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Millionenschwerer Betrug mit Atemschutzmasken

Mittwoch, 8. April 2020

Düsseldorf – Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) ist in der Coronakrise einem millio­nen­schweren Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken aufge­sessen. Zwei Ver­triebsfirmen sollten nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Traunstein rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land NRW liefern.

Nordrhein-Westfalen habe dafür bereits rund 14,7 Millionen Euro an ein Schweizer Vertriebsunter­neh­men gezahlt, teilte die Behörde gestern mit. Die Vertriebsfirmen, deren Geschäftsführer aus dem oberbayerischen Traunstein kommt, leisteten laut Mitteilung eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintli­chen Lieferfirmen.

Als die Masken nicht wie geplant ankamen, habe der Geschäftsführer am 30. März Anzeige erstattet. Offenbar noch rechtzeitig: mehr als zwei Millionen des überwiesenen Geldes seien inzwischen auf Konten im Ausland entdeckt und eingefroren worden, berichtete die Staatsanwaltschaft.

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An das Land NRW seien inzwischen rund 12,3 Millionen Euro zurückbezahlt worden. NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) geht nach Angaben von gestern da­von aus, dass dem Land kein finanzieller Schaden entstanden ist.

„Der Vorgang zeigt: Der Markt für Schutzausrüstung ist im Wesentlichen zusammenge­brochen und es herrschen teilweise Wildwest-Manieren mit kriminellen Machenschaften“, sagte der Minister. NRW verlasse sich deshalb nicht nur auf einen Lieferanten.

Der Geschäftsführer der Vertriebsfirmen hatte laut Mitteilung Mitte März von den Betrü­gern Angebote für die Schutzmasken erhalten. Die Landesregierung in Düsseldorf hatte großes Interesse und orderte rund zehn Millionen Stück. Über mehrere europäische Zwi­schenhändler sollte die Ware in den Niederlanden übergeben werden.

Rund 52 Lieferfahrzeuge standen den Ermittlern zufolge schon bereit, um die dringend benötigten Schutzmasken aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen zu bringen, ab der Grenze in Deutschland sogar mit Polizeieskorte.

Derzeit laufen noch Ermittlungen in mehreren Ländern. Die Täter hätten die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert, berichtete die Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben machte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

In Traunstein ist eine Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung der grenz­überschreitenden Kriminalität befasst, das sogenannte Traunsteiner Modell. Auch Beamte der Kriminalpolizei sowie Ermittlungsbehörden in mehreren europäischen Ländern sind im Einsatz. © dpa/aerzteblatt.de

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