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Ärzteschaft

Fachgesellschaft lobt hohe Säuglings-Stillquote in Deutschland

Dienstag, 31. März 2020

/stanislav_uvarov, stock.adobe.com

Bonn – Die Stillquoten von Müttern in Deutschland liegen bei 82 Prozent für „Stillen überhaupt“ und bei 56 Prozent für „ausschließliches Stillen vier Monate nach der Geburt“. Das zeigt die „Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglings­ernährung in Deutschland – SuSe II“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Insgesamt nahmen 109 Kliniken und 966 Mutter-Kind-Paare daran teil. Das Bundes­minis­terium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die Forschung gefördert.

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„Das Stillen und die Säuglingsernährung orientieren sich überwiegend an den aktuellen Empfehlungen wie beispielsweise vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Die teil­nehmenden Kliniken schneiden bei der Umsetzung der Stillförderkriterien heute besser ab als in SuSe I“, sagte Mathilde Kersting vom Forschungsdepartment für Kinder­er­nährung (FKE) der Universitätskinderklinik Bochum, die die Studie gemeinsam mit dem Klinikdirektor Thomas Lücke geleitet hat.

Laut den Studienleitern ist die Stillquote in Deutschland „erfreulich hoch“. Das empfohle­ne Teilstillen zusätzlich zur Beikost praktizierten am Ende des ersten Lebensjahres noch 41 Prozent der Mütter. Beikost wurde überwiegend wie in dem im „Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr“ des FKE vorgesehenen Zeitfenster zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat und in der empfohlenen Reihenfolge eingeführt.

In Bezug auf die Rahmenbedingungen für das Stillen schneiden die Kliniken im Studien­kollektiv im Vergleich zu Vorgängerstudie SuSe I (1997-1998) besser ab, zum Beispiel in­dem sie häufiger Rooming-In und praktische Unterstützung beim Stillen anbieten.

Die Gründe für das Abstillen und die wesentlichen Faktoren für eine kurze Stilldauer sind laut der aktuellen Studie ähnlich wie vor 20 Jahren: Als ausschlaggebend für eine Still­dau­er kürzer als vier Monate nannten die Mütter eine unzureichende Milchmenge. Wich­tige Risikofaktoren für eine kurze Stilldauer waren fehlende mütterliche Stillabsichten und -erfahrungen, die Verwendung von Stillhilfsmitteln und die frühe Gabe zusätzlicher Flüssigkeit.

„Um Müttern einen langfristigen Stillerfolg zu sichern, ist – auch aufgrund des heute ver­kürzten Klinikaufenthaltes nach der Geburt – eine nahtlos anschließende Stillnachsorge wie professionelle Stillberatung beispielsweise durch Hebammen notwendig. Denn bei guter Betreuung in den ersten Wochen nach der Geburt können Stillprobleme meistens reduziert werden beziehungsweise sind vermeidbar“, sagte Kersting. © hil/aerzteblatt.de

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