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Ausland

UNO und Helfer warnen vor Coronakrise in ärmeren Ländern

Freitag, 3. April 2020

/dpa

New York/Berlin – Die UNO und Hilfsorganisationen haben angesichts der Coronakrise zu mehr internationaler Zusammenarbeit aufgerufen. Vor allem die ärmsten Länder der Welt würden von den Folgen der Pandemie getroffen, heißt es in einer Entschließung der UNO-Vollversammlung von gestern.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete die Corona-Pandemie als die schlimm­s­te globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie sei eine Bedrohung für jeden Menschen auf der Welt und werde zu einer beispiellosen wirtschaftlichen Rezession führen. Zudem könne sie politische Instabilität und Konflikte in der Welt verstärken. Politische Akteure müssten daher auf Machtspiele verzichten; das Schicksal der Menschheit stehe auf dem Spiel.

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In Deutschland warnte die Diakonie Katastrophenhilfe, insbesondere die Menschen in Krisenregionen würden die Krankheit selbst, aber auch wirtschaftliche, soziale und poli­tische Auswirkungen der globalen Krise massiv zu spüren bekommen. Gesundheits­syste­me in vielen ärmeren Ländern seien nicht dazu in der Lage, mit einer großen Zahl von Corona-Patienten umzugehen.

„Besonders zuspitzen wird sich die Lage in Ländern wie Syrien, wo die Kriegsparteien in den vergangenen Jahren gezielt die medizinische Infrastruktur zerstört haben“, sagte Prä­sidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Die Gesundheitssysteme in Syrien, aber auch im Je­men oder in Venezuela seien schon ohne die Gefahr durch Corona kaum existent oder nicht leistungsfähig.

Auch Ärzte ohne Grenzen befürchtet einen raschen Anstieg der Zahl der COVID-19-Fälle in ärmeren Ländern. Da nicht einmal die Länder mit den fortschrittlichsten Gesundheits­systemen dem Coronavirus gewachsen seien, könnten die Folgen für Menschen in Län­dern mit schwachen Gesundheitssystemen umso drastischer sein, warnte die Hilfsorga­nisation in Berlin.

Die Hilfsorganisation Care erklärte, in Slums oder Lagern gebe es selten Zugang zu sau­be­rem Wasser. Gegenmaßnahmen wie Abstand halten oder häufiges Händewaschen seien unter solchen Umständen praktisch nicht umzusetzen. Die Daten zeichneten „ein er­schreckendes Bild dessen, was wir erwarten müssen, wenn sich die Covid-19-Epidemie weiter ausbreitet“. Es sei jetzt dringend erforderlich, die internationalen Gesundheits­maßnahmen zu verstärken. © kna/aerzteblatt.de

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