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Medizin

Strategien von Tumorzellen zur Metastasenbildung

Mittwoch, 15. April 2020

/Juan Gärtner - stock.adobe.com

Heidelberg – Abgesiedelte Krebszellen können sich nur dann in anderen Organen niederlassen und zu Tochtergeschwülsten heranwachsen, wenn es ihnen gelingt, die Zellen in ihrer neuen Umgebung zu manipulieren und eine sogenannte metastatische Nische zu bilden, die das Überleben der eingewanderten Krebszellen unterstützt.

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und Experimentelle Medizin haben herausgefunden, dass einige Krebszellen die Bindegewebszellen in ihrer Umgebung dazu anregen, Botenstoffe auszuschütten, die die Metastasenbildung unterstützen. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen (doi 10.1038/s41467-020-15188-x).

In vitro sowie im Tiermodell hat die Arbeitsgruppe von Thordur Oskarsson untersucht, wie diese metastatische Nische entsteht. Sie zeigten, dass abgesiedelte Brustkrebszellen 2 Interleukine ausschütten, die Bindegewebszellen in der Lunge dazu anregen, selbst 2 weitere Entzündungssignale in die Umgebung abzugeben.

Diese von den Bindegewebszellen ausgesendeten Botenstoffen namens „CXCL9“ und „CXCL10“ heften sich wiederum an ein Rezeptormolekül, das einige aggressive einge­wan­derte Krebszellen auf ihrer Oberfläche tragen und erleichtern ihnen damit die Einnistung in das Gewebe.

„Interessanterweise besitzen genau die Tumorzellen, die die Bindegewebszellen dazu anregen CXCL9 und CXCL10 zu produzieren, auch den passenden Rezeptor für diese Botenstoffe und profitieren so davon. Das unterstreicht, wie entscheidend das zelluläre Zwiegespräch zwischen den abgesiedelten Krebszellen und den Fibroblasten in ihrer neuen Umgebung für die Entstehung von Metastasen ist“, erläutert die Erstautorin der Studie, Maren Pein.

In der Folge konnten die Wissenschaftler das Entstehen von Metastasen in der Lunge ihrer Versuchstiere verhindern, indem sie die Mäuse mit einem Hemmstoff behandelten, der das Rezeptormolekül auf den Krebszellen blockierte.

Dass diese zelluläre Interaktion wahrscheinlich auch bei Brustkrebspatientinnen eine Rolle spielt, zeigen laut der Arbeitsgruppe Tumorgewebeproben von betroffenen Frauen: So lassen sich Krebszellen, die auf ihrer Oberfläche den entsprechenden Rezeptor tragen und daher die Wechselwirkung mit Fibroblasten zur Metastasenbildung nutzen könnten, auch bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs finden.

Die Forscher hoffen, dass dieses bessere Verständnis in weiterer Zukunft dazu führt, die Metastasenbildung einzuschränken oder zu verhindern. © hil/aerzteblatt.de

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