum bürokratischen Detail erlassenen Verordnungen zur Bekämpfung oder Eindämmung Coronavirus-Epidemie zu.
Mit diesen Verordnungen wird das Systemversagen, eingeschleppte Infektionen gezielt zu verfolgen und ihre Ausbreitung damit zu unterbinden, in Stärke staatlichen Handelns umgemünzt. Die Schattenseite ist, dass alle Bürger unter Generalverdacht gestellt werden, Coronavirus-Verbreiter zu sein, obwohl weiterhin nur eine verschwindende Minderzahl der Bevölkerung positiv getestet wurde und keine Zweifel bestehen, dass die angeordnete Quarantäne der positiv Getesteten und ihrer engen Kontaktpersonen befolgt wird.
Die COVID-19-Verordnungen sind Ausdruck staatlichen Mißtrauens in die deutsche Bevölkerung und Gesetze zur Gängelung und Disziplinierung der Bürger, deren Akzeptanz durch die Schürung von Panik und Hysterie erreicht wird. In dieser Atmosphäre blüht Diederich Heßling als deutscher Volkscharakter wieder auf.
Auch ich halte strenge Regeln der Hygiene und des Abstandhaltens in der derzeitigen Situation für sinnvoll, zu denen wir uns gegenseitig ermahnen sollten, auch wenn sich im Normalfall Menschen begegnen, die bisher keinen Kontakt mit COVID-19 hatten, die Wahrscheinlichkeit des Kontakts mit einem SARS-CoV-2-Ausscheider sehr gering ist.
Aber bitte: mehr gelassene Vorsicht, weniger Polizei und Ordnungsamt. Wir sind keine Verseuchten, die für andere eine potenziell tödliche Gefahr darstellen, und sollten uns konsequent gegen diese generelle Unter-Verdacht-Stellung wehren.
LNS

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