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Medizin

SARS-CoV-2: Infektion erhöht Sterberisiko chirurgischer Patienten

Dienstag, 7. April 2020

/muratolmez, stock.adobe.com

Hongkong − Patienten, die sich während der Inkubationszeit der SARS-CoV-2-Infektion einer Operation unterzogen, erkrankten in einer Fallserie aus China in EClinicalMedicine (2020; doi: 10.1016/j.eclinm.2020.100331) früher an COVID-19 und starben häufiger an den Komplikationen.

An 4 Kliniken in der Stadt Wuhan sind bis Anfang Februar 37 Patienten, die vor der Operation asymptomatisch waren, an COVID-19 erkrankt. Bis auf 3 hatten alle in der Klinik keinen Kontakt zu Infizierten, so dass Zhengyuan Xia von der Universität Hongkong, der die Krankenakten ausgewertet hat, davon ausgeht, dass 34 Patienten bereits vor der Operation infiziert waren.

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Die Infektion verlief bei den Patienten ungewöhnlich rasch und heftig. Sie erkrankten im Durchschnitt 2,6 Tage nach der Operation. Innerhalb von 3,5 Tagen nach den ersten Symptomen litten sie bereits unter Atemnot (bei nicht operierten Patienten vergehen laut Xia etwa 8,0 Tage). Insgesamt 15 Patienten (44,1 %) mussten auf eine Intensiv­station verlegt werden (im Vergleich zu 26,1 % aus anderen Studien), von denen 7 Patienten starben. Die Case-Fatality-Rate betrug 20,6 % und war damit ebenfalls ungewöhnlich hoch.

Die Todesfälle traten 5 Mal nach Krebsoperationen auf, deren Verschiebung vermutlich die Prognose der Patienten verschlechtert hätte. 2 Patienten starben nach einer Hüft-Operation, die vermutlich gefahrlos hätte verschoben werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass Kliniken während der derzeitigen Epidemie gut beraten sind, wenn sie nicht notwendige Operationen verschieben. © rme/aerzteblatt.de

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