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Ausland

Frankreich verlängert Ausgangssperre bis 11. Mai

Dienstag, 14. April 2020

/picture alliance, abaca

Paris − Frankreich hat die seit vier Wochen geltende Ausgangssperre wegen der Corona­virus-Pandemie bis zum 11. Mai verlängert. Präsident Emmanuel Macron sagte gestern Abend in einer Fernsehansprache, Lockerungen der Maßnahmen würden anschließend schrittweise erfolgen. Er forderte die Franzosen auf, sich weiter „verantwortungsvoll“ an die Regeln zu halten, damit die Ausbreitung des Virus definitiv langsamer werde.

Ab 11. Mai werde eine „neue Phase“ mit ersten Lockerungen beginnen, sagte Macron. Während Kitas und Schulen dann schrittweise wieder öffnen sollen, wird der Lehrbetrieb an den Universitäten nicht vor dem Sommer wieder losgehen, wie Macron ankündigte. Restaurants, Bars, Kinos und Theater bleiben auch nach dem 11. Mai geschlossen. Auch die Einreisesperren für Nicht-EU-Länder bleiben „bis auf Weiteres“ bestehen.

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Für die Menschen in Frankreich gilt bereits seit Mitte März eine strikte Ausgangssperre. Sie dürfen das Haus nur verlassen, wenn sie Lebensmittel einkaufen, zum Arzt gehen, ihren Hund spazieren führen oder allein joggen wollen. Für die Arbeit das Haus verlassen dürfen nur Menschen, denen keine Heimarbeit möglich ist. Frankreich ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Inzwischen sind fast 15.000 Corona-Infizierte gestorben.

Frankreich sei „offenkundig“ nicht gut genug auf die Pandemie vorbereitet gewesen, räum­te Macron ein. Die Coronakrise habe wie in allen Ländern „Mängel“ aufgezeigt. In Frankreich habe es vor allem an Schutzanzügen, Handschuhen, Desinfektionsmittel und Masken gefehlt. Ab dem 11. Mai sollen nun aber alle Menschen in Frankreich eine Maske bekommen können, wie Macron versprach. Jeder, der Symptome zeige, solle sich dann auch auf das Coronavirus testen lassen können.

In mehreren EU-Staaten beginnen bereits in dieser Woche die Lockerungen. In Spanien durften Bau- und Fabrikarbeiter gestern erstmals wieder zu ihren Arbeitsplätzen. Polizis­ten händigten Pendlern an Bahnhöfen Atemschutzmasken aus.

In Österreich und Italien dürfen heute bestimmte Geschäfte wieder öffnen. Die Eröffnung von Buchhandlungen und Reinigungen in Italien erfolgt nach Regierungsangaben jedoch vorerst nur probeweise.

In dem am schwersten von der Pandemie betroffenen Land Europas gilt noch bis 3. Mai eine landesweite Ausgangssperre. Die Zahl der als lebens­gefährlich erkrankt eingestuften Patienten hatte sich gestern den zehnten Tag in Folge abgeschwächt.

In Deutschland beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsi­den­ten morgen über eine mögliche Aufhebung Corona-bedingter Einschränkungen. Eine wichtige Grundlage der Beratungen bilden die Empfehlungen der Nationalakademie Leopoldina von gestern. Nach Ansicht der Experten sollten in Deutschland die Schulen schrittweise wieder geöffnet und eine Mundschutzpflicht im öffentlichen Nahverkehr eingeführt werden.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) warnte unterdessen erneut vor einer vorzeitigen Lockerung der Maßnahmen. Um die Ansteckungsgefahr endgültig zu bannen, sei die „Entwicklung und Herstellung eines sicheren und wirksamen Impfstoffes“ nötig, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern Abend. Das Coronavirus sei zehnmal tödlicher als die Schweinegrippe, die 2009 eine Pandemie ausgelöst hatte, betonte er.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist von Ausgangssperren und anderen Ein­schränkungen wegen der Coronakrise betroffen. Weltweit starben bereits mindestens 119.000 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion. Die Zahl der Infektionsfälle liegt inzwischen bei fast zwei Millionen.

Zum am schwersten von der Pandemie betroffenen Land der Welt haben sich die USA entwickelt. Fast die Hälfte aller Todesopfer in den USA entfallen auf den Bundesstaat New York, wo 10.000 Menschen starben.

Gouverneur Andrew Cuomo sagte gestern, New York habe das Schlimmste bereits hinter sich und könne sich allmählich auf den „Weg zurück in die Normalität“ machen. Zugleich warnte er: „Es wird nicht so sein, dass wir den Schalter umlegen und jeder aus seinem Haus kommt, in sein Auto steigt, einander winkt und sich umarmt, und die Wirtschaft loslegt.“ © afp/aerzteblatt.de

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