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Universitätsklinikum Schleswig-Holstein startet Ernährungsstudie zu COVID-19

Dienstag, 7. April 2020

Gerhard Seybert, all rights reserved

Kiel – Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat eine bun­desweite Ernährungsstudie zu COVID-19 initiiert. Ziel ist, milde Erkrankungen zu stabili­sieren und die Zahl schwerer Verläufe zu reduzieren. Dazu soll gezielt der Ernährungssta­tus der Patienten optimiert werden.

Hintergrund des Forschungsprojektes ist der Verdacht, dass Mangelernährung ein we­sent­li­cher Risikofaktor für einen schweren Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion ist. Bundes­weit sollen rund 1.300 ambulante Patienten mit COVID-19, bei denen leichte bis mittel­schwere Symptome auftreten, in die Studie eingeschlossen werden.

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Die Studie initiiert haben Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin I, Mat­thi­as Laudes, Leiter der Ernährungsmedizin der Klinik, Wolfgang Lieb, Direktor des Insti­tuts für Epidemiologie des UKSH und der Universität zu Kiel sowie das Kompetenznetz Darm­er­krank­ungen.

„Der Körper baut bei chronischen Entzündungen die essenzielle Aminosäure Tryptophan ab und wandelt sie in Stoffwechselprodukte um, die selbst entzündungsfordernd sind“, erläutert Schreiber.

Entsprechende Forschungsergebnisse hat er bereits 2012 im Fachmagazin Nature ver­öffentlicht. In Folgestudien stellten Schreiber und andere Forschungsgruppen fest, dass molekulare Ernährungsinterventionen im Tiermodell eine reparierende Wirkung für die Immunfunktion haben und ihnen offenbar eine wesentliche antientzündliche Wirkung zukommt.

Im Rahmen der Studie sollen den COVID-19-Patienten nun zwei ernährungsrelevante In­terventionen angeboten werden. Die Hälfte der Patienten wird 1.000 Milligramm Vitamin B3 erhalten, die andere Hälfte erhält das Heilmittel Kieselerde.

Die Studienteilnehmer erhalten die Testpräparate kostenlos zugesandt. Es folgen drei An­rufe im Abstand von zwei Wochen und ein abschließender Kontakt nach sechs Monaten, in denen Fragen zum Krankheitsverlauf gestellt werden. © hil/aerzteblatt.de

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