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Medizin

COVID-19: Warum Raucher und COPD-Patienten anfälliger sind

Donnerstag, 9. April 2020

Uploaded: 30.03.2017 16:20:00 by maybaum

Vancouver − Raucher und Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) exprimieren in ihren Atemwegen vermehrt den ACE2-Rezeptor, über den SARS-Coronaviren in die Zellen gelangen. Die im European Respiratory Journal (2020; doi: 10.1183/13993003.00688-2020) vorgestellten Befunde, können erklären, warum COVID-19 in beiden Risikogruppen häufiger einen schweren Verlauf nimmt.

In den epidemiologischen Studien zu COVID-19 gehören Raucher und COPD-Patienten zu den Risikogruppen für einen schweren Verlauf der Erkrankung. Bislang wurde die vermehrte Anfälligkeit mit der Vorschädigung der Lungen erklärt, die bei Rauchern und COPD-Patienten vorliegt.

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Pneumologen der Universität von British Columbia and St. Paul's Hospital haben eine weitere Erklärung. Janice Leung und Mitarbeiter hatten zunächst die Expression des Angiotensin-konvertierenden Enzyms 2 (ACE2) auf Zellen untersucht, die sie bei der Bronchoskopie aus den Atemwegen von 21 Patienten mit COPD entnommen hatten. Der Vergleich zu 21 gesunden Kontrollen ergab, dass die Atemwegszellen der COPD-Patienten vermehrt ACE2 exprimierten.

Bei der Untersuchung fiel auf, dass die ACE2-Expression bei den Rauchern unter den COPD-Patienten besonders hoch war. Die Forscher überprüften ihre Ergebnisse deshalb in 2 anderen Gruppen mit 249 Personen. Auch dort fanden sie bei den Rauchern eine höhere Expression von ACE2-Rezeptoren auf den Zellen der Atemwege.

Tabakrauchen ist der wichtigsten Risikofaktoren für eine COPD und viele Patienten rauchen nach der Diagnose weiter. Diese Patienten sind nach Einschätzung von Leung doppelt gefährdet und sollten sich deshalb besonders penibel an die Regel des „Social Distancing“ halten, rät Leung. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #830186
JeWy
am Montag, 25. Mai 2020, 16:59

ACE2-Expression verringern?

Was hier nicht steht und in diese Studie sicherlich auch gar nicht erforscht wurde: Wie schnell lässt sich denn die ACE2-Expression wieder verringern, wenn man mit dem rauchen aufhört? Es gibt ja beim Rauchstopp kurzfristige (Blutdruck, Puls) und ziemlich langwierige Effekte (Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko). Ich habe seit Februar nur noch "gepafft" und nicht mehr inhaliert, Ostern dann ganz aufgehört, das sind jetzt 6 Wochen. COPD ist schon länger diagnostiziert. Mich würde interessieren, ob das schon Auswirkungen auf ACE2 hat.
Avatar #824847
Dorothea17
am Montag, 13. April 2020, 09:22

Nichtrauchen...

.....Schwerer als gedacht. Ich habe, Ende Februar, nach 30 Jahren moderaten Rauchen aufgehört, u.a. auch wegen dem Virus. Aufhören wollte ich schon lange. Gehöre, wie viele meiner noch rauchenden medizinschen Kollegen, nicht zur Unterschicht ;-) gerade unter den Chirurgen sehr verbreitet.
Geschafft habe ich es mit Tabex, was hier in Deutschland nicht zugelassen ist. ( Tabak Lobby? , ...gut es fehlen wohl Studien.., das chemische Gegesnstück ist zugelassen und teuer- sowie einige Nebenwirkungen!!) .
Ein sehr hilfreiches Mittel, wenn man es wirklich schaffen möchte, denn es gibt so gut wie keinen Entzug. Keine Nebenwirkungen.
Nach 30 Jahren rauchen hatte ich grosse Angst vor dem Entzug. Letztendlich unbegründet- mit Tabex.
Natürlich ist das meiste psychisch bedingt, man muss aufhören wollen.
Ich kann nur jedem Mut machen, schaffen kann es jeder.
Verbote wie von @catch-the-day halte ich nicht für zielführend.
Liebe Grüße,
bleibt und werdet gesund- hört auf zu Rauchen und: bewegt euch :-)
Avatar #763956
dubito
am Samstag, 11. April 2020, 23:51

Die Alternative ist...

