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Ärzteschaft

Immunitätsnachweis durch Antikörpertest noch nicht möglich

Dienstag, 7. April 2020

/totojang1977, stock.adobe.com

Berlin – Häufig diskutiert wird in letzter Zeit die potenzielle Möglichkeit der „Freites­tung“ durch Antikörpertests, die eine überstandene SARS-CoV-2 Infektion nachweisen. Speziell im Gesundheitssektor würde sich dadurch vieles vereinfachen.

Doch die Sensi­ti­vität und Spezifität von Antikörpertests sei derzeit noch nicht ausrei­chend, um einer Per­son verlässlich Immunität gegenüber SARS-CoV-2 zu bescheinigen. Darauf wiesen die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) heute in einer Online-Pressekonferenz hin.

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Dringend abzuraten ist den Labormedizinern zufolge außerdem von teilweise bereits über das Internet vertriebenen Antikörper-Schnelltests mit häufig fraglicher Testqualität. Selbst die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat bereits vor gefälschten medizinischen Tests in diesem Bereich der Labordiagnostik gewarnt.

Zu unterscheiden seien diese Schnelltests von der ELISA-Untersuchung in akkreditierten medizinischen Laboren, die noch einmal gezielter nach spezifischen Oberflächenmerkma­len des Virus suchten, erklärte Jan Kramer, Vorstand im ALM und Sprecher der AG Versor­gungsforschung. Hier gebe es erste Tests, einige wenige auch CE-zertifiziert, mit denen gerade in einigen medizinischen Labors Erfahrungen gesammelt würden.

Allerdings: Auch die Antikörpertests aus dem medizinischen Labor könnten (noch) nicht für eine Freitestung eingesetzt werden, ergänzte er, da noch zu häufig falsch positive Ergebnisse erzeugt würden. Grund dafür ist die aktuell noch sehr geringe Prävalenz der COVID-19-Erkrankung in der Bevölkerung.

„Die Krankheit ist so selten, dass die Testspezifika noch zu unsicher sind, um zuverlässig eine Auskunft über Immunität beziehungsweise das Vorhandensein von Antikörpern geben zu können.“

„Bei allen Antikörper-Testverfahren gibt es Kreuzreaktionen mit anderen Coronaviren“, sagte Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM. Ein positiver Antikörpertest gibt somit Hinweise auf einen zurückliegenden Erregerkontakt – kann aber nicht zu 100 Prozent beweisen, dass es sich um SARS-CoV-2 handelte. © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #819018
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am Samstag, 2. Mai 2020, 15:19

Corona-Genese sind immun - dafür spricht die Statistik

Bestimmen Sie nach jeder Impfung Antikörper um die "Wirksamkeit" der Impfung zu belegen?
Das RKI hat keine Probleme Menschen mit ausschließlich IGG __AK Nachweis zu Sars-Co 2 als "Infizierte" zu führen .... - aber weigert sich die gleichen AK als Beleg für eine Immunität zu akzeptieren.

Aber es gibt andere statistische Möglichkeiten, die Immunität der Genesenen zu erhärten:
Ich habe mit den RKI Daten die tägliche Neuinfektionrate in D errechnet.
Gleichzeitig habe ich die (geschätzte) Genesenen-Zahl (auch RKI Angabe) benutzt um zu errechnen wie viele Genesene bei gleicher Infektionsrate mit einer erneuten Sars_Cov 2 Infektion zu erwarten sind. Die Daten lagen seit dem 1.4.2020 tgl. bei 1-2 Fällen, mittlerweile wären 48 2. Infektionen zu erwarten.

Bisher ist in Deutschland kein einziger Fall einer Zweitinfektion beobachtet / gemeldet worden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass PCR nicht nur aktive Viren nachweist, sondern auch nicht infektiöse Bruchstücke des Virusgenoms, d.h. es kann durchaus sein, dass bei einem Genesenen sogar nochmal ein PCR Test "anschlägt", obwohl er nicht mehr infektiös ist. In so einem Fall sollte unbedingt noch ein direkter Virusnachweis durchgeführt werden.
Es gibt keinen Grund zumindest Genesene (d.h. nach ursprünglichem PCR Nachweis und evtl anschließender Negativität) als immun zu betrachten. Für diese Menschen ist jede Beschränkung der Persönlichkeitsrechte mit Verweis auf "Corona" unangemessen und trägt nichts zur Pandemie_Eindämmung bei.

Dr. Bettina Müller LL.M

Avatar #764919
VictorLA
am Dienstag, 7. April 2020, 22:48

Auch in Brasilien

Auch in Brasilien ist es komplett verrückt, die Zahl der Kaputte testen. Sie sind so viele, dass man es während die ganze Epidemie muss man es ausprobieren, welche gut und nicht gut sind.
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