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Ärzteschaft

Krankenhäuser sollen Risikomanager in Krisenstäbe einbeziehen

Donnerstag, 2. April 2020

/Jacob Lund, stockadobecom

Berlin – Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens dazu aufgerufen, die Verantwortlichen für das klinische Risikomanagement in die Krisenstäbe zur Coronoa-Pandemie einzubeziehen.

„Von außen kann niemand allgemeingültige Hinweise geben, an welcher Stelle der jetzt nötigen Krisenmaßnahmen vermeidbare Risiken für Patienten und Mitarbeiter entstehen können“, sagte Ruth Hecker, langjährige Leiterin der Abteilung für klinisches Risikoma­nagement der Universitätsklinik Essen und Vorsitzende im APS.

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Deshalb sei es essenziell, die Fachkräfte des Risikomanagements, die ihre Einrichtungen kennen und darin geschult seien, neue Risiken frühzeitig zu erkennen und zu analysieren, jetzt an zentraler Stelle in alle Krisenstäbe einzubinden, um Mitarbeiter und Patienten und damit die gesamte Organisation vor vermeidbaren Fehlern zu schützen.

Es sei „kein Luxus, gerade jetzt an Patientensicherheit zu denken“, denn jeder vermeid­ba­re Schaden im Versorgungsprozess belaste die ohnehin angespannten Kapazitäten noch weiter, hieß es.

Das Aktionsbündnis weist daraufhin, dass es im Augenblick aktuelle Tipps aus dem Blick­winkel der Patientensicherheit zur Coronakrise sammle und bereitstelle. Ein Fokus liege auf der Einrichtung neuer Stationen für beatmete Patienten. Das APS möchte mit den Praxishinweisen dazu beitragen, vermeidbare Risikosituationen und damit Belas­tungen für das Personal in den Krankenhäusern abzubauen.

„Manchmal entscheiden vermeintliche Kleinigkeiten wie die Verteilung unterschiedlicher Beatmungsgeräte auf den verschiedenen Zimmern und Abteilungen über die Handlungs­fähigkeit des Personals und damit die Überlebenschancen der Patientinnen und Patien­ten“, sagte Reinhard Strametz, Mitglied im Vorstand des APS und dort zuständig für Fra­gen rund um Medizinprodukte.

„Wir wollen eine Plattform schaffen, damit weitere Tipps zur Verbesserung der Patienten­sicherheit mit Blick auf die Coronasituation zusammengetragen und verbreitet werden. Deshalb bitten wir darum, entsprechende Erfahrungen an uns einzusenden“, sagte Heike Morris, stellvertretende Vorsitzende des APS. Gesundheitspersonal kann entsprechenden Hinweisen ab sofort über die Webseite des APS einreichen. © hil/aerzteblatt.de

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drtinni
am Donnerstag, 2. April 2020, 23:29

Bitte genauer hinschauen.

Unser komplexes Gesundheitssystem finde ich ganz toll - was ich aber vermisse, ist einmal auf das Geschehen VOR der Grippeerkrankung zu schauen.
Die Todesopfer Norditaliens sind gut dokumentiert, es sind in der Mehrzahl ältere Herren mit Vorbelastungen und Vorerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck.
Diese Grippe hatte ich mit 61 Jahren und als Diabetiker vergangenes Jahr im Januar.
Undiszipliniert wie ich bin, hatte ich 6 bis 7 Wochen vor dem Ausbruch täglich abends kleinere Mengen Zuckerkekse und Pralinen gegessen, meine Frau ist Konditorin.
Dabei vergaß ich die 12 Jahre disziplinierte tägliche Bewegung und Arbeit, die seit ich Diabetes habe, auch mit viel Rohkost, kompensiere.
Meine Muskulatur war gesättigt mit Glukose, und genau da setzt diese Grippe an.
Innerhalb von vier Tagen verlor ich sämtliche Muskulatur und stieg nach 10 Tagen 11 Kilo leichter mit nur noch 52 Kilo aus dem Bett, aber auch nur deshalb, weil ich mir Dekubitus gelegen hatte, der so sehr schmerzte, dass Liegen nicht mehr ging. Die Lähmungen waren so schlimm, dass das Aufrichten aus dem Liegen zum Sitzen auf der Bettkante nur mit Tricks ging und 15 Minuten dauerte.
Fieses Wetter ab Mitte November, das keine Lust zum Sport bereitete und zu viel Zucker im Körper führte dazu, dass mein Arzt, den ich erst Ende April aufsuchte meinte, ich sähe aus wie ein Achtzigjähriger.
Hätte ich dazu noch eine Lungenentzündung bekommen, wäre es wohl vorbei gewesen.
Die hatte ich aber schon Anfang 2017 gehabt, und hatte dagegen Abwehrkräfte.
Was spricht dagegen, nachdem wir vergangenen Winter ca. 25000 Grippetote hatten, jetzt endlich mal auf die Ursache für den zeitlich rasanten Absturz von 4 Tagen in die Lähmung und nochmal 4 Tage Beatmung bis zum Sterben zu schauen.
Warum sind wir nicht in der Lage, die Bevölkerung mit einer gezielten Kampagne gegen den täglichen Genuss von Zucker und gesüßten Speisen und Getränken zu warnen?
Meine Erfahrung und der hohe Anteil von Diabetikern und älteren Menschen mit Bluthochdruck, die gerade in so kurzer Zeit gestorben sind, sprechen Bände.
Die Zuckerindustrie wird eine kurze Fastenzeit überleben.
Wer hat einen Krisenstab, der dazu den Mut hat.
Ich habe es nur knapp überlebt und weiß, was ich falsch gemacht habe.
Geben sie denen, die gefährdet sind, und das sind mehr als 10 Millionen in Deutschland eine reelle Chance, diese harte Grippe unbeschadet zu überstehen, wenn alle sofort jeglichen Zucker weglassen.
Googeln Sie bitte mal im Amerika der Fünfziger, als eine Polioepidemie täglich über 1000 Neubetroffene bescherte, da wurde stündlich im Radio die Warnung vor Zuckergenuss durchgesagt, und nach 3 Tagen ging die Anzahl der Betroffenen pro Tag gegen Null.
Einem Arzt war das aufgefallen, dass ein Zusammenhang zwischen Zuckergenuss und Betroffenen deutlich sichtbar war.
Bekommen wir das heute nicht mehr hin?
LNS
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