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Ärzteschaft

Handlungs­empfehlungen zur Versorgung von Diabetikern mit COVID-19

Dienstag, 7. April 2020

/Robert Kneschke, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat Empfehlungen für Ärzte zum Dia­betes-Management bei COVID-19 zusammengestellt. „Insbesondere in der Betreuung von Diabetespatienten mit häufigen Komorbiditäten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipo­sitas oder Bluthochdruck kann eine effektive Diabetestherapie ausschlaggebend dafür sein, Komplikationen in Folge des Coronavirus zu umgehen“, sagte DDG-Präsidentin Monika Kellerer.

Insbesondere Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes, Menschen mit Typ-1-Diabetes und Patienten mit Komorbiditäten sollten laut der Handlungsempfehlung bei COVID-19 hinsichtlich ihres Diabetes engmaschig betreut werden. Die Autoren betonen die mögli­chen Wechselwirkungen von antidiabetischen und antiviralen Medikamenten sowie even­tuelle Nebenwirkungen oraler Antidiabetika.

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„Im Falle eines schweren Krankheitsverlaufs bei COVID-19 ist anzuraten, eine eventuell vorbestehende orale Medikation durch eine Insulinbehandlung zu ersetzen“, rät Jochen Seufert, Leiter der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg und Mitautor der Handlungsempfehlung. Insulin gehe weniger mit Komplikatio­nen wie Ketoazidose oder Laktatazidose einher und sei zudem besser mit antiviralen Medikamenten wie Hydroxychloroquin kombinierbar.

„Die Überwachung der Blutglukosewerte ist mit einer Insulintherapie zudem wesentlich einfacher. Bei intensivmedizinischer Betreuung kann mit einem Insulinperfusor gearbei­tet werden, der dem Patienten regelmäßig Insulin verabreicht“, so Seufert.

Bei Fieber sowie eingeschränkter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme empfehlen die DDG-Experten, eine bestehende Therapie mit SGLT2-Inhibitoren oder Dapagliflozin bei Typ-1-Diabetes vorerst auszusetzen. Idealerweise sollte der Blutglukosewert von infizier­ten Diabetespatienten zwischen 70 und 180 mg/dl oder 3,9 und 10 mmol/dl und der Lang­zeitblutzuckerwert HbA1c unter 7,5 liegen.

Bei intensivmedizinisch betreuten Patienten sei ein Blutzuckerwert zwischen 140 und 180 mg/dl beziehungsweise 7,8 bis 10 mmol/dl anzustreben. Der Blutdruck sollte sowohl bei milden sowie schweren Verläufen 135/85 mmHg möglichst nicht übersteigen.

„Grundvoraussetzungen für Diabetespatienten sind zunächst eine gute Blutzuckerein­stell­ung, eine Überwachung möglicher Anzeichen für eine Ketoazidose oder Laktatazidose sowie des Blutdrucks“, bilanziert Kellerer die Handlungsempfehlungen.

Die DDG empfiehlt zudem, alle COVID-19 erkrankte Personen auf einen nicht-bekannten Diabetes zu untersuchen. „So können die behandelnden Ärzte ausschließen, dass es zu stoffwechselbedingten Komplikationen im Krankheitsverlauf kommt und rechtzeitig ge­genlenken“, so die DDG-Präsidentin. © hil/aerzteblatt.de

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