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Architektur soll Infektionsrisiko im Krankenhaus senken

Mittwoch, 8. April 2020

Ansicht des KARMIN-Demonstrators /Tom Bauer, IIKE

Braunschweig – Architekten der Technischen Universität (TU) Braunschweig haben ge­mein­sam mit Molekularbiologen, Medizinern und Industriepartnern einen Prototypen für ein infektionspräventives Patientenzimmer entwickelt. Das Bundesministerium für Bil­dung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt namens „KARMIN“ („Krankenhaus, Archi­tektur, Mikrobiom und Infektion“).

Wissenschaftler der Charité Berlin haben zunächst ein Jahr lang Abstriche in Patienten­zimmern sowie Proben direkt von Patienten genommen. „So können wir zum ersten Mal zeigen, wie sich das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Mikroorganismen, auf den Ober­flächen im Krankenhaus aufbaut“, erläuterte Rasmus Leistner vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité. Reinigungsmittel und anwesende Personen könnten demnach durch ihr eigenes Mikrobiom die Mikroben-Konstellation des Zimmers verän­dern.

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Architekten und Designer der TU Braunschweig konnten im Anschluss zeigen, wie eine kluge Raumplanung und die Neugestaltung hygienerelevanter Gegenstände die Übertra­gung von Keimen in Krankenhäusern verhindern kann.

Neben Oberflächenmaterialien, die sich leicht reinigen lassen, ging es dabei auch um Details wie die Beleuchtung und die Position der Desinfektionsmittel-Spender. Wichtig ist zudem laut den Wissenschaftlern, für ein Zweibettzimmer auch zwei Bäder vorzusehen.

„Wir gehen davon aus, dass die Mehrkosten für die zweite Nasszelle dadurch ausgegli­chen werden, dass Kosten für eventuelle Infektionsbehandlungen wegfallen“, sagt KARMIN-Projektleiter und Architekt Wolfgang Sunder vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen (IIKE) der TU Braunschweig.

Das Architektenteam hat gemeinsam mit Industriepartnern einen Prototypen für das neuartige Patientenzimmer gebaut. „Der Demonstrator soll jetzt von Klinikmitarbeitern sowie einem Expertenteam bewertet werden“, sagte Sunder. Im Oktober 2020 soll der KARMIN-Demonstrator dann einem internationalen Fachpublikum auf dem Berliner „World Health Summit“ vorgestellt werden. © hil/aerzteblatt.de

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