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Kassenärztliche Vereinigung warnt: Praxen werden schließen müssen

Mittwoch, 1. April 2020

/dpa

Potsdam − Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) schlägt wegen fehlender Schutzausrüstung im Kampf gegen die Corona-Pandemie Alarm. „Wenn die Ware nicht bald kommt, werden Praxen schließen“, erklärte der Vorsitzende der Vereinigung, Peter No­ack, gestern in Potsdam. Dann könne man die ambulante Versorgung der Branden­bur­ger nicht mehr garantieren.

Statt der zugesagten großen Zahl an hochwertigen Schutzmasken seien vom Bund bis­lang fast ausschließlich OP-Masken geliefert worden, kritisierte Noack. „Wir warten hän­deringend auf die von der Bundesebene angekündigten Lieferungen und auf die von uns selbst bestellten Schutzartikel für die Kolleginnen und Kollegen.“ Die Situation in den Arztpraxen sei höchst angespannt. „Es fehlt an notwendigen Schutzartikeln, wie Masken, Kitteln und Brillen.“

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Am vergangenen Sonntag hatte das Brandenburger Ge­sund­heits­mi­nis­terium mitgeteilt, dass die erste größere Lieferung an Schutzausrüstung vom Bund eingetroffen sei. Es handelte sich demnach unter anderem um: 188.000 Operationsmasken, 2.840 Atem­schutz­masken der Schutzklasse FFP2 und 960 der Kategorie FFP3. Die OP-Masken böten allerdings keinen ausreichenden Eigenschutz vor einer Ansteckung.

Hunderte niedergelassene Ärzte hätten sich bereits wegen fehlender Schutzausrüstung gemeldet. „Wir sind sehr intensiv dabei, weltweit im Wettbewerb mit viel größeren Or­ganisationen als wir es sind, an Schutzartikel für unsere Ärzte zu kommen.“

Eine von der KV Brandenburger finanzierte und organisierte Lieferung von rund 50.000 Atem­schutzmasken war bereits vor einigen Tagen eingetroffen.

Die niedergelassenen Ärzte seien praktisch der „Schutzwall“ vor dem Krankenhaus. „Wenn das nicht funktioniert, werden die Krankenhäuser überlaufen“, betonte Noack. „Das treibt uns um, das bereitet uns schlaflose Nächte.“

Die KVBB wünsche sich, dass die Politik in der Coronakrise die 3.200 Brandenburger Arzt­praxen mehr auf dem Schirm habe und nicht nur die Krankenhäuser. © dpa/aerzteblatt.de

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