NewsÄrzteschaftCOVID-19: Nasale Kortikosteroide bei allergischer Rhinitis weiterhin indiziert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

COVID-19: Nasale Kortikosteroide bei allergischer Rhinitis weiterhin indiziert

Donnerstag, 2. April 2020

/amixstudio, stock.adobe.com

Berlin – Patienten mit allergischer Rhinitis oder chronischer Rhinosinusitis sind zur Lin­de­rung ihrer Symptome auf die Therapie mit nasalen Glukokortikosteroiden angewiesen.

In der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie wurden Hinweise publik, dass „Kortison­präparate“ das Risiko erhöhen, an COVID-19 zu erkranken, beziehungsweise einen schwereren Ver­lauf der Erkrankung hervorrufen könnten. Hierdurch wurden zahlreiche Patienten massiv verunsichert. Die Fachverbände der Allergologen und HNO-Ärzte möchten nun mit einer Stellungnahme dieser Verunsicherung entgegentreten.

Anzeige

Danach existieren keinerlei Hinweise, dass eine Anwendung von nasalen Glukokortiko­ste­roiden in den zugelassenen Dosierungen und Indikationen ein erhöhtes Risiko für eine SARS-Cov-2 Infektion hervorrufen, oder einen schwereren Verlauf einer COVID-19-Erkran­kung auslösen.

„Erwachsene und Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer Rhinosinusitis sollten ihre verordneten nasalen Glukokortikosteroiden konsequent und regelmäßig in der indi­vi­­duell verordneten Dosis einnehmen und nicht ohne Rücksprache mit dem behandeln­den Arzt ändern oder gar beenden − dies gilt auch für Kombinations-Nasensprays aus Glukokortikosteroiden und Antihistaminika“, heißt es in der Stellungnahme.

Ansonsten müsse mit einer Verschlechterung der Symptomatik gerechnet werden, die besondere Konsequenzen in Zeiten der COVID-19-Pandemie nach sich zögen.

„Eine Verschlechterung kann durch vermehrten Niesreiz bei COVID-19-Erkrankten eine Tröpfcheninfektion anderer Personen fördern. Zudem kann eine Anwendung von systemi­schen Kortisonpräparaten notwendig werden, die dann gegebenenfalls tatsächlich nega­tiv auf die Immunabwehr gegen COVID-19 wirken könnte“, so die Stellungnahme.

Letztlich könne eine Verschlechterung von allergischer Rhinitis oder chronischer Rhino­sinusitis die Exazerbation eines Asthma bronchiale auslösen, was von der WHO ebenfalls als Risikofaktor für schwere Verläufe einer COVID-19 Erkrankung angesehen werde.

Systemische Glukokortikosteroide

Systemische Glukokortikosteroide sollten bei allergischer Rhinitis oder chronischer Rhi­no­sinusitis in der derzeitigen COVID-19 Pandemie allerdings zurückhaltend und nur bei fehlender therapeutischer Alternative eingesetzt werden.

Eine solche Indikation könnte bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis bestehen, falls eine operative Behandlung in der derzeitigen Pandemie-Situation nicht möglich ist und das Biologikum Dupilumab keine ausreichende Wirkung zeigt.

„Derzeit gilt: eine gute antientzündliche Kontrolle der oberen und unteren Atemwege durch topische Steroide ist nach gegenwärtigem Stand des medizinischen Wissens der beste Schutz vor durch Viren ausgelösten Exazerbationen.“ Patienten, die ihr Therapie­regime unterbrechen und somit eine schlechtere Kontrolle ihrer Atemwege erleiden würden, seien mutmaßlich auch suszeptibler für schwere Verläufe bei viralen Infektionen. © zyl/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juni 2020
Berlin – In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden
SARS-CoV-2: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder
3. Juni 2020
Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat eine weitere klinische Prüfung mit COVID-19-Rekonvaleszentenplasma genehmigt. Die erste Genehmigung für eine derartige Studie hatte das Institut Anfang
COVID-19: Zweite Studie zur Therapie mit Rekonvaleszentenplasma in Deutschland kann starten
3. Juni 2020
Düsseldorf – Mit 30 Millionen neuen Masken und zehn Millionen neuen Schutzkitteln sieht sich das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) für die weitere Entwicklung der Coronapandemie gut vorbereitet. „Wir
Nordrhein-Westfalen schafft Millionen Schutzmasken und Kittel an
3. Juni 2020
Dresden – Besuche in sächsischen Pflegeheimen sollen von diesem Samstag (6. Juni) an unter Auflagen wieder möglich sein. Das hat das Kabinett heute beschlossen. Zudem sind dann Feiern bis zu 50
Sachsen öffnet Pflegeheime für Besuch
3. Juni 2020
Erfurt – Auf dem Weg zu mehr Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen löst Thüringen wie angekündigt seinen zentralen Krisenstab unter Leitung des Innenministeriums auf. Die Koordinierung der Maßnahmen
Thüringens Ge­sund­heits­mi­nis­terium übernimmt Krisensteuerung
3. Juni 2020
Berlin – Die vier Justizminister der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich
Grüne Justizminister beharren auf Gesetz für Corona-Warn-App
3. Juni 2020
Berlin – In Berlin gibt es wieder mehr neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Gestern wurden 6.873 bestätigte Fälle registriert, das sind 35 mehr als am Vortag und 23 mehr als am Tag davor,
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER