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Experimentelle Therapien: Frankreichs Arzneimittelbehörde warnt vor Nebenwirkungen

Dienstag, 31. März 2020

/diego cervo, stock.adobe.com

Paris – Frankreichs Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) warnt vor möglichen Ne­benwirkungen des Malariamittels Hydroxychloroquin oder des HIV-Medikaments Kaletra bei COVID-19-Erkrankten.

Bei mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten, die mit Plaquenil oder anderen Medikamenten wie Kaletra behandelt wurden, seien rund 30 verschiedene unerwünschte schwere Nebenwirkungen aufgetreten, sagte ANSM-Direktor Dominique Martin gestern. Es habe auch drei Todesfälle gegeben.

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Die Nebenwirkungen wurden aus Krankenhäusern gemeldet. Ob sie auf die genannten ex­perimentellen Methoden zur Behandlung der Lungenkrankheit COVID-19 zurückzufüh­ren sind, muss laut Martin noch untersucht werden. Erste Ergebnisse lägen hoffentlich bis Ende der Woche vor.

Martin sagte, angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sei es „ganz nor­mal“, dass auch experimentelle Behandlungsmethoden zur Anwendung kämen. Diese müssten aber von Experten überwacht werden. Dies gelte insbesondere für die Kombina­tion aus Hydroxychloroquin und dem Antibiotikum Azithromycin.

Die Behörde warnte vor allem vor Herzstörungen, die durch den Einsatz des Malaria­mit­tels in Kombination mit anderen Medikamenten auftreten können. „Wir erinnern daran, dass bis heute kein Medikament formell als wirksam für die Behandlung oder Prävention von COVID-19 nachgewiesen wurde“, betonte die Behörde.

Die ANSM mahnte auch an, dass die Medikamente unter keinen Umständen als Selbst­me­dika­tion oder auf Verschreibung eines örtlichen Arztes eingenommen werden dürften. „In ­die­sem Zusammenhang fordern wir die Verantwortung eines jeden, unnötige Kranken­haus­aufenthalte aufgrund des Missbrauchs dieser Medikamente zu vermeiden“, hieß es weiter.

In Frankreich ist die Behandlung mit Hydroxychloroquin und Kaletra von COVID-19-Er­krank­ten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen von mehreren Ärzten er­laubt. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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