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Medizin

Studie: Dapagliflozin vermindert Fortschreiten der Niereninsuffizienz auch bei Nichtdiabetikern

Montag, 20. April 2020

/adrian_ilie825, stock.adobe.com

London − SGLT-2-Hemmer („Gliflozine“), die die Rückresorption von Glukose in den Nierentubuli blockieren und zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen sind, entfalten offenbar auch eine nephroprotektive Wirkung. Dies wurde in einer randomi­sierten Studie bei Patienten mit mäßiger Niereninsuffizienz erkennbar, die deshalb vorzeitig abgebrochen wurde.

Dass SGLT-2-Hemmer eine günstige Wirkung auf die Niere haben könnten, ist in den Endpunktstudien aufgefallen, die die US-Arzneimittelbehörde FDA den Herstellern auferlegt hatte.

Die Studien zeigten nicht nur, dass Empagliflozin, Canagliflozin und Dapagliflozin die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse senken kann (was sich auf die Blutzucker-senkende Wirkung zurückführen lässt, da der Typ-2-Diabetes ein wichtiger Risikofaktor von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. In allen 3 Studien fiel auch auf, dass sich die Nierenfunktion der Patienten gegenüber Placebo verbesserte.

Dies hat den Hersteller von Dapagliflozin zu einer randomisierten Studie veranlasst, an der an weltweit 448 Zentren (mit deutscher Beteiligung) 4.000 Patienten teilnehmen sollten. Zentrales Einschlusskriterium war eine ausgeprägte Nierenfunktionsstörung (eGFR 25 bis 75 mg/min/1,73m2) sowie eine Albuminurie (200 bis 5.000 mg/g/die).

Die Studie war nicht auf Patienten mit Typ-2-Diabetes beschränkt, denn sie sollte allgemein den Einfluss der Behandlung mit Dapagliflozin auf den weiteren Rückgang der Nieren­funktion untersuchen. Die Studie war placebokontrolliert. Endpunkt war ein weiterer Abfall der eGFR um mindestens 50 % oder ein vollständiges Nierenversagen (Dialysepflicht).

Der Abschluss der Studie war für November geplant. Doch bei einer Zwischenunter­suchung stellte sich heraus, dass das Ziel früher als erwartet erreicht wurde. Die Studienleitung um David Wheeler vom University College London beschloss deshalb, die Studie vorzeitig abzubrechen. Einzelheiten zu den Ergebnissen wurden noch nicht genannt. Es dürfte jedoch in absehbarer Zeit zu einer Publikation kommen.

Sollte sich darin bestätigen, dass Dapagliflozin das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz bremst, könnte das Mittel demnächst auch für Nichtdiabetiker angeboten werden.

Der Hersteller hat bei der US-Arzneimittelbehörde im August 2019 einen „Fast-Track“-Status erhalten, was zu einer beschleunigten Entscheidung führen könnte. Derzeit wird auch geprüft, ob Dapagliflozin das Herz-Kreislauf-Risiko von Nichtdiabetikern senken kann. Hierzu hat der Hersteller im Januar 2020 einen „Fast-Track“-Status gewährt bekommen.

Die protektive Wirkung könnte auf der osmotischen Diurese beruhen, zu der es infolge der Glukoseausscheidung über die Nieren kommt (und die dem Diabetes mellitus ihren Namen gegeben hat). Neben Glukose wird auch vermehrt Natrium ausgeschieden, was Nieren und Kreislauf entlasten könnte. © rme/aerzteblatt.de

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