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Medizin

Entzündung könnte Fortschreiten einer Alzheimer-Demenz triggern

Montag, 27. April 2020

/Juan Gärtner, stockadobecom

Bonn – Eine Immunreaktion der Mikroglia-Zellen im Gehirn könnte für die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung maßgeblich mitverantwortlich sein. Das berichten Wissenschaftler um Michael Heneka, Arbeitsgruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und Direktor der Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie am Universitätsklinikum Bonn. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift Cell Reports erschienen (DOI 10.1016/j.celrep.2020.02.025).

Bei der Alzheimer-Erkrankungen verklumpt ein Protein namens A-beta und bildet im Gehirn Ablagerungen. Bei Kontakt mit A-beta werden in den Mikroglia-Zellen bestimmte Molekül-Komplexe aktiv, die Inflammasomen. Diese können über Enzyme Immun-Botenstoffe aktivieren und dadurch eine Entzündung auslösen, indem sie weitere Immunzellen zum Ort des Geschehens dirigieren. „Mitunter gehen die Mikroglia-Zellen bei diesem Prozess zugrunde. Sie geben dann aktivierte Inflammasomen in ihre Umgebung ab, die ASC-Specks“, erklärt Heneka.

Laut der Arbeit der Forscher übernehmen diese freigewordenen Specks eine unheilvolle Doppelrolle: Einerseits verbinden sie sich mit den A-beta-Proteinen und erschweren dadurch ihren Abbau. Andererseits aktivieren sie die Inflammasomen in weiteren Mikroglia-Zellen, und zwar weit stärker, als A-beta allein es tun würde. In der Folge werden immer weitere ASC-Specks frei.

Dass ASC-Specks nach dem Zelltod aktiv bleiben, ist im übrigen Immunsystems des Körpers laut den Forschern eigentlich erwünscht: Sie können von anderen Immunzellen aufge­nommen und weiter genutzt werden. „Diese müssen dann keine eigenen Inflammasomen herstellen und können so beispielsweise schneller auf den bakteriellen Infekt reagieren“, so Heneka.

Im Gehirn sei dieser Mechanismus aber wenig sinnvoll: Nervenzellen produzierten ständig geringe Mengen A-beta. „Möglicherweise werden diese Ablagerungen erst in Kombination mit den ASC-Specks zu einer ernsten Gefahr für die Funktion des Gehirns“, vermuten die Forscher.

Die Ablagerung von A-beta beginnt wahrscheinlich Jahrzehnte, bevor erste Krankheits­symptome auftreten. „Eventuell ist es so in Zukunft möglich, Alzheimer präventiv zu behandeln, so dass es gar nicht erst zu Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit kommt“, hofft Heneka. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #819847
Chris1991
am Sonntag, 3. Mai 2020, 11:40

Entzündungen im Gehirn

So neu nun auch nicht, alle psychischen Probleme sind ja wohl Entzündungen im Gehirn. Frage ist, woher kommen die und was kann man dagegen tun. Siehe auch Epstein Barr Virus, Herpes, Toxoplasma Gondii, Schweinebandwurm...usw.
Sind alle nicht so nett, ernähren sich von uns, führen zu Entzündungen, Verwirrungen und Mikronährstoffmängeln.
Dr. Kuklinski lesen, Prof. Gottschling ggf. auch mal bei den Ernährungsdocs vorbeischauen oder Dr. Stoenesco. Die behandeln das schon länger. Nicht umsonst arbeiten die mit antientzündlicher Ernährung. Oder beim Heilpraktiker, der nimmt Kurkuma, Weihrauch, MSM, Omega 3, ggf. Alpha Liponsäure und Acetyl L Carnitin, B-Komplex, Vitamin C hochdosiert. Ja und es gibt auch Studien dazu.
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