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Medizin

Fähigkeit von künstlicher Intelligenz bei der Bildbeurteilung möglicherweise überschätzt

Dienstag, 14. April 2020

/zapp2photo, stock.adobe.com

London – Viele Studien, die behaupten, dass künstliche Intelligenz (KI) medizinische Bilder ebenso gut oder besser beurteilen kann als menschliche Experten, sind von schlechter Qualität und „wohl auch übertrieben“. Das berichtet ein Forscherteam vom Imperial College London im British Medical Journal (BMJ 10.1136/bmj.m689). „Irrefüh­rende Behauptungen schüren den Hype und stellen ein Risiko für die Patientensicherheit dar“, warnen die Forscher.

Sie haben für ihre Arbeit die Ergebnisse veröffentlichter Studien der vergangenen 10 Jahre überprüft und die Leistung eines Algorithmus für tiefes Lernen („deep learning“) in der medizinischen Bildgebung mit feiner von Experten durchgeführten klinischen Unter­suchung verglichen. Sie fanden 2 infrage kommende randomisierte klinische Studien und 81 nicht-randomisierte Studien.

Von den nicht-randomisierten Studien waren nur 9 prospektiv und nur 6 wurden in einer realen klinischen Umgebung getestet. Die durchschnittliche Zahl der menschlichen Experten in der Vergleichsgruppe betrug nur 4, der Zugang zu den Rohdaten und dem Code war meist stark eingeschränkt, was eine unabhängige Überprüfung der Ergebnisse erschwerte.

3/4 (61 Studien) gaben an, dass die Leistung der KI zumindest mit der der Kliniker vergleichbar oder besser sei, und nur 31 (38 %) gaben an, dass weitere prospektive Studien oder Versuche erforderlich seien.

Die Forscher bewerteten aber mehr als 2/3 der Studien (58 von 81) als „hochgradig verzerrt“.

„Der Maximierung der Patientensicherheit ist am besten gedient, wenn wir sicherstellen, dass wir eine qualitativ hochwertige und transparent berichtete Evidenzbasis entwick­eln“, fordern die britischen Forscher in Bezug auf die Bildanalysefähigkeit von KI. © hil/aerzteblatt.de

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