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Ärzteschaft

Empfehlungen zur psychosozialen und spirituellen Unterstützung Sterbender

Donnerstag, 9. April 2020

/dpa

Berlin – Empfehlungen zur psychosozialen und spirituellen Unterstützung Sterbender in Zeiten von COVID-19 haben verschiedene Fachgesellschaften und Verbände unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) herausgegeben. Die Fachgesellschaft ergänzt damit ihre bereits erschienenen Handlungsempfehlungen zur Therapie und Symptomkontrolle.

„Die Einschränkungen bei Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern und Pflegeein­richtungen sowie sämtliche Konsequenzen der Isolation der COVID-19-Patienten sorgen bei vielen für erhebliche psychosoziale, aber auch spirituelle Belastungen“, sagte der DGP-Vizepräsident Urs Münch.

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Heidi Müller, Trauerberaterin, Trauerforscherin und Sprecherin der AG Psychosoziale und Spirituelle Versorgung der DGP, wies daraufhin, dass der Verlust von körperlicher Nähe und Berührung für Schwerstkranke, Sterbende und ihre An- und Zugehörigen besonders schwer zu ertragen sei.

„In dieser existentiellen Krisensituation lastet die Aufgabe der psychosozialen Unter­stützung der schwersterkrankten Menschen in ihrer Not und Angst somit größtenteils und zusätzlich zu allem anderen auf den Schultern der Pflegekräfte und Ärzte vor Ort“ sagte Teresa Deffner von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

„Wenn aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen Besuche nicht erlaubt sind, sollte zunächst geprüft werden, ob nicht für die Palliativpatienten Ausnahmen ermöglicht werden können“, heißt es den Empfehlungen. In den Regulierungen der Landes- und Bundes­regierungen würden Palliativpatienten von den strengen Regeln zur physischen Distanzierung ausgenommen.

In vielen Palliativabteilungen und Pflegeeinrichtungen seien daher Besuche von nahen Angehörigen bei Sterbenden zugelassen, auch wenn sonst keine Besuche im Krankenhaus erlaubt seien. Dies sei auch bei Patienten mit nachgewiesener COVID-19-Erkrankung auf Isolier- oder Intensivstation möglich, zumindest solange die Anzahl der Fälle überschaubar sei und Schutzausrüstung für die Angehörigen zur Verfügung gestellt werden könnten. „In vielen Einrichtungen wird dies allerdings nicht umgesetzt“, schreiben die Fachgesellschaften in den Empfehlungen.

Wichtig sei sicherzustellen und entsprechend zu kommunizieren,

  • dass in den Einrichtungen jedes Leben gleichrangig behandelt werde
  • dass mit einer guten Palliativversorgung belastende Symptome wie Luftnot, Angst oder Verwirrtheit behandelt werden können und
  • sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft würden, trotz der Corona-bedingten Einschränkungen psychosoziale und spirituelle Unterstützung und Hilfen vorzuhalten und einzusetzen.

Die „Empfehlungen zur Unterstützung von belasteten, schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen in der Corona-Pandemie aus palliativmedizinischer Perspektive“ hat die DGP gemeinsam mit der DIVI, dem Bundesverband Trauerbegleitung, der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen veröffentlicht. © hil/aerzteblatt.de

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