... hier wieder mal nicht im Blick: Das Dampfen kann ein schneller und wirksamer Ausstieg aus dem Tabakrauchen sein, und diese Alternative ist eben NICHT mit diesen Risiken behafetet, bietet aber einen adäquaten Ersatz für so viele, die aufhören wollen zu rauchen und nicht können. Es ist unverständlich, dass immer wieder Studien erscheinen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die so genannte "E.Zigarette" in einen Kontext mit dem Rauchen zu setzen, womit dies überhaupt nichts zu tun hat, was dazu geführt hat, dass inzwischen viele Menschen das Dampfen für genauso schädlich halten - entgegen etlicher wissenschaftlicher Studien - und entgegen der Evidenz, die sich aus über zehn Jahren ergibt, in denen das Dampfen gebräuchlich und auch untersucht ist. Die heutigen Geräte und die von der EU sanktionierten Geräte und Liquids gewähren eine höchstmögliche Sicherheit - und sie schützen eben letztlich auch vor der Vulnerabilität im Hinblick auf Lungenerkrankungen und Covid-19, die durch das Rauchen ausgelöst wird,.
Avatar #824623
Folkmar
am Freitag, 10. April 2020, 20:31

Prioritäten setzen

Nunja, ich finde den Kommentar des Vorredners reichlich populistisch.

Rauchen ist eine Abhängigkeit, die wird einer nicht so schnell los, schon gar nicht unter Stress oder Druck oder gar in einer allgemeinen Stresslage wie jetzt. Sicherlich kann es einzelne geben, bei denen der Stress und die konkrete Furcht vor Erkrankung ungeahnte Antriebskräfte freisetzt und den Impuls liefert, nun tatsächlich abrupt aufzuhören. In der Studie wird aber auch gesagt, dass viele COPD-Patienten trotz Diagnose weiterrauchen, die Beharrungskräfte sind also bei vielen, wohl der Mehrheit, so groß, dass so ein Impuls nur schwer wirkt.

Zweitens ist Rauchen hauptsächlich in Deutschland besonders stark der Unterschicht verbreitet. Die erreichen Sie mit solchen Appellen und Verboten schonmal gar nicht.

Die Prioritäten sind angesichts dieses Befunds in dem obigen Artikel genau richtig gesetzt. Natürlich soll man Raucher anhalten, wenn sie schon nicht aufhören können oder wollen, wozu man sie sowieso nicht bringen kann, dann zumindest besonders gut auf Abstand und Hygiene zu achten. Psychologisch ist so eine niederschwellige Mahnung viel eher geeignet, akzeptiert zu werden, als die Drohung mit Entzug.
Avatar #771752
catch-the-day
am Donnerstag, 9. April 2020, 21:35

Falsche Prioritäten

Da wird eine ganze Nation in Geiselhaft genommen um Risikogruppen zu schützen, aber von den Risikogruppen wird nicht einmal verlangt, das gesundheitsschädliche Verhalten wenigstens jetzt (wenn es schon nicht präventiv verlangt werden kann) einzustellen.
Es wäre jetzt der richtige Augenblock, den Verkauf von Zigaretten, Tabakwaren und E-Zigaretten sofort zu verbieten und das Rauchen in der Öffentlichkeit unter Strafe zu stellen.
Gleichzeitig könnten die (Ex)Raucher die Zeit für den Entzug nutzen.
LNS

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