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Ärzteschaft

DIVI-Präsident kritisiert Verhalten privater Krankenhausträger in Coronakrise

Freitag, 3. April 2020

/rogerphoto, stock.adobe.com

Eschweiler – Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hat private Krankenhausträger dafür kritisiert, dass sie der Bitte von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) nicht sofort nachge­kommen sind, planbare Leistungen zu verschieben.

Mitte März hatte Spahn die Krankenhäuser dazu aufgefordert, um mehr Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19-Patienten zu bekommen. „Nach dem Aufruf haben private Krankenhausträger elektive Eingriffe sogar weiter nach oben geschraubt“, beanstandete Janssens gestern auf einem virtuellen Press Briefing des Science Media Center Germany.

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Auch eine Vorbereitung darauf, elektive Leistungen zu verschieben, habe nicht statt­ge­funden. „Da hat man gesehen, dass es unterschiedliche Ansätze gab zwischen den Trä­gern“, sagte Janssens.

„Da war die Solidarität nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten.“ Nach der Coronakrise müsse man sich die Geschäftsmodelle privater Träger genauer ansehen.

„Krankenhäuser sind Teil der Daseinsvorsorge, gerade jetzt in der Krise“, betonte Janssens. Im Kreis Heinsberg hätten sich private Träger jedoch lange aus diesem Geschäft heraus­ge­halten. „Das finde ich nicht gut“, so der DIVI-Präsident. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #811110
Stefan Schanz
am Dienstag, 7. April 2020, 17:30

Covid Patienten abgelehnt oder verschoben in andere Krankenhäuser?

Verurteilen kann ich die "Privaten" nur wenn sie a) Covid Patienten nicht aufgenommen haben, b) Covid Patienten ohne medizinische Indikation verlegt haben c) keine prophylaktische Planung für die zuhnahme der Covid Patienten betrieben haben. Wenn die Kapazität dann noch reichte zu operieren nennt man das erfolgreiches Management auf Sicht
Avatar #5402
wlep
am Sonntag, 5. April 2020, 19:01

Pauschalisierungen haben noch nie weiter geholfen...

Aus dem Alltag eines verantwortlichen Arztes eines Klinikums in privater Trägerschaft: Seit Wochen bereiten wir uns auf die Welle von Corona Patienten vor. Wir haben unsere planbaren Eingriffe praktisch komplett abbestellt. Seit dem Aufruf von Frau Merkel Anfang März ist unser oberstes Gebot sicherzustellen, dass ein Bett welches gebraucht wird nicht mit einem Patienten blockiert wird, der nicht zwingend hätte versorgt werden müssen. Eine Liste an Ausnahmeindikationen, vor allem in der Tumorchirurgie wurde erstellt, weil auch wir unserer ärztlichen Verantwortung nachkommen wollen und trotz Corona eine Weiterversorgung gewährleisten.
Lieber Herr Janssens, jetzt ist nicht der Zeitpunkt für Pauschalisierungen und unsachliche Grundsatzdiskussionen. Wir können zu einem späteren Zeitpunkt gerne über Kliniken in privater Trägerschaft diskutieren, dann aber auch im selben Atemzug über medizinische Qualität. Als Präsident der DIVI sind Sie auch mein Präsident, dann bitte verhalten Sie sich auch so und missbrauchen Sie Ihre Position nicht in der aktuellen Situation durch gesundheitspolitische pauschale Vorverurteilungen. Alle Schwestern, Pfleger, Ärzte, Hyginefachkräfte und viele andere Mitarbeiter die auch in Kliniken in privater Trägerschaft gerade über sich hinauswachsen brauchen aktuell eine andere Ansprache.
Avatar #562834
anaesthesist_meyer
am Freitag, 3. April 2020, 21:27

Wenn man damit nicht auch die Mitarbeiter solcher Kliniken strafen würde,

wäre es wohl eine richtige Reaktion, sich solche Häuser und deren Praktiken für die Zeit nach der Coronakrise gut zu merken und ihnen als ambulant tätiger Arzt dann keine Patienten mehr zuzuweisen.
LNS

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