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Medizin

Internetnutzer bewerten Gesundheits­informationen stark nach dem Sprachstil

Montag, 20. April 2020

/rh2010, stock.adobe.com

Münster – Die in Online-Angeboten verbreiteten wissenschaftlichen Informationen sind oftmals komplex, sodass Laien den Inhalt vieler Ratschläge nur schwer beurteilen können. Ein Kriterium, nach dem Nutzer die Informationen stattdessen bewerten, ist der Sprachstil. Zu diesem Ergebnis kommen Psychologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Ihre Studie ist im Journal of Medical Internet Research erschienen (doi 10.2196/16685).

In einem Online-Experiment zeigten die Wissenschaftler 242 Versuchsteilnehmern unterschiedlich formulierte Beiträge in einem Gesundheitsforum, in denen ein Autor auf Nachfrage einer Frau einschätzte, wie wirksam ein Medikament ist. Je nach Versuchs­bedingung lasen die Teilnehmer entweder einen Ratschlag, der viele positive Adjektive wie „hervorragend“ und „exzellent“ enthielt oder einen Hinweis, der neutral formuliert war.

Das Ergebnis: Die Probanden bewerteten den Autor des Beitrags, der in einem positiven Sprachstil verfasst war, als weniger vertrauenswürdig. Sie schrieben ihm weniger Wohlwollen und Integrität, dafür mehr manipulative Absichten zu. Auch seinen Ratschlag fanden sie weniger glaubhaft als in einem neutral formulierten Beitrag.

„Die Erkenntnisse aus dem Experiment sind besonders für Ärzte relevant, die zunehmend über digitale Kommunikationsmedien mit ihren Patienten in Kontakt treten“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Aber auch Wissenschaftler könnten von der Forschung profitieren, da sie zunehmend versuchten, ihre neuesten Forschungsergebnisse und Schlussfolgerungen in einer verständlichen Weise für die Öffentlichkeit aufzubereiten.

„Da es Hinweise darauf gibt, dass die Bewertung von Expertenaussagen auch vom jeweiligen Thema und dem Geschlecht des Autors und des Lesers abhängt, sollte die zukünftige Forschung besonders diese Bereiche in den Blick nehmen“, erläuterte der Erstautor der Studie Lars König. © hil/aerzteblatt.de

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