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Medizin

Asthma: Feinstaubfilter im Schlafzimmer verbessert Lungenfunktion von Kindern

Montag, 4. Mai 2020

/kwanchaichaiudom, stock.adobe.com

Durham/North Carolina − Ein Schwebstofffilter, der über 14 Tage die Feinstaub­kon­zentration im Schlafzimmer gesenkt hat, hat in einer randomisierten Studie in JAMA Pediatrics (2020; doi: 10.1001/jamapediatrics.2020.0140) die Lungenfunktion von asthma-kranken Kindern verbessert, wobei Kinder mit nicht-allergischem Asthma den größten Nutzen hatten.

Feinstaub gehört zu den Risikofaktoren für Asthmaanfälle. Besonders gefährdet sind aufgrund einer geringeren Ausdehnung der kleineren Atemwege Kinder. Ein Team um Junfeng Zhang von der Nicholas School of the Environment in Durham/North Carolina hat in einer randomisierten Studie untersucht, ob ein Schwebstofffilter („High Efficiency Particulate Air filter“ HEPA) im Schlafzimmer die Lungenfunktion von Kindern mit mildem bis mittelschwerem Asthma verbessern kann.

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Die Studie wurde in einem Vorort von Shanghai durchgeführt, wo die Feinstaubkonzen­trationen der Außenluft während der 14 Tage der Untersuchung zwischen 28,6 und 69,8 µg/m3 betrugen und damit teilweise über den in Europa und den USA geltenden Grenzwerten von 40 µg/m3 lagen.

Im Schlafzimmer von 43 Kindern mit mildem bis mittelschwerem Asthma wurde ein Gerät aufgestellt, das in einem Cross-over-Design über 2 Phasen von 14 Tagen die Luft filterte. In einer Phase wurde ein HEPA-Filter und ein Aktivkohlefilter aktiviert, in der anderen Phase die Luft lediglich umgewälzt.

Während der aktiven Phase senkte der Luftfilter die Feinstaubkonzentration im Schlaf­zimmer um 79,6 %, während der inaktiven Phase kam es infolge der Luftbewegungen zu einem Rückgang um 25,7 %.

Die Untersuchungen der Kinder ergaben, dass die Verminderung des Feinstaubs die Lungenfunktion verbesserte. Die deutlichsten Effekte wurden in der Impulsoszillometrie beobachtet, mit der sich der Atemwegswiderstand bestimmen lässt. Nach den von Zhang vorgestellten Daten kam es mit abnehmender Feinstaubbelastung vor allem in den kleineren Atemwegen zu einer Verminderung des Atemwegswiderstands, sprich einer Verbesserung der Lungenbelüftung.

Auch die Konzentration von Stickoxid in der Ausatemluft (FeNO), ein Marker für die Entzündungsprozesse in den Atemwegen, ging zurück. Die Auswirkungen auf die Spirometrie waren nach 14 Tagen noch gering. Der Peak Flow verbesserte sich um 1,6 % von 245,1 auf 253,5 ml.

Interessanterweise waren die Verbesserungen auf Kinder mit einem nicht-allergischen Asthma beschränkt. Bei Kindern mit einem hohen FeNO-Ausgangswert oder einer hohen Zahl von Eosinophilen im Blut zeigten die Feinstaubfilter die geringste Wirkung. Ob sich die Feinstaubfilter langfristig günstig auf den Verlauf der Erkrankungen auswirken, lässt sich nach 14 Tagen noch nicht beurteilen. © rme/aerzteblatt.de

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