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S3-Leitlinie zur Langzeitanwendung von Opioiden aktualisiert

Dienstag, 14. April 2020

/Victor Moussa, stock.adobe.com

Berlin – Nach Abschluss der Konsultationsphase ist jetzt eine aktualisierte Version der S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen (LONTS)“ erschienen.

In Deutschland erfolgen rund 70 Prozent der Opioidverordnungen bei chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen. Bei etwa einem Prozent der deutschen Bevölkerung werden Opioide bei diesen Schmerzen langfristig verordnet, das heißt mittels von mindestens drei aufeinanderfolgenden Verschreibungen im Jahr.

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An der Aktualisierung der Leitlinie haben Vertreter von 30 Fachgesellschaften und Orga­nisationen inklusive zweier Patientenselbsthilfeorganisationen mitgearbeitet. Die Feder­führung hatte die Deutsche Schmerzgesellschaft.

„Gute Leitlinien zur Patientenbehandlung sind für eine evidenz-orientierte schmerzme­dizinische Versorgung unverzichtbar“, sagte deren Präsidentin Claudia Sommer. Der von der Leitlinie empfohlene kritische Umgang mit Opioiden bei chronischen nicht-tumor­be­dingten Schmerzen sei ein wichtiges Leitbild der individuellen Therapieentscheidung in der Schmerzmedizin, betonte sie.

Sommer wies daraufhin, dass bereits die erste Version der Leitlinie auf die im Durch­schnitt geringen Effekte von Opioiden auf chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen hingewiesen habe – und dies bereits rund zehn Jahre, bevor erste evidenzbasierte nationale Leitlinien in den USA und Kanada zu diesem Thema veröffentlicht wurden.

„Neben den Unterschieden des Gesundheitswesens können auch die Vorgängerversionen dieser Leitlinie zum Ausbleiben einer Opioidkrise in Deutschland beigetragen haben“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Die jetzt aktualisierte Leitlinie hat evidenz- und konsensusbasierte potentielle Indikatio­nen, aber auch Kontraindikationen für Opioide bei chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen definiert.

Außerdem weisen die Autoren auf die Notwendigkeit a priori definierter Therapieziele hin, benennen Indikationen für den Abbruch einer Opioidtherapie und empfehlen Reduktions- beziehungsweise Absetzversuche. Die Leitlinie ist in einer Lang-, Kurz-, Kitteltaschen- und einer Patientenversion erschienen. © hil/aerzteblatt.de

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