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Loreley-Kliniken schließen Ende September

Donnerstag, 9. April 2020

/picture alliance, Thomas Frey

St.Goar/Oberwesel – Noch bis zum 30. September soll der Betrieb in den Loreley-Klini­ken in St. Goar und Oberwesel weitergehen – dann ist Schluss. Das sei das Ergebnis einer heutigen Sitzung der Gesellschafter gewesen, teilte ein Sprecher des Krankenhaus- und Altenheimkonzerns Marienhaus mit. Dieser ist der Mehrheitsgesellschafter der Kliniken.

2019 hatte der Konzern mit seiner überraschenden Ankündigung eines Rückzugs De­mons­trationen ausgelöst. Das Deutsche Rote Kreuz wollte zunächst für Marienhaus ein­springen, wandte sich aber ebenfalls wieder ab. Denn die Kliniken seien dauerhaft unren­tabel, teilte der Marienhaus-Sprecher mit.

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Auch die gegenwärtige Corona-Pandemie ändere daran nichts. „Denn der Rettungsschirm, den die Bundesregierung jetzt angesichts der Coronakrise für die Krankenhäuser in Deutschland gespannt hat, kann mit seinen Maßnahmen den Loreley-Kliniken nicht dauerhaft helfen“, sagte der Sprecher.

Die Gesellschafter neben dem Marienhaus-Konzern sind die Städte St. Goar und Oberwe­sel sowie die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein. Während die Stadt St. Goar bei der Sitzung gegen die Schließung gestimmt habe, hätten sich die Stadt Oberwesel und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein bei der Abstimmung enthalten, erklärte der Sprecher.

Durch die Enthaltung hätten sie den Weg für die Beschlussvorschlag des Marienhaus-Konzerns frei gemacht. „Dieser Schritt war wegen der insolvenzrechtlichen Risiken jetzt zwingend erforderlich.“

Die Stadt Oberwesel und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein bestätigten ihre Enthaltung in einer gemeinsamen Stellungnahme. Es sei von Anfang an das oberste Ziel der Gesellschafter gewesen, eine Insolvenz der Gesellschaft zu verhindern. Denn so könnten Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds genutzt werden. „Es gilt nun, den Blick nach vorne zu richten und ein Konzept zu entwickeln, dass die medizinische Ver­sorgung vor Ort sichert.“

Im Falle des Strukturfonds gehe es um Mittel in Höhe von 22 Millionen Euro, erklärte der Marienhaus-Sprecher. Diese sollten umgewidmet werden. Mit dem Geld könne die Schlie­ßung beider Klinikstandorte und der Sozialplan für die Mitarbeiter finanziert werden. Au­ßerdem sollen damit die Kosten für die Entwicklung und die Umsetzung von Plänen für eine künftige Nutzung abgefedert werden. Entsprechende Gespräche mit dem Gesund­heitsministerium werde es zeitnah geben. © dpa/aerzteblatt.de

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