NewsPolitikGrüne für Sofortprämie für Ärzte und Pflegekräfte, FDP für Steuererleichterung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Grüne für Sofortprämie für Ärzte und Pflegekräfte, FDP für Steuererleichterung

Montag, 13. April 2020

/Romolo Tavani, stockadobecom

Berlin – Die Grünen fordern in der Coronakrise weitere Unterstützung etwa für Ärzte und Pfleger, Kulturschaffende, Frauen-Beratungsstellen oder Obdachlose. Ärzten und Pflege­kräften wollen sie eine Sofortprämie von 1.500 Euro auszahlen. Für Kinder bedürftiger Familien soll es 60 Euro Krisen-Zuschlag geben, um etwa ausfallende warme Mittagessen in den Schulen auszugleichen.

Man sehe nun, „wo die Maßnahmen noch nicht alle Menschen ausreichend erreichen und gerade die Ärmsten durchs Raster fallen“, heißt es in einem Papier unter anderem von Parteichefin Annalena Baerbock und Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

Anzeige

Das Kurzarbeitergeld soll nach dem Willen der Grünen für Menschen mit kleineren Ein­kommen erhöht werden. Ein „Kulturrettungsfonds“ solle Kulturschaffenden und Einrich­tungen helfen, die bisher von den Hilfen in Bund und Ländern nicht zielgenau unterstützt würden, heißt es in dem vierseitigen Papier. Kindern, die besondere Förderungen brau­chen, sollen Zusatzkräfte helfen, wenn die Schu­len wieder offen sind – bezahlen soll das ein bundesweiter Corona-Bildungsfonds.

Ein weiterer Notfall-Fonds aus Bundesmitteln soll Frauen-Beratungsstellen helfen, wenn sie in der Krise in finanzielle Not geraten. Obdachlose und Flüchtlinge sollten aus Sicht der Grünen möglichst schnell in eigenen Wohnungen untergebracht werden - auch in Hotels und Pensionen, die derzeit leer stehen.

Pauschale fürs Homeoffice

Die FDP verlangt steuerliche Erleichterungen für die vielen Menschen in Deutschland, die im Homeoffice arbeiten. „Wir schlagen vor, dass während der Krise eine Homeoffice-Pau­schale von 100 Euro pro Monat als Werbungskosten eingeführt wird“, sagte der stellver­tretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr.

Viele Betriebe hätten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. „In der Regel lassen sich die Kosten für ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen. Viele Menschen haben aber kein „richtiges“ Arbeitszimmer, sondern arbeiten aus der Küche oder vom Balkon“, sagte Dürr. „Sowas kann bislang nicht steuerlich geltend gemacht werden. Es darf aber keinen Unt­erschied machen, ob der Laptop auf dem Küchentisch oder in einem extra Zimmer steht.“

Gleichzeitig werde mit jedem Tag im Homeoffice die Pendlerpauschale entsprechend ge­kürzt, gab der FDP-Finanzpolitiker zu bedenken. „Für die meisten Menschen ist das Arbei­ten von zuhause aus sowieso schon eine organisatorische Belastung, gerade wenn man Familie hat. Da sollte man wenigstens keine finanziellen Nachteile haben.“

Die FDP in Bayern regte Steuerfreiheit für Überstunden an, die Menschen in Gesundheits- und Rettungsdienstberufen während der Corona-Pandemie leisten. „Wir wollen, dass alle Mitarbeiter im Gesundheitsbereich von einer finanziellen Entlastung profitieren“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Dominik Spitzer.

Das sei ein wichtiges Signal der Wertschätzung. „Diejenigen, die Herausragendes leisten und durch ihre Arbeit besonders gefährdet sind, brauchen unseren Respekt - in Form einer besonderen Geste für die harte Arbeit unter riskanten Bedingungen.“

Die Oppositionspartei schlägt einen Drei-Stufen-Plan mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen vor, um die Auswirkungen durch COVID-19 im Bereich des Pflege- und Ge­sundheitswesens so gering wie möglich zu halten. Eine bessere Bezahlung in Pflege-, Sozial- und Gesundheitsberufen sei „unerlässlich“, heißt es.

„Vielleicht sorgt die Coronakrise hier ja für ein Umdenken“, so Spitzer. „Unser Gesund­heits­system ist existenziell und muss für die Zukunft gerüstet sein.“ Ferner sollen laut dem Papier unter anderem der öffentliche Gesundheitsdienst personell und finanziell besser ausgestattet und die Produktion lebensnotwendiger Medikamente in den EU-Raum zurückgeholt werden. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Mai 2020
Alexandria/Köln – Krebskanke sind Risikopatienten für Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und für schwere Verläufe der dadurch verursachten Erkrankung COVID-19. Die American Society
„Wir werden uns noch lange mit dieser Situation auseinandersetzen müssen“
29. Mai 2020
Berlin – Flüchtlinge in Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des Epidemiologen
Hohes Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen bei Geflüchteten in Sammelunterkünften
29. Mai 2020
Berlin – Nach der Vorlage der Rechtsvorordnung zur Erstattung von weiteren Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2, haben erste Verbände ihre Stellungnahmen abgegeben. So erklärte die Kassenärztliche
Coronakrise: Weiter Kritik an Kostenübernahme für zusätzliche Tests
29. Mai 2020
Berlin – Die gesetzlich vorgesehenen Ausgleichszahlungen für die Krankenhäuser reichen nicht aus, um die Erlösausfälle und Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie zu kompensieren. Dadurch hat sich
Pandemie bringt viele Krankenhäuser in wirtschaftliche Schieflage
29. Mai 2020
Berlin − Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) rund 560 Infektionen mit SARS-CoV-2 binnen eines Tages gemeldet. Zwar hatte das RKI am frühen Freitagmorgen die
RKI meldet 560 Neuinfektionen in Deutschland
29. Mai 2020
Berlin – Politiker von Grünen und Linken fordern eine gesetzliche Grundlage für die geplante Corona-Warn-App der Bundesregierung. Ein solches Gesetz solle einen Missbrauch der App ausschließen, ihren
Grüne und Linke wollen gesetzliche Grundlage für Corona-Warn-App
29. Mai 2020
Berlin – Die Nachverfolgung der Infektionen mit SARS-CoV-2 ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER