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Medizin

WHO untersucht mögliche SARS-CoV-2-Rein­fektionen in Südkorea

Dienstag, 14. April 2020

/picture alliance

Seoul/Berlin – In Südkorea sind 91 offiziell als genesen geltende COVID-19-Patienten erneut positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Die Ursachen sind noch unklar, Fachleute vermuten aber, „dass es Patienten sind, die falsch negativ diagnostiziert wurden“, wie der Präsident des Robert-Koch-Institutes (RKI), Lothar Wieler, heute in Berlin auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes sagte.

Die Hypothese laute, dass das Virus noch eine gewisse Zeit lang ausgeschieden werde, es sich dabei aber nur noch um Virus-RNA handele, und nicht mehr um vermehrungs­fähige Viruspartikel, erklärte Wieler. Als „nicht plausibel“ schätzt der RKI-Präsident ein, dass es sich dabei um Reinfektionen im großen Stil handelt.

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Auch die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat sich mittlerweile eingeschaltet und will die Fälle in Südkorea untersuchen. Die Frage, ob sich Rekonvaleszenten erneut mit SARS-CoV-2 anstecken können, ist international von größter Bedeutung.

Momentan setzt man darauf, dass von einer Infektion genesene Menschen eine Immuni­tät gegen das Virus entwickeln. Mit der Zeit würde dann ein ausreichend großer Teil der Bevölkerung immun gegen die Krankheit sein, um der Pandemie Einhalt zu gebieten.

„Wir stehen in enger Verbindung mit unseren klinischen Experten und arbeiten hart da­ran, mehr Informationen über diese individuellen Fälle zu erhalten", heißt es in einer WHO-Stellungnahme gegenüber Reuters.

Positiver Test bedeutet nicht zwingend Reinfektion

Die WHO-Richtlinien sehen vor, dass ein Patient erst aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, wenn zwei PCR-Abstrich-Tests auf SARS-CoV-2 im Abstand von 24 Stunden negativ ausgefallen sind.

Dass diese Vorgehensweise nicht immer zuverlässig ist, erklärte der Berliner Virologe Christian Drosten in einer Mitteilung über seinen Twitter-Account: „Gegen Ende des Ver­laufs ist die PCR mal positiv und mal negativ. Da spielt der Zufall mit“, erklärte er mit Ver­weis auf eine kürzlich veröffentlichte Studie, die den Verlauf der ersten deutschen COVID-19-Patienten nachzeichnete.

Er ergänzt: „Wenn man Patienten zweimal negativ testet und als geheilt entlässt, kann es zu Hause durchaus noch mal zu positiven Testergebnissen kommen. Das ist deswegen noch längst keine Reinfektion.“ © nec/aerzteblatt.de

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