NewsVermischtesZahl der COVID-19-Toten in Pflegeheimen stark unterschätzt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Zahl der COVID-19-Toten in Pflegeheimen stark unterschätzt

Dienstag, 14. April 2020

/dpa

London − Etwa jeder 2. Todesfall durch das Coronavirus SARS-CoV-2 in fünf europäischen Ländern wird einer Studie zufolge aus einem Pflegeheim gemeldet. Eine Forschergruppe der London School of Economics hat für ihre Untersuchung die offiziellen Daten von fünf Ländern ausgewertet: Italien, Spanien, Irland, Belgien und Frankreich.

Demnach standen zwischen 42 % und 57% aller Todesfälle durch den neuartigen Erreger in Verbindung mit Heimen. Die Wissenschaftler betonten heute, dass ihre Studie nur be­dingt aussagekräftig sei: Die einzelnen Länder zählten die Fälle auf verschiedene Weisen; auch die Definition von „Pfle­geheim“ unterscheide sich von Staat zu Staat.

Anzeige

Dies könnte die Ergebnisse beeinflusst haben, erläutern die Experten. Dennoch dürfe das Ausmaß der Infektionen und Todesfälle in den Heimen nicht ignoriert werden.

In Irland, das zentral die Daten zu den COVID-19-Erkrankungen erfasst, starben 288 von den bis Samstag 6.444 registrierten Patienten mit der Lun­gen­erkrankung COVID-19. 156 von den 288 Verstorbenen − also 54 % − waren Bewohner in Pflegeheimen.

In Spanien kam das Team sogar auf 57 %. Hier basierten die Zahlen jedoch auf Medienbe­richten zu den von Regionalregierungen veröffentlichten Statistiken. Belgien kam auf den einen Wert von 42 %, Frankreich auf 45 % und Italien auf 53 %.

Kritiker bemängeln seit Wochen, dass in die Statistiken in Großbritannien bislang kaum Todesfälle in Heimen eingehen. Rosalind Altmann, Mitglied des britischen Oberhauses, sagte im BBC-Interview heute, sie sei ernsthaft besorgt. Bewohner in Pflegeheimen hätten ihr berichtet, das sie sich „wie Lämmer beim Schlachter“ fühlten. Auch Senioren müssten angemessen behandelt werden.

Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinan­ziert. Es fehlt im Kampf gegen die Pandemie an Klinikpersonal, Betten, Schutzausrüs­tun­gen und Tests. Ärzte müssen einer Richtlinie zufolge nach Überlebenschancen entschei­den, wer beispielsweise beatmet wird, falls die Kapazitäten nicht mehr ausreichen soll­ten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Juni 2020
Berlin – Die Zahl der COVID-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Laut DIVI-Intensivregister wurden Stand heute 689
Weniger Coronapatienten auf deutschen Intensivstationen
2. Juni 2020
Berlin – Die Bundesregierung soll in bei ihrem geplanten Konjunkturprogramm auch gezielt Krankenhäuser unterstützen. „Kein anderer Bereich hat seine Bedeutung für unser Land so unter Beweis gestellt,
Krankenhäuser wollen Anteil am Konjunkturprogramm
2. Juni 2020
Berlin – In der Coronapandemie haben China, Vietnam und Taiwan Deutschland unentgeltlich mit Schutzausrüstung unterstützt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der
China, Vietnam und Taiwan haben Deutschland mit Schutzausrüstung unterstützt
2. Juni 2020
Berlin – Wer eine Krankschreibung wegen einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege benotigt, muss dafür ab jetzt wieder zum Arzt. Die Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen wegen der
Krankschreibungen per Telefon ab jetzt nicht mehr möglich
2. Juni 2020
Berlin – Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Gründung eines speziellen wissenschaftlichen Gremiums zur Beratung der Bundesregierung beim weiteren Vorgehen in der Coronakrise
Grüne wollen Gründung von „Pandemierat“
2. Juni 2020
Osnabrück – Die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) geplante Ausweitung der Tests auf SARS-CoV-2 würden in diesem Jahr bis zu 7,6 Milliarden Euro kosten. Das geht aus einer Stellungnahme
SARS-CoV-2-Tests: Krankenkassen rechnen mit Milliardenkosten
2. Juni 2020
Berlin – Nach einer Demonstration auf dem Wasser mit Hunderten Booten trotz Coronabeschränkungen hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci scharfe Kritik geäußert. „Ich bin entsetzt über die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER