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Politik

Söder deutet Verlängerung von Anti-Corona-Maß­nahmen an

Dienstag, 7. April 2020

/picture alliance, Peter Kneffel

München − Im Kampf gegen SARS-CoV-2 müssen sich die Menschen in Bayern auf länge­re Schulschließungen, geschlossene Geschäfte und Restaurants und Beschränk­ungen des öffentlichen Lebens einstellen. Es werde nach Ostern nicht einfach so weiter­gehen wie bisher, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute nach einer Kabinetts­sitzung in München. Man dürfe die Dinge nicht zu frühzeitig lockern, sondern müsse in Stufen vorgehen.

Dabei nannte der CSU-Chef eine Maskenpflicht „hochwahrscheinlich“: „Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben.“ Überall dort, wo man Entwick­lun­gen erlaube, brauche es Auflagen, Abstände, Desinfektionen − und mehr Masken. Das gelte nicht nur für Geschäfte, sondern etwa auch für den öffentlichen Nahverkehr.

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Bislang gelten die Ausgangsbeschränkungen und Auflagen bis 19. April. „Nach Ostern werden Perspektiven entwickelt und abgestimmt“, sagte Söder mit Blick auf die Gesprä­che zwischen Bund und Ländern heute. Er verwies aber explizit auf Österreich, das drei Wochen voraus sei: Dort würden viele Maßnahmen verlängert, Ausgangsbe­schränk­ungen blieben, und auch die Schulen blieben zu.

Dieser Weg scheine „sehr ausgewogen“, Bayern habe Sympathie für dieses Modell. „Wo es keine Änderungen wahrscheinlich geben wird und geben kann, das zeigt das Beispiel Österreich, sind die Bereiche, wo es auch kaum möglich ist, den Abstand zu halten: in der Gastro-Szene, Clubs, Diskotheken, Hotels und auch bei Veranstaltungen“, betonte er.

Ob und welche Geschäfte wieder geöffnet werden können, werde man „gemeinschaftlich auf nationaler und bayerische Ebene diskutieren“. Söder betonte: „Menschenleben gehen einfach vor Shopping-Touren.“

Und bei den Schulen müsse man „sehr klug überlegen und sehr sensibel damit umgehen“. „Aus meiner Sicht ist klar: Wir wollen erreichen, dass diejenigen, die Abschluss­klassen ha­ben, eine Möglichkeit haben, diese zu bestehen“, sagte Söder. „Das muss nicht automa­tisch durch den Schulunterricht erfolgen. Das kann auch in anderer Form sein.“ Und man müsse die Lehrpläne für das laufende Schuljahr anpassen.

Zudem betonte Söder, dass man etwa Grundschülern keine Maskenpflicht auferlegen könne. Man wolle aber andererseits nicht, dass die Schulen am Ende ein neuer Weg seien für eine „Rückkehr“ des Coronavirus.

Aktuell sieht Söder weitere Fortschritte im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus: „Der positive Trend in Bayern der letzten Tage, der setzt sich glücklicherweise fort.“ Söder warn­te aber: „Wir sind noch lange nicht über den Berg.“ Man müsse nach wie vor vorsich­tig und umsichtig sein. Wenn der Trend so bleibe, könne man aber zuversicht­licher in die Zukunft schauen.

Bayern arbeitet unterdessen auch an der Produktion von Beatmungsgeräten im Land. Falls die vorhandenen Kapazitäten im Zuge der Krise nicht ausreichten, wolle man so weit sein, Produkte aus heimischer Herstellung anbieten zu können, sagte Wirtschafts­mi­nister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in München. Zudem sei man dabei, die Produktion von Atemschutzmasken massiv auszubauen und die Versorgung mit Desinfektionsmitteln voranzutreiben. © dpa/aerzteblatt.de

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