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Medizin

Studie: Autoimmun-Antikörper in der Bevölkerung werden häufiger

Donnerstag, 16. April 2020

Bei Autoimmunkrankheiten, wie der rheumatoiden Arthritis oder Multipler Sklerose, richten sich körpereigene Antikörper gegen spezifische Antigene ei­nes Or­gans, Or­gansystems oder eines ganzen Gewebes. /Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Research Triangle Park/North Carolina − Die Zahl der US-Amerikaner, die antinukleäre Antikörper im Blut haben, ist in den letzten Jahren weiter angestiegen. Die in Arthritis & Rheumatology (2020; DOI: 10.1002/art.41214) vorgestellten Ergebnisse deuten auf eine vermehrte Anfälligkeit der Bevölkerung auf Autoimmunerkrankungen hin.

Antinukleäre Antikörper (ANA) sind gegen Antigene im Zellkern gerichtet. Sie treten bei einer Reihe von Autoimmunerkrankungen (vor allem Kollagenosen und rheumatische Erkrankungen) auf und sind der häufigste Biomarker für Autoimmunerkrankungen, auch wenn nur ein geringer Teil der Menschen, bei denen ANA nachweisbar sind, auch erkranken.

Die Zahl der Menschen mit Autoimmunerkrankungen hat seit ihrer ersten Beschreibung vor mehr als 50 Jahren nicht nur zugenommen, weil immer mehr Varianten entdeckt werden. Für einige wichtige Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder Multiple Sklerose ist eine Zunahme der Erkrankungsfälle gut dokumentiert.

Ein Team um Frederick Miller vom National Institute of Environmental Health Sciences in Research Triangle Park/North Carolina hat jetzt die Prävalenz von ANA in der US-Bevölkerung bestimmt. Dazu wurden Blutproben von 14.211 Personen im Alter ab 12 Jahren untersucht, die an den U.S. National Health and Nutrition Examination Surveys (NHANES) teilgenommen hatten. Es handelt sich um repräsentative Stichproben der US-Bevölkerung, die im Auftrage der Statistikbehörde untersucht werden. Dabei werden teilweise auch Blutproben entnommen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Prävalenz der ANA in den letzen beiden Jahrzehnten zugenommen hat. Im Survey von 1988-1991 hatten 11,0 % der Teilnehmer ANA, im Survey von 1999-2004 waren es 11,5 % und im Survey von 2011-2012 bereits 15,9 %. Damit hätten 22, 27 und 41 Millionen Amerikaner eine Anfälligkeit eine Prädisposition auf eine Autoimmunerkrankung.

Die größte Zunahme wurde in der jüngsten untersuchten Altersgruppe gefunden. Der Anteil der Teenager (12 bis 19 Jahre) hat sich bei der 2. Untersuchung verdoppelt und in der 3. sogar verdreifacht.

Die Ursachen für die Entwicklung sind nicht klar. Da sich der Genpool der Bevölkerung nicht verändert hat, kommen in erster Linie Umweltfaktoren infrage. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 18. April 2020, 19:38

Practicus — apropos nicht nachprüfbare Argumente:

Mit nicht nachprüfbaren Argumenten lebt die Medizin ganz gut, nämlich auf der Grundlage des Risikofaktorenprinzips. Auf der Grundlage dieses Prinzips ist es der Medizin möglich, auch Dinge zu bekämpfen, die mit einer Krankheit bloß korrelieren. Laut Wikipedia braucht etwas, um als Risikofaktor gelten zu können, nicht von verursachender Eigenschaft zu sein, was dazu führt, dass von der Ärzten falsche Angriffsziele bekämpft werden.
Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 18. April 2020, 01:25

Ignoranz

läßt sich nur bekämpfen, wenn man den Ignoranten auch als solchen bezeichnet. Willkürlich unkundige Personen mit nicht nachprüfbaren Argumenten zitieren, ist nun mal grober Unfug!
Die Zunahme von übergewichtsbedingten Erkrankungen in der amerikanischen Bevölkerung geht auf das Konto der selbsternannten Ernährungsgurus, die im Sold der amerikanischen Zuckerindustrie zwei Jahrzehnte unmäßigen Kohlenhydratkonsum verursacht haben - und damit die immense Adipositas-Epidemie der US-Bürger samt Folgeerkrankungen
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Freitag, 17. April 2020, 07:42

Thomas G. Schätzler

Gelbe Karte für den Gebrauch eines Argumentes aus der Gruppe „Argumentum ad hominem“
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 17. April 2020, 07:22

TOUCHÉ, FERDINAND WOLFBEISSER...

Sie lesen zu viel Regenbogen-Presse! Robert Francis „Bobby“ Kennedy (* 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts; † 6. Juni 1968 in Los Angeles, Kalifornien) war als jüngerer Bruder des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy ein US-amerikanischer Politiker. Aus seiner Ehe stammen elf Kinder, seine letzte Tochter wurde erst nach seinem Tod geboren.

Was nun Robert Francis Kennedy, Jr. (* 17. Januar 1954), oft RFK Jr. oder Bobby Jr. genannt, als US-amerikanischer Rechtsanwalt, Umweltaktivist und Autor gesagt oder nicht gesagt hat, bleibt mangels Sach- und Fachkunde (das verbindet Sie mit ihm) wissenschafts- und erkenntnistheoretisch völlig irrelevant.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 16. April 2020, 19:47

Ein prominenter Amerikaner,

der Sohn von Robert Kennedy, dem Bruder von JF Kennedy, Robert Kennedy jr. weiß dazu Folgendes zu sagen: Die Gesundheit der Amerikaner habe sich gemäß den Erhebungen der EPA (amerikanische Umweltschutzbehörde) ab 1989 signifikant verschlechtert. (Hinsichtlich Impfungen scheint in Amerika das Jahr 1989 eine Zeitenwende zu markieren). Bei Personen, die vor 1989 geboren worden sind, betrage das Risiko, von einer Krankheit einer bestimmten Gruppe betroffen zu sein, 12%, bei nach dieser Zeitenwende Geborenen dagegen 54%(!).
LNS

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