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Ärzteschaft

Online-Hautarzt bundesweit verfügbar

Donnerstag, 9. April 2020

Mit der Smartphone-Anwendung „AppDoc“ erhalten Patienten schnell und anonym eine Einschätzung ihres Hautproblems durch einen Hautfacharzt. /Titus Brinker

Heidelberg/Stuttgart – Das seit November 2018 in Baden-Württemberg bestehende Mo­dellprojekt „AppDoc – Online Hautarzt“ ist ab sofort bundesweit verfügbar. Darauf hat das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hingewiesen.

Drei Bilder aus unterschiedlichen Abständen und Winkeln und ein interaktiver Anamnese­bo­gen: Mehr brauchte es für Patienten aus Baden-Württemberg nicht, um im Rahmen ei­nes Modellprojekts eine fachärztliche Ersteinschätzung bei Hautproblemen zu bekomm­en. Die Nutzer mussten in der Regel weniger als eine Stunde auf die Rückmeldung war­ten.

„Nur wenige Minuten auf die individuelle ärztliche Beratung warten zu müssen, ohne dafür in die Praxis zu fahren – das findet Zuspruch“, konstatiert Jochen Utikal, Leiter der klinischen Kooperationseinheit für Dermatoonkologie des Deutschen Krebsforschungs­zentrums (DKFZ) und lokaler wissenschaftlicher Beirat von „AppDoc“.

Besondere Relevanz bekomme das Angebot in der Coronakrise: Nicht nur die Patienten­zah­len für die Online-Diagnostik verdoppelten sich in kürzester Zeit, auch viele Hautärzte wollten ihren Patienten über die interaktive Plattform eine Online-Beratung ohne Anste­ckungsgefahr anbieten – dies war jedoch bislang außerhalb Baden-Württembergs für das Modellprojekt aus berufsrechtlichen Gründen nicht möglich.

Aber nun genehmigte die Landesärztekammer die Ausweitung des Dienstes auf andere Bundesländer: „So können wir viele Hautarztpraxen schnell entlasten und gleichzeitig auch für Patienten die Gefahr einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 substanziell reduzieren“, berichtet der Initiator des Online Hautarztes, Titus Brinker, Assistenzarzt an der Universi­täts-Hautklinik am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiter der App-Entwicklung am Deutschen Krebsforschungszentrum und am NCT Heidelberg.

Patienten können bei dem Dienst über eine sogenannte Radiusfunktion Hautärzte aus der Nähe auswählen, die sie bereits persönlich kennen – oder aber Fachärzte in weiterer Ent­fernung wählen. Zugelassene Hautfachärzte können sich ab sofort registrieren und eine Freischaltung beantragen. „Innerhalb von 24 Stunden kann der Dienst für individuelle Hautarztpraxen eingerichtet und den lokalen Patienten angeboten werden“, berichtet das NCT.

Die Initiatoren weisen daraufhin, dass der Dienst für Patienten 19 Euro kostet. Hautärzte erhalten davon rund zwei Drittel als Honorar. © hil/aerzteblatt.de

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