NewsPolitikMonitoring-App soll Gesundheitsämtern die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erleichtern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Monitoring-App soll Gesundheitsämtern die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erleichtern

Donnerstag, 9. April 2020

/Syda Productions, stockadobecom
Köln – Die Nachverfolgung von Kontakten gehört zu den wichtigsten Instrumenten bei der Eindämmung von SARS-CoV-2, ist aber auch extrem aufwendig. Eine neue App soll den Mitarbeitern der Gesundheitsämter bald das häusliche Gesundheitsmonitorung der Kontaktpersonen abnehmen. Dies berichtete Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig heute bei einer Pressekonferenz des Science Media Center.

„Die Kontaktpersonen müssen dann nicht mehr angerufen werden oder sich selbst per E-Mail melden“, erklärte Krause. Anstattdessen lädt sich die Kontaktperson eine App aufs Handy, die mehrmals täglich nach Beschwerden und der Temperatur fragt.

Steigt die Temperatur an oder treten bestimmte Symptome auf, dann wird diese Information in das Epidemie-Management-System SORMAS eingefüttert, welches das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung kürzlich um ein SARS-CoV-2-spezifisches Modul ergänzt hat. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes wird anschließend darüber informiert, dass er sich um diese Person kümmern muss. Wann genau das System aktiviert werde, stehe noch nicht fest, aber es solle „bald“ geschehen, wie Krause sagte.

Anzeige

Hälfte der Ansteckungen passiert vor Symptombeginn

Auch Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité plädierte dringend für eine höhere Effizienz bei der Fallverfolgung: „Es gibt neuere Zahlen, die besagen, dass fast die Hälfte des Infektionsgeschehens vor Symptombeginn passiert. Um auf eine Basisreproduktionszahl R0 unter 1 zu kommen, müsste man im Prinzip die andere Hälfte nach Symptombeginn komplett abschneiden.“

Dafür müsste ein symptomgerichtetes Kontakt-Tracing fast zu 100 Prozent effizient sein. „Das ist es nicht, das wissen wir, und deshalb müssen wir die Effizienz steigern“, sagte Drosten, „entweder durch elektronische Hilfsmittel oder auch mehr Personal“. Dabei könne es sich auch um temporär eingesetztes Personal handeln, auch eine breitflächige ent­sprechende Dienstleistung der Bundeswehr kann sich der Berliner Virologe vorstellen. © nec/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #109883
Gkraus
am Samstag, 11. April 2020, 07:43

# Routerhorst

Sehr geehrter Herr Ruterhorst, meine Empfehlung: hören sie sich die entsprechenden Podcast des NDR mit Professor Drosten an, dort werden alle Ihre Fragen beantwortet. Dort erfahren Sie auch: ein Allheilmittel gibt es leider nicht!
Avatar #824534
Ruterhorst
am Freitag, 10. April 2020, 01:07

Bluetooth KontaktApp

In allen Medien wird die kommende Bluetooth Kontakt App als Allheilmittel gelobt. Sie soll mich warnen, wenn ich einem Infizierten zu nahe gekommen bin. Nun sind aber von allen Infektionsträgern nur etwa 10% positiv gestestet worden und als Infektionsträger bekannt. Wenn nun 50% der Bevölkerung diese App runterläd hat sie also im Datenpool etwa 5% aller Infizierten. Nur die Kontakte zu diesen werden mir gemeldet. Ob das wohl ausreichen wird, um eine Wirkung zu entfalten? Sinn macht das alles erst, wenn täglich einige 100.000 getested werden. Auch dann wird es schwer sein, mehr als 20-30% der Infektionsträger zu kennen, um über vorausgegangene Kontakte mit ihnen zu informieren.
LNS

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Kritik zurückgewiesen, dass die Pflege im neuen Konjunkturprogramm, in dem das Wort Pflege nicht auftaucht, zu kurz kommt. Das Thema sei am
Merkel: Pflege kommt nicht zu kurz
5. Juni 2020
Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die in der Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vorgesehenen Veränderungen am Coronarettungsschirm begrüßt. Die
Rettungsschirm: Krankenhäuser drängen auf Umsetzung der Kompromissregelungen
5. Juni 2020
Berlin – Anwender der künftigen Corona-Warn-App können auch über eine Telefonhotline ihren Infektionsstatus in der App aktualisieren, wenn sie positiv getestet wurden. Die Hotline sei einer von zwei
Corona-Warn-App: Positiv Getestete können sich über Hotline melden
5. Juni 2020
Berlin – Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 507 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 183.271
RKI meldet 507 Neuinfektionen in Deutschland
5. Juni 2020
Berlin – Die Linke im Bundestag hat sich erneut – wie schon wiederholt auch die Grünen – dafür ausgesprochen, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. „Die Einführung einer
Linke rufen erneut nach Gesetz für Corona-Warn-App
5. Juni 2020
Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) würde es befürworten, wenn nach den Sommerferien Kitas und Schulen in den Normalbetrieb zurückkehren. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek
Schulbetrieb unter Vorsichtsmaßnahmen
5. Juni 2020
Berlin – Ärzte und Psychotherapeuten dürfen keinesfalls auf den Kosten sitzen bleiben, die ihnen durch die Behebung der Störung in der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) entstehen. Das forderte das
LNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER