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Politik

Bund erwartet 40 Millionen neue Schutzmasken

Mittwoch, 8. April 2020

Im Rahmen der speziell für die Coronakrise eingerichteten „Airbus-Luftbrücke“ des europäischen Flugzeugbauers werden rund vier Millionen Gesichtsmasken aus Tianjin (China) aus einem Airbus vom Typ A350-1000 entladen. /picture alliance, Airbus, dpa

Berlin – Im Kampf gegen die Coronaepidemie erwartet die Bundesregierung weiteren Nachschub an Schutzausstattung für das medizinische Personal. Diese Woche sollen 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen, wie das Bundesministerium für Ge­sundheit (BMG) heute mitteilte.

Das sei so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen. Hintergrund ist auch eine Kooperation mit der Lufthansa in einer Art „Luftbrücke“ für regelmäßige Trans­portflüge nach China. Man sei in der Lage, täglich eine Passagiermaschine der Lufthansa für 25 Tonnen Fracht nach Shanghai zu schicke, so das BMG.

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Ergänzend zu den Flügen der Lufthansa nach Shanghai könnte bei Bedarf auch das Ver­teidigungsministerium Transportkapazitäten bereitstellen, wie ein Sprecher erläuterte. Wenn dies durch kommerzielle Angebote nicht abzudecken sei, könnten vom 23. bis 28. April auch vertraglich gesicherte Flüge von Großraum-Frachtflugzeugen vom Typ Anton­ow zur Verfügung gestellt werden.

Die Maßnahmen sollen dazu dienen, flexibel auf Warenströme reagieren zu können. Hintergrund ist, dass Schutzausrüstung für medizinisches Personal wie Atemschutzmas­ken und Anzüge derzeit weltweit knapp sind. Der Markt ist außerdem massiv umkämpft.

Die Bundesregierung ist daher in eine zentrale Beschaffung eingestiegen, um ergänzen­des Material zum Weiterverteilen an Praxen, Krankenhäuser und Pflegeheime zu besor­gen. Dabei bereiten Einkaufs- und Lieferbedingungen teils Schwierigkeiten – besonders in China, das für den Großteil der globalen Schutzmaskenproduktion steht.

Jüngste Erfahrungen zeigten, dass Zwischenhändler Lieferpflichten oft nicht erfüllen könnten, heißt es in einem Ministeriumsbericht zum Stand der Beschaffung vom 4. April. Teils würden Fälschungen oder Produkte angeboten, die von zugesagten Standards ab­weichen. Auch beim Versand nach Deutschland komme es zu Problemen. Daher gebe es bei Lieferprognosen große Unsicherheiten.

Vor allem die Beschaffung vor Ort in China zeigt demnach aber nun „kurzfristig Wirkung“. Sie erlaube Zugriff auf sehr große Kapazitäten von etwa 1.000 Herstellern, die normge­rechte Ware herstellen könnten. Anfang April habe zudem ein direkter Zugang zu einem staatlichen Produzenten hergestellt werden können, der ein höheres Maß an Qualität und Liefersicherheit verspreche.

Die vom Bund zentral beschaffte Schutzausrüstung soll laut dem Bericht zu 85 Prozent im Gesundheitssektor verteilt werden, 15 Prozent sollen an oberste Bundesbehörden und ihre Geschäftsbereiche gehen – dazu gehören etwa auch Bundespolizei und Technisches Hilfswerk. Die Kassenärztlichen Vereinigungen verteilen an Praxen weiter, die Länder an Kliniken, Pflegeheime und andere Einrichtungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, dass der Nachschub besser werden müsse. Man sei bei der Versorgung mit Schutzmasken vorangekommen, aber noch nicht im wünschenswerten Umfang, hatte sie Anfang der Woche betont. „Wir müssen hart arbeiten, damit Krankenhäuser, Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Behindertenein­richtungen, damit das Personal dort wirklich ausreichend und auch nicht von Tag zu Tag lebend mit den entsprechenden Schutzgütern ausgestattet ist.“

Neben der Beschaffung auf den Märkten will der Bund Anreize setzen, um eine Herstell­ung von Masken und Vorprodukten wie Vlies-Material im Inland aufzubauen. Vorgesehen sind dafür Investitionszuschüsse, wenn Unternehmen ihre Produktion umstellen, und Ab­nahmegarantien. Ziel ist es laut Bundesregierung, einen nicht nur kurzfristigen Bedarf zu decken, sondern Nachschub für mehrere Monate. © dpa/aerzteblatt.de

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