NewsÄrzteschaftCOVID-19: Notärzte legen Empfehlungen zum Umgang mit knappen Ressourcen im Rettungsdienst vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

COVID-19: Notärzte legen Empfehlungen zum Umgang mit knappen Ressourcen im Rettungsdienst vor

Dienstag, 31. März 2020

/dpa

Berlin – Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass der Rettungsdienst in Deutschland immer mehr kritisch erkrankte Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion in die Klinik bringen muss.

„Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass in kurzer Zeit die Kapazitäts­grenzen des Rettungsdienstes erreicht oder überschritten werden, und zwar sowohl aufgrund der stei­genden Zahl von Notfallpatienten als auch durch den Ausfall von erkrankten Mitarbei­tern“, schreibt die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutsch­lands (BAND).

Anzeige

Sie hat für diesen Fall in Abstimmung mit den Notarzt-Arbeitsgemeinschaften und dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Empfehlungen vorgelegt.

„Infektionspatienten mit COVID-19-Verdacht sind unter dem Aspekt der Verteilungs­ge­rechtigkeit genauso zu behandeln wie andere Notfallpatienten. Auch bei regionalem Mangel an Ressourcen darf es bei der Disposition weder eine Bevorzugung noch eine Benachteiligung von Patienten nach der Art des Krankheitsbildes geben“, heißt es darin unter anderem. Auch „eine Bevorzugung oder Benachteiligung allein nach dem kalen­da­rischen Alter oder nach sozialen Kriterien ist nicht vertretbar“, so die BAND.

Wichtig sei, alle Möglichkeiten der überregionalen Disposition zu prüfen, bevor ein Rettungsmittel als „nicht verfügbar“ gelte. Zudem müsse in einem Stufenplan klar defi­niert sein, welche Ressource Rettungskräfte in einer konkreten Situation ersatzweise dis­ponieren könnten.

Die BAND warnt, Entscheidungen bei mangelnden rettungsdienstlichen Ressourcen seien für das Rettungsteam eine außergewöhnliche, emotionale und moralische Herausforde­rung. Eine psychosoziale Notfallversorgung durch ein professionelles Team müsse daher für die Mitarbeiter im Rettungsdienst gewährleistet sein.

„Die BAND hält es für notwendig, dass sich Notärzte und Fachkräfte des Rettungsdienstes wie auch die ärztlichen Leiter frühzeitig mit diesen kritischen Fragen auseinandersetzen und einen ethischen und moralischen Standpunkt finden, der ihnen die Orientierung in einer eskalierenden Lage ermöglicht“, heißt es in dem Papier.

Die BAND ist die Dachorganisation der zwölf deutschen Notarzt-Arbeitsgemeinschaften. Insgesamt vertritt sie nach eigenen Angaben rund 12.000 Mitglieder. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Juni 2020
Berlin – Die Regierungskoalition hat sich auf Eckpunkte für ein umfangreiches Konjunktur- und Zukunftspaket mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 130 Milliarden Euro verständigt. Hilfen gibt es auch für
Öffentlicher Gesundheitsdienst, Krankenhäuser und Impfstoffentwicklung im Konjunkturpaket berücksichtigt
3. Juni 2020
Berlin – In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden
SARS-CoV-2: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder
3. Juni 2020
Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat eine weitere klinische Prüfung mit COVID-19-Rekonvaleszentenplasma genehmigt. Die erste Genehmigung für eine derartige Studie hatte das Institut Anfang
COVID-19: Zweite Studie zur Therapie mit Rekonvaleszentenplasma in Deutschland kann starten
3. Juni 2020
Düsseldorf – Mit 30 Millionen neuen Masken und zehn Millionen neuen Schutzkitteln sieht sich das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) für die weitere Entwicklung der Coronapandemie gut vorbereitet. „Wir
Nordrhein-Westfalen schafft Millionen Schutzmasken und Kittel an
3. Juni 2020
Dresden – Besuche in sächsischen Pflegeheimen sollen von diesem Samstag (6. Juni) an unter Auflagen wieder möglich sein. Das hat das Kabinett heute beschlossen. Zudem sind dann Feiern bis zu 50
Sachsen öffnet Pflegeheime für Besuch
3. Juni 2020
Erfurt – Auf dem Weg zu mehr Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen löst Thüringen wie angekündigt seinen zentralen Krisenstab unter Leitung des Innenministeriums auf. Die Koordinierung der Maßnahmen
Thüringens Ge­sund­heits­mi­nis­terium übernimmt Krisensteuerung
3. Juni 2020
Berlin – Die vier Justizminister der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER