NewsMedizinBfArM-Anordnung für Anwendung von Hydroxy­chloroquin-haltigen Arzneimitteln
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

BfArM-Anordnung für Anwendung von Hydroxy­chloroquin-haltigen Arzneimitteln

Dienstag, 7. April 2020

/David, stock.adobe.com

Bonn – Wegen des vermehrten Off-Label-Gebrauchs bei der Behandlung von COVID-19-Patienten hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jetzt eine Anordnung für die Anwendung von Hydroxychloroquin-haltigen Arzneimitteln erlassen. Damit soll die Versorgung von chronisch kranken Patienten, die von den zugelassenen Indikationen betroffen sind, sichergestellt werden.

Das BfArM hält fest, dass ein Einsatz von Hydroxychloroquin-haltigen Arzneimitteln au­ßer­halb der zulassungskonformer Indikationen im Off-Label-Einsatz zum Schutz der Pa­tienten außerhalb von klinischen Prüfungen nur im Rahmen eines individuellen Heilver­suchs bei stationär überwachten Verläufen von mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten er­folgen sollte.

Anzeige

Zu diesen Indikationen zählen laut BfArM „die rheumatoide Arthritis, die juvenile idiopa­thi­sche Arthritis oder der systemische Lupus erythematodes sowie die Malariaprophylaxe und -therapie“.

Das Institut nimmt zudem eine Mengenbeschränkung für die Verordnungen vor. Ärzte, die Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel ambulant verordnen, sollen ab sofort die zuge­lasse­­ne Indikation angeben. Eine Verordnung auf einem Privatrezept ohne Angabe der Indikation soll ebenfalls nicht erfolgen. Dies gilt auch für den Eigengebrauch unter der Vorlage des Arztausweises.

Außerdem sollen nicht mehr als maximal 100 Tabletten mit jeweils 200 Milligramm ver­ordnet werden. Dies entspricht einer üblichen Dosierung im Rahmen einer Dauertherapie (2 x täglich 200 mg für eine Dauer von 50 Tagen). Sofern das Arzneimittel für die Teilindi­kation Malariaprophylaxe verordnet wird, kann im Falle einer ambulanten Behandlung die Verordnung von maximal 12 Tabletten erfolgen.

Apotheken sollen Rücksprache mit den behandelnden Ärzten halten, wenn keine Indika­tion angegeben worden ist. Sie können sich auf diese Weise bestätigen lassen, dass für eine zulassungskonforme Indikation verordnet wurde. Die entsprechende Information kann durch die Apotheke auf der Verschreibung nachgetragen werden. © mls/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juni 2020
Berlin – In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden
SARS-CoV-2: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder
3. Juni 2020
Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat eine weitere klinische Prüfung mit COVID-19-Rekonvaleszentenplasma genehmigt. Die erste Genehmigung für eine derartige Studie hatte das Institut Anfang
COVID-19: Zweite Studie zur Therapie mit Rekonvaleszentenplasma in Deutschland kann starten
3. Juni 2020
Düsseldorf – Mit 30 Millionen neuen Masken und zehn Millionen neuen Schutzkitteln sieht sich das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) für die weitere Entwicklung der Coronapandemie gut vorbereitet. „Wir
Nordrhein-Westfalen schafft Millionen Schutzmasken und Kittel an
3. Juni 2020
Dresden – Besuche in sächsischen Pflegeheimen sollen von diesem Samstag (6. Juni) an unter Auflagen wieder möglich sein. Das hat das Kabinett heute beschlossen. Zudem sind dann Feiern bis zu 50
Sachsen öffnet Pflegeheime für Besuch
3. Juni 2020
Erfurt – Auf dem Weg zu mehr Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen löst Thüringen wie angekündigt seinen zentralen Krisenstab unter Leitung des Innenministeriums auf. Die Koordinierung der Maßnahmen
Thüringens Ge­sund­heits­mi­nis­terium übernimmt Krisensteuerung
3. Juni 2020
Berlin – Die vier Justizminister der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich
Grüne Justizminister beharren auf Gesetz für Corona-Warn-App
3. Juni 2020
Berlin – In Berlin gibt es wieder mehr neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Gestern wurden 6.873 bestätigte Fälle registriert, das sind 35 mehr als am Vortag und 23 mehr als am Tag davor,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER