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Ausland

Tausende protestieren nach Verlängerung der Ausgangssperre in Indien

Dienstag, 14. April 2020

/picture alliance, AA

Mumbai – In Indien haben Tausende Wanderarbeiter und Slumbewohner gegen die Ver­längerung einer strikten Ausgangssperre protestiert. An einer Bahnstation in der Millio­nenstadt Mumbai drängten sich Menschen eng aneinander.

Sie forderten, die Finanzme­tropole verlassen und ihre Dörfer heimkehren zu dürfen, wie Filmaufnahmen von örtli­chen Fernsehsendern zeigten. Polizisten hätten die Menge mit Stöcken auseinander­ge­trieben, berichteten lokale Medien.

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Zurzeit fahren keine Züge. Wegen einer seit drei Wochen geltenden Ausgangssperre ha­ben die Wanderarbeiter, die meist von der Hand in den Mund lebten, ihre Jobs verloren.

Heute kündigte Premierminister Narendra Modi eine Verlängerung der größten Ausgangs­sperre der Welt bis zum 3. Mai an. In seiner Rede sagte er, dass sein Land die Verbreitung des Virus besser im Griff habe als andere Länder.

Im zweitbevölkerungsreichsten Land nach China gibt es inzwischen mehr als 10.000 be­stätigte COVID-19-Fälle, mehr als 300 Infizierte starben. Im Land wird jedoch auch ver­gleichsweise wenig getestet.

Die Aufnahmen der Menschenmenge in Mumbai erinnerten an Bilder zu Beginn der Ausgangssperre. Hunderttausende Wanderarbeiter hatten sich damals zu Fuß in ihre oft Hunderte Kilometer entfernten Dörfer gemacht, weil sie Angst hatten, ohne Geld in den Städten zu verhungern. Damit hatten sie des Virus wohl auch an Orte gebracht, wo die Gesundheitsversorgung besonders schlecht ist.

Um diese Wanderungsbewegung zu stoppen, ließ die indische Regierung verschiedene Gebäude als temporäre Unterkünfte nutzen. Sie versprach auch Essen und Direktzahlun­gen an Millionen arme Menschen. Aber die Hilfe hat nach Angaben von Hilfsorganisa­tio­nen nicht alle erreicht. © dpa/aerzteblatt.de

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